© stockfour via iStock

eBay for Business: Brauchst du einen Stand auf dem virtuellen Trödelmarkt?

Wenn du geschäftsmäßig auf eBay verkaufen möchtest, musst du ein gewerbliches Verkäufer:innenkonto anlegen. Das trägt den sprechenden Namen eBay for Business.

Das Verkaufen auf eBay ist – wie E-Commerce generell – ein anspruchsvolles Unterfangen. Es erfordert Geschick, Hingabe und eine gute Portion Insiderwissen, um deinen Onlineshop zu einem respektablen Business zu entwickeln.

Wie du damit anfangen kannst, erfährst du in diesem Blog.

eBay for Business: Wann brauchst du ein geschäftliches Konto?

Wenn du ein eBay-Verkäufer:innenkonto eröffnest, hast du zwei Möglichkeiten zur Auswahl: persönliches oder gewerbliches Konto.

Die Einrichtung des eBay-for-Business-Kontos ist kostenfrei und gemäß den eBay-Regularien zwingend notwendig, wenn du:

  • häufiger und größere Mengen verkaufen möchtest
  • Artikel verkaufst, die du selbst hergestellt hast
  • Produkte auf eBay erwirbst, um sie weiterzuverkaufen
  • du schon außerhalb von eBay mit einem Gewerbe unterwegs bist

Du kannst eBay für B2B- wie auch B2C-Geschäfte nutzen. Mit einem Business-Account bist du also zum Verkauf an Endverbraucher:innen und an Unternehmenskund:innen berechtigt.

Wichtig: Wenn du nach dem deutschen Umsatzsteuergesetz (UstG) als Unternehmer:in giltst, musst du dich auch bei eBay als gewerbliche:r Händler:in anmelden.

Als Unternehmer:in giltst du ab einem Umsatz von 17.500 Euro pro Kalenderjahr.

Das war schon immer so, ist aber seit dem 1. Januar 2019 nochmal klarer geregelt. In diesem Jahr trat das „Gesetz zur Vermeidung von Umsatzsteuerausfällen beim Handel mit Waren im Internet und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften“ (insbesondere die Paragrafen 22f und 25e im UStG) in Kraft.

Aus rechtlicher Sicht gilt ganz allgemein: Gewerbe ist Gewerbe, egal ob on- oder offline. Deshalb sind auch bei eBay Business nicht nur professionelles Marketing und Sales wichtig für den Erfolg. Zusätzlich gibt es zahlreiche rechtliche Regelungen zu beachten.

Vorteile von eBay Business für E-Commerce-Händler:innen

Mit den Verpflichtungen für gewerbliche Anbieter:innen kommen bei eBay auch einige Vorzüge zum Tragen. Das betrifft zum Beispiel günstigere Konditionen bei den Verkaufsprovisionen.

Außerdem bemüht eBay sich, dich als Business-Neuling nicht allein zu lassen. Es gibt viele Informations- und Lehrangebote, die den Einstieg und die stetige Weiterentwicklung deines eBay Business erleichtern sollen. Dazu gehören:

  • Der eBay-Podcast zu Themen wie E-Commerce-Recht, Personal Branding oder Werben bei eBay
  • Der eBay-Durchstarter, ein kostenloses Beratungsangebot für ambitionierte Händler:innen
  • Der YouTube-Kanal mit Tipps, Erklärvideos und Neuigkeiten speziell für E-Commerce-Unternehmer:innen
  • Die eBayCommunity, wo du dich mit anderen Händler:innen austauschen kannst
  • Das eBayRechtsportal mit wertvollen Tipps für Verkäufer:innen zu Gewerbeanmeldung, Umsatzsteuer, Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und mehr

eBay for Business oder eigener Onlineshop?

Aber was ist letztlich eigentlich „besser“? Ein eigener Shop oder ein Stand bei eBay for Business? Neben der Unterstützung in Form von Informationen gibt es natürlich weitere gewichtige Argumente, die für eBay Business (oder für andere Marketplaces wie Amazon Business) sprechen:

  • Du erhältst sofort eine potenziell riesige Reichweite
  • Die gesamte IT-Infrastruktur ist schon gebaut und für dich nutzbar
  • Diverse Marketinglösungen sind zu vergleichsweise schmalen Budgets einsetzbar

Diesen Vorzügen von Marktplätzen stehen natürlich immer auch einige Nachteile gegenüber:

  • Aufbau deiner Marke: Hier hast du mit deiner eigenen Shopwebsite freie Hand. Bei einem Marketplace musst du dich häufig sogar nach Details wie verfügbaren Farben, Schriftarten oder Layouts richten. Allerdings ist eBay for Business hier flexibler als zum Beispiel Amazon.
  • Customer Experience: Auch hier gilt, dass du mit deinem eigenen Onlineshop viel mehr Kontrolle darüber hast, welche Erfahrungen von der Produktsuche bis hin zur Retourenabwicklung Kund:innen mit deiner Marke machen.
  • Krisensicherheit: Es ist zwar unwahrscheinlich, unmöglich ist es aber nicht: Falls es aus irgendeinem Grund eBay for Business morgen nicht mehr gibt oder plötzlich negative Schlagzeilen das Image der Plattform ruinieren, existiert auch dein Geschäft nicht mehr.

Diese sind einige der wichtigsten Punkte, die bei der Abwägung zu beachten sind. Die Antwort auf die Frage, welches Modell sich für dich besser eignet, kann immer nur individuell ausfallen.

Insbesondere am Anfang kann ein Marketplace wie eBay Business dir Vorteile bringen und dabei helfen, mit ein wenig Extraspeed aus den Startlöchern zu kommen. Auf Dauer wirst du in vielen Fällen mit deinem eigenen Shop besser bedient sein – vor allem mit Blick auf deine Positionierung, dein Branding und die Kund:innenbindung.

Was sind eBay Shops?

Die Anmeldung für ein gewerbliches eBay-for-Business-Konto ist einfach und kostenlos. Damit kannst du zwar schon verkaufen, allerdings sind die Funktionen relativ basic. Sobald dein Handelsvolumen etwas steigt, lohnt sich ein Blick auf die eBay Shops. Ein Shop ist deine eigene Shop-Site bei eBay und bietet dir zusätzliche Features.

Es gibt vier Varianten der eBay Shops: Basis, Top, Premium und Platin. Ihre wichtigsten Unterschiede und die monatlichen Kosten zeigt dir die Tabelle:

Shop-KategorieFeatures (im Preis inbegriffen)Kosten für Monatsabo
BasisBis zu 400 Festpreisangebote und 40 Auktionen pro MonatNutzung der eBay-Marketing-Tools inkl. 50 Sonderaktionen pro TagAbmahnschutz Basic und Datenschutz 360+ von Trusted ShopsEUR 39,95 (Rabatt bei jährlicher Zahlungsweise)
Top (alles aus Basis, plus:)Bis zu 2.500 Festpreisangebote und 100 Auktionen pro Monat1.000 Sonderaktionen pro TagNutzung von Terapeak Insights zur WarenbeschaffungEUR 79,95 (Rabatt bei jährlicher Zahlungsweise)
Premium (alles aus Top, plus:)Festpreisangebote unbegrenzt, 250 Auktionen pro Monatvergünstigte Gebühr für die Nutzung des „Enterprise Pakets“ von Trusted ShopsWerben mit durchgestrichenen PreisenEUR 299,95 (Rabatt bei jährlicher Zahlungsweise)
Platin (alles aus Premium, plus:)10 % Rabatt auf die VerkaufsprovisionMehr Infos zur Rabattberechnungkostenlose Unterstützung durch einen Account-Manager und eBay ConciergeZugang zum Wow!-Angebote-ProgrammEUR 4,999,95

6 Dos and Don´ts für eBay for Business

Die Stellschrauben, die dir bei eBay Business zur Verfügung stehen, um erfolgreich und rechtssicher zu verkaufen, können gerade am Anfang etwas erschlagend sein, trotz der vielen nützlichen Tools und Ratgeberbereiche. Hier sind darum sechs Grundlagen-Tipps, die dir in jedem Fall helfen:

  1. Klein anfangen: Du musst nicht gleich große Summen in dein Inventar investieren. Such dir stattdessen ein paar Artikel für den Verkauf aus und sammele Erfahrungen beim Fotografieren, Verfassen von Angeboten, Testen von Preisoptionen und im Umgang mit den Käufer:innen. Bevor du weiter skalierst, solltest du die E-Commerce-Basics wie Bestellabwicklung, Retourenbearbeitung usw. beherrschen. Und nicht vergessen: Auch wenn du eBay Business nur nebenbei betreibst, solltest du dem Projekt jeden Tag Zeit widmen, wenn du Ergebnisse sehen möchtest.
  2. Amateurfotos reichen nicht: Im E-Commerce brauchst du gute Produktfotos, sonst kriegst du nichts verkauft. Verwende gut ausgeleuchtete, hochauflösende Fotos auf einem schlichten Hintergrund, die die Produkte aus verschiedenen Blickwinkeln zeigen. Und nutze das eBay-Bilderdienst-Tool, damit die Fotos auf unterschiedlichen Screens richtig dargestellt werden.
  3. Je mehr Details, desto besser: Ein Bild sagt vielleicht mehr als 1.000 Worte, aber detaillierte Produktbeschreibungen können wahre Sale-Magie wirken. Wähle zunächst eine Artikelkategorie und verwende dann Keywords für den Titel und die Beschreibung deines Angebots. Mit anderen Worten: Optimiere alles für eBay Best Match, die Suchmaschine der Plattform.
  4. Nutze die eBayVerkäuferzentrale: Mit diesem kostenlosen Tool kannst du auf ein Dashboard zugreifen und sehen, wie sich deine Angebote entwickeln, neue Artikel schnell einstellen und den Status von Bestellungen und Rücksendungen einsehen. Diese Daten helfen dir, dein eBay-for-Business-Konto aufzuwerten und bessere Ergebnisse zu erzielen.
  5. Verbinde eBay for Business mit deinem eigenen Shop: Wenn du schon einen hast, solltest du deinen Shop unbedingt mit deinem eBay-for-Business-Konto verbinden. Auf diese Weise kannst du Traffic von eBay auf deine eigene Website umleiten – was die Chance erhöht, Kund:innen an deine Marke zu binden. Denk daran, dass viele E-Commerce-Plattformen wie Shopify über eine kostenlose eBay-Integration verfügen.
  6. eBay for Business ist kein rechtsfreier Raum: Last but not least solltest du dir im Klaren darüber sein, dass für eBay dieselben steuer- und handelsrechtlichen Regeln gelten wie überall sonst auch. Informiere dich also, welche Bestimmungen du einzuhalten hast. Lies dir die Hinweise auf dem eBayRechtsportal durch und sprich im Zweifel mit einer versierten Anwaltskanzlei sowie Steuerberatung.

Fazit: Wann lohnt sich eBay for Business?

Ob du dich beim Einstieg in den E-Commerce für einen eigenen Onlineshop oder für eBay Business entscheiden solltest, hängt ganz von deiner individuellen Situation ab. Willst du hauptberuflich verkaufen oder das Ganze als Side-Hustle aufziehen? Wirst du individualisierte Produkte oder Massenware verkaufen? Wieviel Fachwissen zu Marketing, Sales und IT bringst du mit?

Gerade für Neueinsteiger:innen kann die Nutzung von eBay for Business ein guter Startpunkt sein. Vieles von dem, was du für den Onlinehandel brauchst, ist dort schon vorhanden. Du kannst Erfahrungen sammeln und im Unterschied zu anderen Plattformen hast du bei eBay auch mehr Möglichkeiten, deinen Onlineauftritt zu individualisieren und so deine eigene Marke zu stärken.

Stellst du dich geschickt an, ziehst du nach und nach Interessent:innen vom eBay– hinüber zu deinem eigenen Onlineshop.


DIESEN ARTIKEL TEILEN

Unsere letzten Beiträge


fynax. Flow digital.

LinkedIn Profil
Vernetze dich auf LinkedIn mit fynax
FOLLOW @FYNAX
Facebook Feed
Vernetze dich auf Facebook mit fynax
FOLLOW @FYNAX

FYNAX NEWSLETTER

So geht E-Commerce.

Der fynax Newsletter

Mit der Registrierung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

© Three Spots via iStock

Zeitgemäßer E-Commerce-Kund:innenservice: So wirst du zum Shoppingliebling

„Shoppen gehen“ bedeutete noch vor etwa zehn Jahren, durch Geschäfte zu schlendern, Produkte auszuprobieren und irgendwann mit einem Dutzend Einkaufstüten nach Hause zu kommen. Kund:innenservice war Glücksache, Verkäufer:innen mal mehr, mal weniger freundlich. Je nachdem, wo man wohnte, hatte man aber keine Wahl – der jeweilige Laden war mitunter die einzige Anlaufstelle weit und breit.

Der Wandel, der sich innerhalb von nur einer Dekade vollzogen hat, könnte nicht frappierender sein. Heute ist der E-Commerce für viele ein Me-Commerce: Shoppen im Schlafanzug auf der Couch, während man an einem Cafè Latte nippt. Verbraucher:innen wollen den 24/7-Einkauf, wünschen sich unkomplizierte Retouren, erwarten die unbegrenzte Auswahl an Produkten und dabei am besten noch punktgenaue, individuelle Beratung.

Kurz: Ganz schön anspruchsvolles Publikum. Um als Onlinehändler:in erfolgreich zu sein, musst du an jedem Kontaktpunkt einen zuverlässigen E-Commerce-Kund:innenservice bieten. Wie stellst du das am besten an? Antworten gibt’s im Blog.

Warum guter Kund:innenservice gerade im E-Commerce entscheidend ist

E-Commerce-Kund:innenservice ist die Unterstützung, die du deinen Kund:innen bietest, damit sie eine angenehme Erfahrung mit deinem Unternehmen und deiner Brand machen. Und zwar sowohl vor als auch nach dem Kauf.

Aber E-Commerce-Customer-Service ist mehr als nur das Lösen von Problemen. Es bedeutet, deinem Publikum jederzeit proaktiven und sofortigen Support über den Kanal ihrer Wahl zu bieten – per Telefon, E-Mail, SMS, Chat und mehr.

In der Welt des E-Commerce ist holistischer Kund:innenservice nicht einfach nur nice to have, sondern eine grundlegende Voraussetzung für den Erfolg. Wenn du in diesem Bereich schlampst, kannst du den virtuellen Laden dicht machen. Für die Mehrheit der Verbraucher:innen ist der Customer-Service einer der Entscheidungsfaktoren für ihre Markentreue.

Dabei bestehen wichtige Unterschiede zum traditionellen Kund:innendienst im stationären Handel:

  • Die Erwartungshaltung ist heute viel höher: Auch wenn es objektiv tatsächlich deutlich weniger Anlass zu Beschwerden gibt als einst, neigen Onlinekund:innen viel mehr dazu, sich über Probleme mit dem Kund:innenservice ihres Onlineshops zu beschweren.
  • Im Vergleich zum stationären Ladengeschäft fehlt der unmittelbare persönliche Kontakt. Das musst du durch besondere Schnelligkeit und Kompetenz ausgleichen.
  • In Zeiten von Markeninflation und intensivem Wettbewerbsumfeld ist es im Onlinehandel schwerer geworden, ein Alleinstellungsmerkmal zu finden. Sich über den Preis abzuheben, ist angesichts meist dünner Margen keine Option. Damit wird ein erstklassiger E-Commerce-Customer-Service zum Wettbewerbsvorteil.

Händler:innen, die es schaffen, sich als serviceorientierter Shop zu positionieren, werden nicht nur mit der Loyalität der Kund:innen belohnt. Wer einen Shop sympathisch findet und gute Erfahrungen damit gemacht hat, ist sogar bereit, höhere Preise zu bezahlen.

Wie bietest du herausragenden E-Commerce-Kund:innenservice?

Der Kund:innenservice deines Onlineshops fungiert als Markenbotschafter. Er spielt eine Schlüsselrolle beim Aufbau von Vertrauen und nachhaltigen Beziehungen zu den Kund:innen.

Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, brauchen E-Commerce Händler:innen natürlich die passenden Werkzeuge: Das beginnt bei Telefonie-Lösungen, Chatprogrammen und CRM-Tools (Customer-Relationship-Management). Es umfasst aber zudem auch präzise Sendungsverfolgung und reicht bis hin zum Retourenmanagement, das einerseits wirtschaftlich, andererseits aber auch möglichst entgegenkommend sein soll. Auch vermeintliche Pflichtaufgaben wie ein FAQ-Bereich, der die wichtigsten Fragen zu Versand, Zahlungsweisen und so weiter beantwortet, wollen nicht vergessen werden.

Das war aber immer noch nicht alles. Überragender E-Commerce-Kund:innenservice verlangt etwas, das kein Tool erledigen kann: Die Einstellung muss stimmen. Der Customer-Service-Gedanke muss in die DNA deines Shops übergehen.

Was bedeutet das konkret? Diese vier Tipps solltest du verinnerlichen:

Kund:innen dort abholen, wo sie sind:

E-Commerce-Kund:innen erwarten einen persönlichen Ansatz, der ihnen das Gefühl gibt, barrierefrei und unmittelbar Kontakt zu deinem Service herstellen zu können. Dazu gehört, die Kommunikationskanäle anzubieten, die sie bevorzugen.

Es gibt nicht wenige Kund:innen, die immer noch gerne anrufen, um mit jemandem zu sprechen. Andere bevorzugen die relative Anonymität eines Livechats oder einer E-Mail, und wieder andere möchten einfach nur einen Tweet absetzen.

Die größte Schwierigkeit in diesem Zusammenhang ist die Bereitstellung eines nahtlosen Kund:innenerlebnisses über mehrere Kanäle hinweg. Um das zu gewährleisten, solltest du dir bewusst sein, mit welcher Tonalität du kommunizieren und wie du medienübergreifend wahrgenommen werden möchtest – und das konsequent umsetzen.

Proaktiv auf Kund:innen zugehen

Die meisten Onlinehändler:innen konzentrieren sich auf reaktiven Support: Sie werden tätig, wenn Kund:innen auf Probleme stoßen. So bestätigen sie beispielsweise eine Lieferverzögerung erst dann, wenn Kund:innen nachfragen. Ein wertschätzender E-Commerce-Customer-Service adressiert jedoch auch – und gerade – derlei unerfreuliche Vorkommnisse.

Wenn du erkennst, dass sich Verzögerungen oder dergleichen abzeichnen, dann bereite deine Kund:innen darauf vor. So löst du Probleme gegebenenfalls, bevor sie überhaupt entstehen.

Reaktionszeiten so kurz wie möglich halten

Beim elektronischen Handel geht es vor allem um Schnelligkeit und Komfort für die Shopper:innen. Das gilt auch für prompte Antworten im Kund:innenservice des Onlineshops. Die Möglichkeit, das Serviceteam über verschiedene Kanäle zu erreichen, ist super, genügt aber nicht. Das Team muss auch rasch signalisieren, dass es eine Anfrage wahrgenommen hat.

Lässt sich das Problem nicht schon im Zuge der ersten Antwort lösen, solltest du idealerweise in Aussicht stellen, bis wann Anfragende mit konkreter Hilfe rechnen dürfen.

Messen, optimieren, wiederholen

Kein Ansatz im Kund:innenservice ist in Stein gemeißelt. Unternehmen müssen bei der Optimierung von bestehenden Strukturen und Prozessen progressiv vorgehen und sie auf der Grundlage von beständig erhobenen Daten verbessern. Das bedeutet unter anderem: Anfragevolumen auswerten, Stoßzeiten analysieren und Trendthemen beobachten.

Inhouse erledigen oder externes Serviceunternehmen beauftragen?

All das klingt anspruchsvoll und ist es auch. Da liegt der Gedanke nahe, sich für den E-Commerce-Kund:innenservice Hilfe bei einem externen Dienstleister zu holen. Die Vorzüge liegen auf der Hand: Du musst dich nicht selbst um ein enorm komplexes Aufgabenfeld kümmern, dementsprechend auch kein zusätzliches Personal einstellen und kannst dich auf das konzentrieren, was am wichtigsten ist: den Umsatz zu steigern.

Aber: Die Hoffnung, den Kund:innenservice für deinen Onlineshop outsourcen und zugleich Top-Leistungen erbringen zu können, erweist sich oft als trügerisch. Gerade weil dir der Service an den Kund:innen in Fleisch und Blut übergehen sollte, ist es ein Widerspruch in sich, diese Aufgabe nach draußen zu vergeben.

Mit einem externen Dienstleister verlierst du die Kontrolle über die Customer-Experience. Die Mitarbeiter:innen eines E-Commerce-Kund:innenservice-Dienstleisters werden nie von der Motivation getrieben, mit der du selbst deine Ziele verfolgst. Wer schon mal Erfahrungen mit einem Telefonservice gemacht hat, weiß, was gemeint ist.

Außerdem beraubst du dich der Gelegenheit, auch mal unorthodoxe Lösungsvorschläge zu machen. Gerade dieses gewisse Extra im Service ist es aber, das Kund:innen besonders im Gedächtnis bleibt und sie zu Markenbotschafter:innen machen kann.

5 No-Gos im E-Commerce-Kund:innenservice

Die Bedeutung eines exzellenten Kund:innendienstes kann gar nicht genug betont werden. Die überwiegende Mehrheit der Kund:innen ist sogar bereit, für ein besseres Einkaufserlebnis auch mal etwas mehr zu zahlen.

Umgekehrt wird es rigoros abgestraft, wenn Interessent:innen das Gefühl haben, ein Shop bemühe sich nicht allzu sehr um sie – der nächste Shop ist nur einen SERP-Eintrag entfernt.

Das sind einige der größten Patzer im Kund:innenservice, die du tunlichst vermeiden solltest:

Kund:innen erreichen dich nicht

Der größte und grundlegendste Fehler im E-Commerce-Customer-Support ist es, überhaupt nicht erreichbar zu sein. Kund:innen sollten jederzeit in der Lage sein, dich bei Problemen, Bedenken oder Feedback zu kontaktieren.

Du brauchst zu lange, um zu antworten

Es ist zwar gut, mehrere Kontaktmöglichkeiten anzubieten. Aber wenn es Tage dauert, bis du dich zurückmeldest, ist das fataler als gar keine Erreichbarkeit.

Kund:innenanfragen abzuarbeiten, sollte Teil der täglichen Routine sein. Wenn es nicht möglich ist, ein Problem sofort zu lösen, dann lass die Kund:innen wissen, dass du dran bist und dich so bald wie möglich meldest. Werden Kund:innen ignoriert, kommen sie nie wieder – und erzählen anderen von ihren Erlebnissen, sodass potenzielle Neukund:innen gar nicht erst zu dir finden.

Retouren sind zu kompliziert

Auch wenn es verständlich ist, dass du Rücksendungen vermeiden möchtest: Es ist keine gute Idee, die Rückgabebedingungen irgendwo auf der Website zu verstecken oder restriktive Bedingungen für Retouren anzubieten. Eine großzügige, leicht zu findende und einfach zu verstehende Rückgabe- und Erstattungspolitik ist entscheidend, um Kund:innen zum Kauf zu ermutigen.

Je transparenter du den Retourenprozess kommunizierst, desto mehr signalisierst du Interessent:innen, dass sie nichts „falsch“ machen können, wenn sie bei dir bestellen.

Du willst Kund:innen beweisen, dass sie im Unrecht sind

Beim E-Commerce-Customer-Service geht es vor allem darum, die Kund:innen zufriedenzustellen – auch dann, wenn der Fehler bei ihnen oder das Problem außerhalb deiner Kontrolle liegen.

Rückgabefrist um einen Tag überschritten? Es kann sich lohnen, in einem solchen Fall nicht auf deinem Recht zu beharren. Ein bisschen Flexibilität deinerseits beschert den Kund:innen ein Einkaufserlebnis, da sie mit etwas Ungewöhnlichem und Positivem verbinden.

Soziale Medien ignorieren

An Social Media führt im Kund:innenkontakt kein Weg vorbei. Immer mehr Kund:innen wählen Facebook, Twitter oder Instagram, um mit Unternehmen in Kontakt zu treten. Behalte also deine Social-Media-Kanäle im Auge, um auf Fragen oder Probleme zu reagieren. Keinesfalls solltest du Kund:innenaussagen öffentlich diskutieren oder sogar bestreiten.

Fazit: Guter E-Commerce-Customer-Service reicht nicht – du musst überragen

Die Zeiten, als Geschäfte ihre Kundschaft wie Bittsteller:innen behandeln konnten, sind längst vorbei. Heute darf Kund:innenfokussierung nicht mehr nur ein Lippenbekenntnis sein, sondern muss tatsächlich gelebt werden. Das gilt insbesondere für den E-Commerce, wo es so einfach ist, wegzuklicken.

Um beim Kund:innenservice für deinen Onlineshop zu punkten, ist es entscheidend, den Überblick bei Anfragen zu behalten, schnell zu reagieren und immer freundlich und flexibel zu bleiben.

Ja, das kostet Zeit, Energie und Geld. Dafür kannst du aber jeden Menschen, der glücklich und zufrieden aus deinem Onlineshop spaziert, als potenzielles Sprachrohr für deine Sache betrachten. Und gute Mundpropaganda ist immer noch unbezahlbar.


DIESEN ARTIKEL TEILEN

Unsere letzten Beiträge


fynax. Flow digital.

LinkedIn Profil
Vernetze dich auf LinkedIn mit fynax
FOLLOW @FYNAX
Facebook Feed
Vernetze dich auf Facebook mit fynax
FOLLOW @FYNAX

FYNAX NEWSLETTER

So geht E-Commerce.

Der fynax Newsletter

Mit der Registrierung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

„Die Leute rufen an und fragen, ob wir deren Steingarten umsortieren können oder ihre Vorgärten machen könnten, erzählt Tolge Kahl, einer der drei Gründer vom grünen Start-Up Die Stadtgärtner lachend unseren Podcast-Hosts Nadja Müller und Saravanan Sundaram in der neuen Folge von „Thanks for Shopping“.

Die Stadtgärtner sind keine konventionellen Gärtner per se. Über schöne Geschenkartikel wollen die Gründer Jan, Derk und Torge Themen wie Ökologie, Nachhaltigkeit und Naturerlebnisse in die Welt tragen. „Wir wollen die Leute dazu begeistern aus dem Haus zu gehen, Pflanzen anzubauen, Tiere zu füttern und über diesen Weg wieder mit der Natur in Kontakt zu kommen“, erklärt Torge, der vor fünf Jahren mit seinem Background in Controlling und im Online-Marketing in das Business eingestiegen ist.

Begonnen haben die drei Freunde mit Samenbomben. Das sind etwa walnussgroße Bällchen aus Erde, Ton und Saatgut, die es in verschiedenen Sorten, von wilden Blumen bis zu Kräuter und Gemüse gibt. Als die Nachfrage nach den fertig gerollten Samenbomben aus ihrem Freundeskreis und darüber hinaus immer größer wurde, gründeten die drei schließlich Die Stadtgärtner. Das war vor elf Jahren.

Wie sich Ihre Ideen weiterentwickelt haben, welche Geschenkartikel sie aktuell neben den Samenbomben verkaufen und wie Die Stadtgärtner die aktuelle wirtschaftliche Lage beeinflusst hat, das alles hört ihr in dieser Episode von „Thanks for Shopping!“.


DIESEN ARTIKEL TEILEN

Unsere letzten Beiträge


fynax. Flow digital.

LinkedIn Profil
Vernetze dich auf LinkedIn mit fynax
FOLLOW @FYNAX
Facebook Feed
Vernetze dich auf Facebook mit fynax
FOLLOW @FYNAX

FYNAX NEWSLETTER

So geht E-Commerce.

Der fynax Newsletter

Mit der Registrierung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

ooia sei viel mehr als eine Company, die schöne Periodenunterwäsche herstellt, erklärt Mitgründerin Kristine Zeller unseren Podcast-Hosts Saravanan Sundaram und Nadja Müller zu Beginn der neuen Folge von „Thanks for Shopping“.

Neben female centric products geht es Kristine und ihrer Kollegin Kati Ernst insbesondere um Female Empowerment und um die Gleichstellung der Geschlechter. Die Gründer:innen Kathi und Kristine sind seit 2017 Vorreiterinnen dieses Geschäftsmodells im E-Commerce. Mit der Entwicklung innovativer Produkte wie der Periodenunterwäsche oder dem Still-BH setzt sich ooia gleichzeitig für die Enttabuisierung von Frauenhygiene ein. Denn female centric products bedeutet, die Kundinnen so gut zu verstehen, dass man ihre Wünsche vorhersehen kann, bevor diese sie überhaupt äußern!

Welchen hohen Stellenwert ihre Community für die Gründerinnen hat, wie wichtig Produkt- und Brandentwicklung zur gleichen Zeit sind und was Kathi und Kristine für die Zukunft planen, das erfahrt ihr in der aktuellen Folge von „Thanks for Shopping!“.

Jetzt reinhören!

DIESEN ARTIKEL TEILEN

Unsere letzten Beiträge


fynax. Flow digital.

LinkedIn Profil
Vernetze dich auf LinkedIn mit fynax
FOLLOW @FYNAX
Facebook Feed
Vernetze dich auf Facebook mit fynax
FOLLOW @FYNAX

FYNAX NEWSLETTER

So geht E-Commerce.

Der fynax Newsletter

Mit der Registrierung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

© Harbucks via iStock

Wer an E-Commerce denkt, hat dabei meist Geschäftsmodelle im Kopf, die sich an Endkund:innen richten. Besonders der D2C-Trend, bei dem Hersteller direkt und ohne Zwischenhandelsstationen an die Verbraucher:innen verkaufen, wird immer populärer.

Dennoch sehen nicht wenige Markteinschätzungen ein noch deutlich höheres Potenzial für den E-Commerce im B2B als im B2C. Ein Grund dafür ist unter anderem, dass der B2B-Handelssektor zu großen Teilen noch immer auf altmodische Vertriebswege (etwa gedruckte Kataloge) setzt. Es sind also viele Marktanteile im digitalen Segment zu erobern.

Der B2B-Sektor ist damit wahnsinnig interessant für Onlinehändler:innen. Wenn du da durchstarten möchtest, dann solltest du genau wissen, welche Chancen im B2B-Handel noch ungenutzt im Verborgenen liegen. Garniert mit einigen Zahlen und Daten findest du in diesem Blog heraus, inwiefern sich der Vertriebsweg für dich lohnen könnte.

Was ist B2B-E-Commerce und wie entwickelt er sich derzeit?

Im B2B verkaufen Unternehmen ihre Produkte und Services an andere Unternehmen. Ein stationärer Großhandel ist ebenso im B2B-Bereich tätig wie ein kleiner Shop, der an private wie auch gewerbliche Kund:innen verkauft.

Der B2B-E-Commerce ist ein Billionen-Markt. Einer Studie des IFH Köln zufolge betrug das gesamte Marktvolumen im Jahr 2018 bereits 1,3 Billionen Euro. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass sich das Wachstum im Laufe der 2020er Jahre noch deutlich beschleunigen wird.

Damit du ein Stück von diesem gewaltigen Kuchen abbekommen kannst, musst du erstmal verstehen, wie der E-Commerce im B2B-Bereich funktioniert. Es handelt sich um einen Ausschnitt aus der gesamten Welt des B2B, der immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Strenggenommen schränkt die B2B-E-Commerce-Definition den Markt auf digitale Absatzkanäle ein. Allerdings gibt es hier verschiedene Handelsmodelle:

  • B2B-Handel über den eigenen Onlineshop
  • B2B-Handel über Marktplätze
  • B2B-Handel über integrierte Beschaffungsplattformen
  • improvisierte Absatzstrategien über die eigene Website

Wie zeichnet diese Handelsplattformen im Einzelnen aus?

Onlineshops

Der B2B-Handel über einen eigenen Onlineshop verspricht hohe Margen und eine einfache Abwicklung der Bestellungen. Allerdings eignet sich dieses Handelsmodell eher für fest bepreiste Waren und weniger für individuelle Leistungen. Inzwischen gibt es zwar technische Lösungen, um Kund:innen die Möglichkeit zu geben, direkt auf der Website maßgefertigte Produkte zu bestellen, doch dies ist mit einer nicht unerheblichen Investition verbunden.

Marktplätze

Viele B2B-Händler:innen erhoffen sich einen Uplift ihrer Sales, indem sie ihre Produkte auf Marktplätzen anbieten. Hier ist zwischen Marktplätzen zu unterscheiden, bei denen die Kund:innen direkt bestellen können (zum Beispiel Amazon Business) und Marktplätzen, die nur als Vermittler fungieren und keine Bestellabwicklung ermöglichen.

In jedem Fall musst du hier genau abwägen, ob der theoretische Gewinn an Reichweite den Verlust an Marge kompensieren kann. Häufig werden besonders allgemeine Marktplätze etwas überschätzt, weil die Sichtbarkeit teuer mit Werbeanzeigen eingekauft werden muss und man sich als Händler:in zudem in einen extremen Preiskampf begibt.

Integrierte Beschaffungsplattformen & EDI (Electronic Data Interchange)

Bei regelmäßiger und enger Zusammenarbeit mit größeren Abnehmer:innen, welche für den B2B-Handel durchaus typisch ist, bietet sich die Bereitstellung integrierter Beschaffungsplattformen an. Über einen sogenannten EDI (Electronic Data Interchange) kann eine Verknüpfung mit ERP-, Procurement- & Warenwirtschaftssystemen erfolgen, die kund:innenseitig im Einsatz sind.

So lassen sich nicht nur Bestellungen standardisieren und Arbeitsabläufe beschleunigen. Du erreichst obendrein eine stark verbesserte Kund:innenbindung. Denn wer erstmal eine integrierte Beschaffungsplattform angedockt und einen reibungslosen Bestellprozess aufgesetzt hat, wird nicht alles wieder verwerfen, nur weil andere B2B-Verkäufer:innen gerade mit Sonderkonditionen locken.

Nicht automatisierte digitale Absatzstrategien

Etwas unklar ist die Frage, ob Anbahnungen von Sales über eine Website ohne ein konkretes B2B-E-Commerce-System auch dazugezählt werden. Im Endeffekt handelt es sich dabei zwar um Verkäufe, die direkt über das Internet zustande kommen, aber nicht automatisch abgewickelt werden können. Sie stellen somit eine Art Hybrid-Lösung dar.

Sollte dein B2B-Unternehmen bisher auch nur über eine „Visitenkarte im Internet“ verfügen und keine direkten Transaktionen über Shop, Plattformen oder ähnliche Lösungen ermöglichen, solltest du auf jeden Fall über eine Aufrüstung nachdenken.

Was sind die Unterschiede zwischen B2B und B2C?

Sich dessen genau bewusst zu sein, was B2C- von B2B-E-Commerce voneinander unterscheidet, ist sehr wichtig. Es kommt nämlich darauf an, die Bedürfnisse der potenziellen Kund:innen bestmöglich zu verstehen, und die unterscheiden sich bei B2C und B2B gewaltig:

  • Während im B2C der Fokus darauf liegt, einzelne Produkte an diverse Käufer:innen zu verschicken, sind die Bestellungen im B2B meist deutlich gebündelter und mengenmäßig umfangreicher.
  • B2C-Kund:innen zeigen kaum Interesse an Mengenrabatten jenseits des üblichen Bedarfs. Im B2B-Segment hingegen stellen derartige Staffelpreise einen zentralen Kaufanreiz dar. Zudem ist es im B2B wichtig, dass Nachbestellungen einfach erfolgen können – gern auch mit einer langfristigen Planung.
  • Die Gewinnung von Neukund:innen unterliegt im B2C anderen Regeln und Erfolgskennzahlen als im B2B. Das geht schon einmal damit los, dass im B2C keine Kaltakquise erlaubt ist, während die im B2B in einem gewissen Rahmen möglich ist.
  • Die Werbekosten pro Neukund:in, die B2B-Händler:innen zu zahlen bereit sind, fallen meist deutlich höher aus. Zufriedene B2B-Kund:innen können über die Zeit der Zusammenarbeit betrachtet Millionenumsätze bringen, was von einzelnen B2C-Kund:innen nicht zu erwarten ist.
  • Auch rechtlich gesehen gibt es einige Unterschiede. Ein großer „Nachteil“ für B2C-Onlineshops ist die sehr verbraucher:innenfreundliche Gestaltung des Widerrufsrechts bei Fernabsatzgeschäften. Die bekannte 14-Tage-Regelung findet bei gewerblichen Kund:innen keine Anwendung, was in die Preissetzung einkalkuliert werden kann.

Was brauchst du, wenn du in den B2B-E-Commerce einsteigen willst?

Wenn du als B2B-Händler:in im E-Commerce durchstarten möchtest, musst du nicht sofort eine umfangreiche IT-Infrastruktur bereithalten. Allerdings ist es ratsam, von Anfang an auf Systeme zu setzen, die sich später erweitern lassen.

Eine Website ist selbstverständlich. Entscheide dich aber nicht für Baukastensysteme von Jimdo, Wix & Co., da du im Laufe der Zeit weitaus mehr Funktionen benötigen wirst, als diese auf B2C ausgerichteten Anbieter bereithalten.

Als modular erweiterbare Shopsysteme, die sich auch für B2B-Zwecke anpassen lassen, haben sich folgende Anbieter etabliert:

  • Shopware
  • OXID eShop
  • Magento
  • Intershop

Zudem kann hier Shopify als SaaS-Lösung ebenso genannt werden. Dabei ist zu beachten, dass es sich nicht um Software handelt, die auf dem eigenen Server installiert wird. Somit liegt hier in gewisser Weise ein Plattform-Risiko vor.

Die Liste der Enterprise-Shopsysteme und expliziten B2B-Anbieter ist noch deutlich länger:

  • SAP Hybris
  • IBM Websphere
  • Salesforce Commerce Cloud
  • OroCommerce
  • IntelliShop
  • Electronic Sales
  • Sana Commerce

Für einen schlanken Start sind besonders Magento, Shopware oder Shopify empfehlenswert. Die relevanten Features, die ein B2B-E-Commerce benötigt, lassen sich hiermit gut umsetzen.

Wenn dein Geschäftsmodell erfolgreich wächst, kannst du die genannten Shopsysteme reibungslos an ein CRM-, ERP-, PIM- & Warenwirtschaftssystem andocken. So rüstest du dich für die Zukunft und kannst besonders bei Bestellungen von Großkunden, die Wert auf integrierte Beschaffungslösungen legen, punkten.

Fazit: Chancen und Risiken liegen eng beieinander

Der B2B-E-Commerce bietet eine Reihe an Vorteilen, denn du kannst nicht nur neue Umsatzpotenziale erschließen und Vermarktungschancen im Internet nutzen, sondern auch über integrierte Beschaffungsplattformen und Bestellsysteme eine erhöhte Kund:innenbindung erreichen.

Als Nachteil sind die Setup-Kosten zu nennen. Wenn du deine B2B-Plattform zu umständlich aufbaust und viele Ressourcen in die Entwicklung eines Shops investierst, ohne zuvor über eigene geeignete Vermarktungsstrategie nachzudenken, behindert das deinen Erfolg.

Zudem musst du sehr genau die Wahl deiner Absatzkanäle analysieren. Besonders der Verkauf über Marktplätze kann dich viel Marge kosten. Zudem zwingen dich die Marktplätze in starre Kategorien und sorgen somit indirekt dafür, dass du vor allem anhand deiner Preise mit anderen Wettbewerbern verglichen wirst.


DIESEN ARTIKEL TEILEN

Unsere letzten Beiträge


fynax. Flow digital.

LinkedIn Profil
Vernetze dich auf LinkedIn mit fynax
FOLLOW @FYNAX
Facebook Feed
Vernetze dich auf Facebook mit fynax
FOLLOW @FYNAX

FYNAX NEWSLETTER

So geht E-Commerce.

Der fynax Newsletter

Mit der Registrierung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

© dragana991 via iStock

Konsument:innenverhalten verstehen und beeinflussen: Was du über deine E-Commerce-Kund:innen wissen musst

Warum und wo kaufen Menschen welche Produkte? Dieses Mysterium ist sowas wie der Heilige Gral des E-Commerce. Seine Kund:innen zu verstehen, ist der Schlüssel zum Erfolg für jeden Onlineshop. Gar nicht so einfach, wenn direktes Feedback an der Ladentheke nicht möglich ist.

Also, wie verstehst du deine Kund:innen besser und bietest ihnen die Erlebnisse und Produkte, die sie tief im Innersten wollen? Dieser Blogbeitrag führt dich in die faszinierende Welt des Konsument:innenverhaltens ein.

Die Grundlagen des Konsument:innenverhaltens

Wir alle treffen jeden Tag (Konsum-)Entscheidungen. Was soll ich heute anziehen? Welches Parfüm könnte ich auftragen? Was werde ich zu Mittag essen?

Genau betrachtet stehen wir ständig vor der Wahl, dies oder das zu kaufen. Diese Entscheidungen, so unbedeutend sie auch scheinen mögen, bereiten Marketing-Expert:innen schlaflose Nächte. Denn wenn wir die Prozesse dahinter entschlüsseln, können wir diese Informationen nutzen, um unseren Umsatz gewaltig zu steigern.

Und das gelingt nur, wenn du das Konsument:innenverhalten studierst.

Was ist Konsument:innenverhalten und warum ist es wichtig für dich?

Untersuchungsgegenstand beim Kauf- oder Konsument:innenverhalten sind die Prozesse, die Verbraucher:innen bei der Auswahl, der Nutzung (beziehungsweise dem Konsum) und der Entsorgung von Produkten und Dienstleistungen anwenden. Das schließt emotionale, mentale und verhaltensbezogene Reaktionen ein.

In die Analyse des Konsument:innenverhaltens fließen Ansätze aus verschiedenen Wissenschaften ein, darunter Psychologie, Biologie, Chemie und Wirtschaft. All das zusammen hilft auch E-Commerce-Händler:innen, besser zu verstehen, warum sich Verbraucher:innen für ein Produkt und damit gegen ein anderes entscheiden. Es ist dieses Verständnis, das es dir ermöglicht, Produkte so zu präsentieren, dass deren Strahlkraft Kund:innen erreicht und sie zum Kauf bewegt.

Arten des Konsument:innenverhaltens

Kund:innen treffen ihre Kaufentscheidungen in der Regel auf der Grundlage vieler Faktoren, wie zum Beispiel ihrer individuellen Persönlichkeit, ihres Standorts oder ihrer Vorlieben. Wenn du die verschiedenen Verhaltensweisen der Verbraucher:innen kennst, kannst du besser verstehen, warum welche Produkte oder Dienstleistungen ausgewählt werden.

Wenn du deine Zielgruppe erforschst, kannst du Marketingstrategien entwickeln, die auf diese Kaufgewohnheiten ausgerichtet sind und so deinen Umsatz steigern. Die folgenden Arten des Konsument:innenverhaltens sind die grundlegende Verstehensbasis für das Kaufverhalten:

  1. Extensives Konsument:innenverhalten: Diese Art von Verhalten tritt auf, wenn es um teure, selten gekaufte Produkte geht. Die Verbraucher:innen sind sehr stark in den Kaufprozess und die vorangehende Recherche involviert, bevor sie sich entscheiden. Beispiele sind der Haus- oder Autokauf.
  2. Habitualisiertes Konsument:innenverhalten: Gewohnheitskäufe zeichnen sich dadurch aus, dass sich Verbraucher:innen nur wenig mit der Produkt- oder Markenkategorie beschäftigen. Ein simples Beispiel ist der Gang in einen bekannten, regelmäßig frequentierten Laden, um dort die bevorzugte Brotsorte zu kaufen. Rein gewohnheitsmäßiges Verhalten, ohne viel Nachdenken.
  3. Limitiertes Konsument:innenverhalten: Wenn Verbraucher:innen ein bestimmtes Produkt kaufen möchten, es aber nur wenige Marken gibt, die es anbieten, bedeutet das, dass nur limitierte Optionen zur Verfügung stehen. Diese werden allerdings genau untereinander verglichen. Gewählt wird dasjenige, welches den Bedürfnissen am meisten entspricht.
  4. Impulsives Konsument:innenverhalten: Menschen, die impulsive Kaufentscheidungen treffen, nehmen sich in der Regel wenig bis gar keine Zeit für die Auswahl eines Produkts. Häufig basieren diese schnellen Entscheidungen auf Faktoren wie Promi-Testimonials, Slogans, Logos oder Werbematerialien.
  5. Abwechslung suchendes Konsument:innenverhalten: In diesem Fall kaufen Verbraucher:innen ein anderes Produkt nicht deshalb, weil sie mit dem vorherigen unzufrieden waren, sondern weil sie Abwechslung suchen. Zum Beispiel, wenn sie neue Duschgel-Düfte ausprobieren, um mal etwas Neues in den Alltag einzubringen.

Es gibt noch so einige weitere Kategorien, die hilfreich sein können, zum Beispiel das sogenannte dissonanzmindernde Konsument:innenverhalten. Der entscheidende Punkt bleibt aber immer: Wenn du weißt, warum und wie deine Kund:innen Kaufentscheidungen treffen, kannst du dein Geschäftsmodell danach ausrichten und so mehr Kund:innen gewinnen sowie binden.

Bei dem dissonanzmindernden Konsument:innenverhalten sind die Verbraucher:innen stark in den Kaufprozess involviert, haben aber Schwierigkeiten, die Unterschiede zwischen den einzelnen Produkten derselben Gattung (etwa Teppiche, Rasenmäher oder Verlobungsringe) zu erkennen. Dissonanz (im Sinn von Unbehagen) kann nach dem Kauf auftreten, wenn die Verbraucher:innen wegen dieser Unsicherheit befürchten, dass sie ihre Wahl bereuen könnten. Dem kannst mit umsichtiger After-Sales-Kommunikation begegnen.

Welche Käufer:innentypen kann man unterscheiden?

Die beobachtbaren Verhaltensarten stehen mit bestimmten Typen von Käufer:innen in enger Verbindung. Deshalb ist es wichtig, auch diese zu kennen, um das eigene Angebot möglichst passgenau auf die Zielgruppe auszurichten. Meistens werden folgende Käufer:innentypen unterschieden:

  • Qualitätskäufer:innen, die nur nach Qualität oder auch rein emotional entscheiden. Jedenfalls spielt das verfügbare Budget bestenfalls eine untergeordnete Rolle.
  • Schnäppchenjäger:innen schauen vor allem auf die Preise und sind immer auf der Suche nach Sonderangeboten. Dabei geht es aber mitunter alles andere als rational zu. Bei diesem Typ setzt schon ein gefühltes Schnäppchen Glückshormone frei.
  • Bei Smart-Shopper:innen steht das Preis-Leistungs-Verhältnis im Vordergrund. Diese Verbraucher:innen informieren sich, wägen ab und gehen dorthin, wo man „das Meiste fürs Geld“ bekommt.

Einflussfaktoren auf das Konsument:innenverhalten

Es gibt zahlreiche Ansätze zur Erklärung des Verhaltens von Konsument:innen. Eine Systematik, die acht Konstrukte nennt, stammt von den Betriebswirtschaftlern Homburg und Krohmer:

  1. Aktivierung ist ein Begriff aus der Psychologie. Es geht dabei um durch Reize ausgelöste psychische Aktivitäten, die das Marketing zu beeinflussen versucht. Ein Beispiel ist die Reizminderung, um die sogenannte Bannerblindheit in der Onlinewerbung zu verhindern.
  2. Motivation beschäftigt sich damit, warum Verbraucher:innen so handeln, wie sie es tun. Ein bekanntes Werkzeug in diesem Zusammenhang ist die Bedürfnispyramide von Maslow, die stark vereinfacht sagt: Erst wenn ein Individuum seine Grundbedürfnisse (Nahrung, Sicherheit) befriedigt hat, richtet sich die Motivation auf Bedürfnisse wie Selbstverwirklichung.
  3. Dass Emotionen bei vielen Kaufentscheidungen eine entscheidende Rolle spielen, dürfte allgemein bekannt sein. Wer hat nicht schon mal ganz begeistert etwas gekauft und sich am nächsten Tag gefragt: wieso eigentlich?
  4. Involvement bezieht sich darauf, inwieweit Konsument:innen an ihren Wahlentscheidungen aktiv beteiligt sind. Dabei spielen die Arten des Kaufverhaltens, zum Beispiel impulsiv oder rein rational, wiederum eine Rolle. Das Marketing kann versuchen, entweder die Konsument:innen mehr zu involvieren oder bestimmte Strategien wie zum Beispiel Vertriebswege auf den vorgefundenen Grad des Involvements abzustimmen.
  5. Auch Einstellungen, im Sinne von innerer Haltung der Konsument:innen gegenüber bestimmten Produkten oder Dienstleistungen, kann das Marketing zu beeinflussen versuchen.
  6. Die Kund:innenzufriedenheit sollte nach Homburg und Krohmer so weit gesteigert werden, dass sich daraus Kund:innenloyalität ergibt. Allerdings sollte das auch nicht so weit gehen, dass sich bei den Kund:innen letztlich unerfüllbare Erwartungshaltungen bilden.
  7. Persönliche und gesellschaftliche Werte und Lebensstile, die durch diese geprägt werden, beeinflussen das Kaufverhalten natürlich auch. In diesem Zusammenhang sind ökologische Aspekte derzeit von höchster Bedeutung. So möchten Menschen beispielsweise bestimmte Nuss-Nougat-Cremes mit umweltschädlichem Palmöl vermeiden und Sandalen mit ökologischem Image bevorzugen.
  8. Bezüglich physischer, sozialer und kultureller Umweltfaktoren gibt es eine ganze Reihe von Ansätzen zur Erklärung von Konsument:innenverhalten. Gemeint sind hier zum Beispiel Nachahmer-Effekte oder die Wirkung, die Meinungsführer:innen wie Influencer:innen auf bestimmte Konsument:innengruppen haben.

Wie Digitalisierung und Covid-Pandemie das Konsument:innenverhalten verändern

Es ist kein Geheimnis, dass das Internet die Art, wie wir einkaufen, verändert hat. Aber auch die Corona-Krise hat einige interessante Veränderungen des Konsument:innenverhaltens zutage gefördert.

Digitalisierung und ROPO-Effekt

Im traditionellen Marketing gab es keinen Online-Abschnitt in der Customer-Journey. Wenn man etwas kaufen wollte, musste man irgendwie in persönlichen Kontakt mit Verkaufspersonal treten, um die Merkmale und Vorteile der Produkte zu besprechen.

Jetzt müssen Verbraucher:innen nur noch „[Produktname] Bewertung“ auf Google oder YouTube eingeben und auf „Enter“ tippen. Schon öffnet sich eine Seite mit Bewertungen und Vergleichen verschiedener Produkte. Mit anderen Worten: Die Verbraucher:innen recherchieren heute selbst im Internet.

Und da kommt der ROPO-Effekt ins Spiel. Das Akronym steht für „Research Online, Purchase Offline“ und beschreibt das Konsument:innenverhalten, sich im Internet über ein Produkt zu informieren, dann aber im Ladengeschäft zu kaufen.

Allerdings gilt dasselbe auch umgekehrt, also ROPO-Effekt im Sinne von Research „Offline, Purchase Online“. Im Extremfall gehen Verbraucher:innen in ein Geschäft und begutachten ein Kaufobjekt vor Ort, zücken das Smartphone, scannen das Produkt und kaufen noch im Laden woanders – eben online.

Mittlerweile ist ROPO als „Research Online, Purchase Online“ das dominierende Verhaltensmuster geworden. In all seinen Ausprägungen ist der ROPO-Effekt ein interessantes Beispiel für den Wandel im Konsument:innenverhalten.

COVID-19-Pandemie

Bestimmte Verhaltensweisen traten während der Corona-Pandemie in den Vordergrund. So zeigten sich etwa Zwangs-, Impuls- und vor allem Panikkäufe sowie das sogenannte Revenge-Shopping (Rache-Kauf) als Bewältigungsstrategien.

Von Panikkäufen spricht man, wenn Verbraucher:innen aufgrund von negativen Gefühlen wie Furcht, Angst und Ungewissheit im Zusammenhang mit einer Krise oder einem Störfall mehr kaufen als gewöhnlich. Wir erinnern uns alle mit Schrecken an die leeren Toilettenpapier-Regale.

Revenge-Shopping klingt rabiat; es ist zu beobachten, wenn Geschäfte nach Lockdown-Maßnahmen wieder geöffnet werden. Insbesondere trifft das auf Stores für Luxuswaren zu. Kund:innen „rächen“ sich für die lange ausgebliebene Möglichkeit zu kaufen, indem sie mit einer „jetzt erst recht“-Mentalität umso mehr shoppen, sobald das wieder möglich ist.

Ein besonders eindrückliches Beispiel für Revenge-Shopping wird aus einem Hermès-Geschäft in Guangzhou, China, berichtet. Am ersten Tag nach der Schließung nahm der Store 2,7 Millionen US-Dollar ein. Die Verkäufe umfassten Lederwaren, Schals sowie Haushaltswaren, und obendrein eine mit Diamanten besetzte Birkin-Tasche.

So stellst du dich als Onlinehändler:in auf modernes Konsument:innenverhalten ein

Die Veränderungen im Konsument:innenverhalten, die durch die Digitalisierung ausgelöst und die Pandemie verstärkt und modifiziert wurden, sind gekommen, um zu bleiben.

Laut einer Studie von Accenture fällt der Anteil an Konsument:innen, die bereits folgende Verhaltensweisen zeigen (und auch planen, sie beizubehalten) so aus:

Die Verlagerung der Transaktionen in den Onlineraum wird begleitet von schwindender Brandloyalität und einem Wertewandel hin zu mehr nachhaltigen, regionalen und qualitativ hochwertigen Produkten. Du als Onlinehändler:in musst auf diese Veränderungen reagieren.

In erster Linie bedeutet das:

  • Kontinuierlich das Konsument:innenverhalten deiner Zielgruppe zu analysieren und zu verstehen.
  • Deine digitale Strategie immer wieder zu aktualisieren. Das schließt Maßnahmen wie die Aufnahme neuer Vertriebs- oder Marketingkanäle und die Anpassung des Marketings an das Konsument:innenverhalten ein.
  • Ein Werteversprechen machen: Als Folge der anhaltenden Krisen dürfte die „Geiz ist geil“-Mentalität, mit der Kund:innen sich jedes Jahr ein aktuelles Smartphone aus China oder jede Woche ein neues Outfit aus Bangladesch gönnen, weniger wichtig werden. Gewinner werden die E-Commerce-Händler:innen sein, die entsprechend auf nachhaltiges Konsument:innenverhalten reagieren.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Der Fokus sollte nicht so sehr darauf liegen, das Konsument:innenverhalten in deinem Sinne zu beeinflussen. Sondern vielmehr darauf, sich auf die Bedürfnisse der Kund:innen einzustellen.

Die hohe Kunst ist es herauszufinden, was den Kund:innen wirklich weiterhilft. Das ist nicht immer dasselbe wie das, was Kund:innen wollen. Aber eines ist klar: Dein Erfolg als Onlinehändler:in wird dann am nachhaltigsten sein, wenn es dir gelingt, mit deinem Angebot das Leben deiner Kund:innen tatsächlich in irgendeiner Weise leichter, besser, zufriedener zu machen.


DIESEN ARTIKEL TEILEN

Unsere letzten Beiträge


fynax. Flow digital.

LinkedIn Profil
Vernetze dich auf LinkedIn mit fynax
FOLLOW @FYNAX
Facebook Feed
Vernetze dich auf Facebook mit fynax
FOLLOW @FYNAX

FYNAX NEWSLETTER

So geht E-Commerce.

Der fynax Newsletter

Mit der Registrierung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

© scyther5 via iStock

Die Nutzungserfahrung, die Dein Shop bietet, die User-Experience, entscheidet über Deinen Erfolg als Händler:in. Wir zeigen Dir, worauf es bei der UX ankommt!

„UX“ im E-Commerce? Darum solltest Du Bescheid wissen!

Erinnerst Du Dich daran, wie ein Großteil der Onlineshops in den frühen 2000er Jahren aussah? Viele kleine Bereiche, erschlagende Menüs mit grellbunten Fonts oder Navigationskacheln, die einem kaputten Puzzle ähnelten. Heute würden solche Onlinepräsenzen zwar einige Erheiterung hervorrufen, aber ganz sicher keine Conversions.

Als Unternehmer:in oder Geschäftsinhaber:in weißt Du, dass die Nutzungserfahrung, die ein Shop bietet, eine entscheidende Rolle für dessen Erfolg spielt. Immer mehr Menschen shoppen immer mehr verschiedene Produkte online, und damit steigt auch die Bedeutung der sogenannten UX in den E-Commerce-Shops.

„UX” steht für User-Experience, also die Erfahrung, die Nutzer:innen mit einem Produkt, einem Service oder einer Website machen. Es ist ein Begriff, dem in den vergangenen Jahren immer mehr eine Schlüsselrolle im E-Commerce zukam.

Zwar wird die UX überwiegend von Website-Designer:innen oder -Texter:innen umgesetzt. Doch ist es für Dich als E-Commerce-Unternehmer:in wichtig, die Bedeutung und die Auswirkungen der UX auf Dein Geschäft zu kennen.

Bei der Ausgestaltung der User-Experience in Deinem E-Commerce geht darum, Frustmomente beim Nutzen Deines Shops zu eliminieren und optimale Grundlagen für einen motivierenden Flow in der Customer-Journey zu legen.

Es gilt das gleiche Prinzip wie beim Jobs-to-be-done-Ansatz: Ein erfolgreiches E-Commerce-Unternehmen orientiert sich bei der Ausgestaltung seiner Produkte and Services an den Bedürfnissen seiner Kund:innen. Die User-Experience überträgt diesen Grundsatz auf das Shopping-Erlebnis und sorgt dafür, dass die Erfahrungen Deiner Kund:innen auf Deiner Website ebenfalls alle Bedürfnisse an ein rundes, befriedigendes Nutzungserlebnis erfüllen.

„Wenn du ein großartiges Erlebnis schaffst, erzählen sich die Kund:innen gegenseitig davon. Mundpropaganda ist sehr mächtig!“

– Jeff Bezos, CEO Amazon

Aber was genau macht die User-Experience letztlich aus, und wie wirkt sie sich auf den Erfolg Deines E-Commerce-Unternehmens aus? Was sind die Elemente einer guten UX? Und was sind die Schritte, um sie zu implementieren?

Was ist UX und wie beeinflusst sie Deine E-Commerce-Website?

Die drei Säulen des Erfolgs eines E-Commerce-Unternehmens sind die folgenden:

  1. Ein großartiges Produkt, das den Bedürfnissen der Kund:innen entspricht.
  2. Hochwertige Inhalte und Designs auf der E-Commerce-Plattform.
  3. Eine befriedigende Erfahrung bei der Benutzung der Website, die die verschiedenen Bedürfnisse der Kund:innen erfüllt: einfaches Auffinden aller benötigten Informationen, komfortable Auswahl von möglichen Lösungen, geschmeidiges, irritationsfreies Kauferlebnis, kurz: eine positive User-Experience.

Spezifischer, und für Dich relevanter, bedeutet das:

User-Experience ist die Summe der Erfahrungen und Gefühle der Nutzer:innen, nachdem sie mit Deiner Website interagiert haben. Großartige UX sorgt für Websites, die ausgefeilt, detailliert und dennoch komfortabel bedienbar sind, wodurch sie so profitabel wie möglich sind.

Die allgemeine Nutzungserfahrung mit Deinem Shop macht den Unterschied zwischen zufriedenen und frustrierten Kund:innen aus:

Gute UX steigert die Verkäufe und Konversionsraten

E-Commerce-Shops, die ein gutes Nutzungserlebnis bieten, verzeichnen höhere Konversionsraten als solche, die bestimmte Frustmomente enthalten. Es hat sich gezeigt, dass bei schlechter User-Experience im Schnitt 76 von 100 Kund:innen zwar bis zum Check-out gehen, diesen dann aber nicht abschließen. Man spricht hier vom Cart-Abandonment.

Gute UX verbessert die Kund:innenbindung

Ein schlechtes Nutzungserlebnis kann Kund:innen von Deinem Geschäft weg und zu den Websites der Konkurrenz treiben. Tatsächlich teilen 90 % der Kund:innen ihre negativen Erfahrungen online mit anderen. Nicht nur kehren sie also möglicherweise nie wieder auf Deine Website zurück, sie halten auch andere davon ab, sie überhaupt aufzusuchen.

Darum ist es so wichtig, dafür zu sorgen, dass sich Besucher:innen Deiner Website und Kund:innen Deiner Marke wohlfühlen. Nicht nur ermutigst Du sie dazu, auch in Zukunft wieder bei Dir einzukaufen, Du motivierst sie auch dazu, kostenlos Werbung für Dich im Bekanntenkreis zu betreiben.

Gute UX reduziert die Absprungrate

Die Absprungrate bezeichnet die Anzahl der Besucher:innen, die Deine Website unmittelbar nach dem Aufrufen wieder verlassen. Eine hohe Absprungrate kann verschiedene Ursachen haben, z. B. schlechtes Design oder verwirrende Navigationselemente. Webnutzer:innen sind ungeduldig, denn der nächste Shop ist immer nur einen Klick entfernt. Bietest Du hingegen eine angenehme Nutzungserfahrung, verweilen Besucher:innen gern länger auf Deiner Site – das belohnen Google und Co. mit guten Rankings, wodurch wiederum mehr Menschen den Weg durch Deine virtuelle Ladentür finden.

Die Elemente einer guten User-Experience

So weit die Theorie. Was gehört denn nun konkret zur UX? User-Experience kann man in vier Kategorien unterteilen:

  1. Utility / Nützlichkeit
  2. Usability / Gebrauchstauglichkeit
  3. Accessability / Barrierefreiheit
  4. Desirability / Erwünschtheit

„Utility“ und „Usability“ sind dabei eng miteinander verwandt und bilden zusammen die „Usefulness“, die Zweckmäßigkeit.

1.      Utility

Utility beantwortet die Frage, ob Deine E-Commerce-Website die Elemente bereitstellt, die die Kund:innen erwarten: Dazu gehören also etwa ein Check-out-Prozess, attraktive und informative Produkt-Präsentation und eine hohe Qualität der bereitgestellten Informationen.

2.      Usability

Usability beschreibt, wie klar und einfach gestaltet die Nutzung der Website ist. Es geht hier darum, die Kund:innen möglichst ohne ärgerliche Stolpersteine und unnötige Umwege zum Kauf zu leiten.

Was Deine Kund:innen vom E-Commerce erwarten, ist ein Erlebnis, das schnell, einfach und bequem ist. Wenn Du ihnen das nicht bietest, werden sie woanders danach suchen.

Die wichtigsten Strategien dabei sind:

  • Einfache und intuitive Navigation.

Hier ist es entscheidend, wie schnell Nutzer:innen finden, was sie suchen. Kategorien und Produkte müssen logisch organisiert sein. Jedes Element der Website (Texte, Bilder, Links, Schaltflächen, etc.) sollte gut durchdacht sein und einzig und allein dem Zweck dienen, zu informieren – nicht zu verwirren.

  • Eine leicht zu findende und stabile Such-Funktion für die ganze Seite.
  • Optimale Darstellung der Inhalte für mobile Endgeräte.
  • Übersichtliche und schnelle Check-out-Transaktion mit möglichst wenigen Klicks.
  • Mikro-Interaktionen, die unterstützen, ohne aufdringlich zu wirken.
  • Website-Texte und CTAs, die für eine User Experience mit dem gewissen Flow optimiert sind.
    Im Einzelnen bedeutet dies, dass zum Beispiel Schaltflächen kurz, klar und präzise beschriften werden und aufzeigen, was beim nächsten Schritt geschieht: Statt „Next“ lesen Besucher:innen etwa „Download E-Book“. Dazu gehört auch, dass Texte informativ, aber einfach verständlich sind, in der Sprache der Kund:innen verfasst. Du musst also genau verstehen, ob Du Inhalte für B2C-Kund:innen ohne tiefergehendes Vorwissen oder etwa für B2B-Spezialist:innen aufbereitest.

3.      Accessability

Die Bedeutung der Barrierefreiheit für Onlinepräsenzen wurde in den letzten Jahren immer klarer und wichtiger. Das hat mittlerweile auch Auswirkungen auf die Bewertung der SEO einer Website. Dieser Gedanke verfolgt den Anspruch, dass das Internet und seine Inhalte für so viele Menschen wie möglich nutzbar sein sollten, also auch für Personen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen.

Konkret geht es dabei um

  • visuelle,
  • auditive und
  • physiologische Barrieren.

Der Abbau visueller Barrieren hat das Ziel, die Nützlichkeit der Website nicht zu stark an Farben auszurichten, da dies Nutzer:innen mit einer Farben- oder einer Rot-Grün-Sehschwäche Schwierigkeiten bereiten könnte.

Auditiv barrierefreie UX adressiert Personen mit eingeschränktem Hörvermögen. Menschen, die nur eingeschränkt oder gar nicht hören können, benötigen Alternativen für die Audiowiedergabe auf Webseiten. Für Menschen mit Hörbehinderungen werden Informationen als Text angezeigt. Videos blenden dementsprechend Untertitel ein.

Physiologische Barrieren betreffen Einschränkungen der Feinmotorik. In diesem Bereich ist es wichtig, die für die Nutzung relevanten Schaltflächen und Links nicht zu klein zu gestalten, speziell die klickbaren Flächen der Navigation.

4.      Desirability

In puncto Desirability geht es darum, Deine E-Commerce-Website designerisch ansprechend zu gestalten, sodass sie bei den Kund:innen ein gutes Gefühl erzeugt. Warum das Design so wichtig ist? Gemäß einer Studie von Adobe verlassen mehr als ein Drittel der Besucher:innen eine Website schon allein deshalb gleich wieder, weil sie diese als optisch unattraktiv empfinden.

Fazit

Wenn Du die richtigen UX-Design-Strategien mit einer starken E-Commerce-Website kombinierst, kannst Du eine nutzungsfreundliche Website anbieten, die den Einkauf einfach und angenehm macht. Loyale Nutzer:innen, die Deiner Website treu bleiben, sind vor allem eines: profitabel. Sie sorgen für fortlaufende Umsätze und wirken wie Magnete auf potenzielle Neukund:innen.

Kurz gesagt: Eine smart aufbereitete, motivierende User-Experience bringt Geld. Es lohnt sich also allemal, die dafür nötige Zeit, Energie und Planung aufzubringen.


DIESEN ARTIKEL TEILEN

Unsere letzten Beiträge


fynax. Flow digital.

LinkedIn Profil
Vernetze dich auf LinkedIn mit fynax
FOLLOW @FYNAX
Facebook Feed
Vernetze dich auf Facebook mit fynax
FOLLOW @FYNAX

FYNAX NEWSLETTER

So geht E-Commerce.

Der fynax Newsletter

Mit der Registrierung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

© Tirachard via iStock

E-Commerce-Logistik: Worauf du bei Aufbau und Pflege deiner Lieferketten achten musst

Gerade im E-Commerce ist die Logistik neben den Sales das A und O. Schließlich stellt sich der Verkaufserfolg erst dann ein, wenn die bestellte Ware auch den Weg zu den Kund:innen findet. Da du sicherlich daran interessiert bist, dass dein Shop wächst, stellt sich zwangsläufig die Frage, wie du ab einer bestimmten Größe deine Lieferketten von A bis Z einrichtest, damit sie stets sinnvoll, effizient und kostengünstig funktionieren.

Worauf kommt es also bei der E-Commerce-Logistik an?

Was ist E-Commerce-Logistik, was gehört alles dazu?

Allgemein versteht man unter Logistik den gesamten Prozess von Beschaffung, Lagerung und Transport von Ressourcen zu ihrem endgültigen Bestimmungsort. Vereinfacht ausgedrückt wird die Logistik im E-Commerce mit dem Ziel gemanagt, die erforderliche Menge eines Produkts zur passenden Zeit zur Verfügung zu haben und sie pünktlich an die richtigen Kund:innen zu liefern.

Die einzelnen Schritte in der E-Commerce-Logistik rund um Bestandsmanagement und Fulfillment („Picking, Packing, Shipping“) sind:

  • Wareneingang inklusive Einbuchung ins Warenwirtschaftssystem
  • Lagerhaltung
  • Kommissionierung (Pick) nach Bestelleingang
  • Verpackung (Pack) und Versand (Ship) inklusive Tracking
  • Retourenmanagement

Die Kosten für die Logistik im E-Commerce können erheblich sein. Bei Onlineshops muss man bisweilen von 20 bis 40 Prozent des gesamten Umsatzes ausgehen. Das lässt natürlich die Gewinnmargen dahinschmelzen. Deshalb ist die E-Commerce-Logistik für viele Händler:innen eine besondere Herausforderung.

Was macht eine gute E-Commerce-Logistik aus?

Logistik im E-Commerce ist aber nicht nur aus Sicht der Shopbetreiber:innen ein Thema. Als zu teuer empfundene Versandkosten sind einer der häufigsten Gründe für hohe Abbruchraten aufseiten potenzieller Käufer:innen. So manche Konsument:innen sind sogar überhaupt nicht bereit, Versandkosten zu zahlen. Und: Warten wollen sie noch viel weniger.

Deshalb kommt es auf größtmögliche Effizienz und Geschwindigkeit an. Alle Komponenten deiner E-Commerce-Logistik-Lösung müssen optimal aufeinander abgestimmt sein. In erster Linie stehen dabei die folgenden Bausteine im Fokus:

Lager

Das Lager ist ein zentrales Zahnrädchen im klassischen Onlinehandel, der nicht auf Dropshipping setzt. Viele Prozesse wie die Warenannahme, Lagerung oder Verpackung finden dort statt. Es ist also wichtig, dass dein Lager in Ordnung ist und alle verwalterischen Aufgaben wie in einem fein abgestimmten Uhrwerk ineinandergreifen. Dazu gehören Aspekte wie:

  • optimierte Raumnutzung
  • Methoden zur Erkennung und Vorbeugung von Problemen bei Infrastrukturen und Abläufen
  • ein Scansystem, mit dem du den Bestand sortieren, überwachen und klassifizieren kannst

Wareneingang

Ein gut getimter Wareneingang ist ein bestimmender Faktor für die Reaktionszeit auf Bestellungen. Die Synchronisierung der internen Abläufe mit dem Einkauf ist von grundlegender Bedeutung. Dafür sind diverse laufende Maßnahmen erforderlich:

  • Waren bei ihrem Eintreffen etikettieren
  • Qualitätskontrollen an Produkten und Verpackungen durchführen
  • die Übereinstimmung der Waren mit den bestellten Artikeln überprüfen

Lagerbestand

Der Lagerbestand muss zu jeder Zeit transparent sein. Um die Bestände überwachen zu können, solltest du alle Artikel von Ein- bis Abgang tracken. Ein Warenwirtschaftssystem mit den entsprechenden Schnittstellen erleichtert diese Aufgabe entscheidend.

Versand

Der Versand ist nach Kommissionierung und Verpackung die mit Abstand heikelste Prozessphase der E-Commerce-Logistik. Wenn du deinen Versand auslagerst, besteht die Herausforderung darin, die Vorbereitung des Pakets mit der Ankunft des Dienstleisters zu synchronisieren. Dafür müssen:

  • Kommissionier- und Packlisten organisiert,
  • Versandetiketten und Rechnungen gedruckt,
  • die Pakete gewogen und vermessen sowie
  • die Kund:innen über den Versandstatus auf dem Laufenden gehalten werden.

Tracking

Die Sendungsverfolgung ist eines der Features, das Kund:innen am meisten nachfragen. Dabei tritt häufig das Problem auf, dass das Tracking über die Website des Kurierdienstes erfolgt. Das führt schnell zu einer unbefriedigenden Einkaufserfahrung, insbesondere wenn Kund:innen mehrere Bestellungen gleichzeitig verfolgen möchten.

Retouren-Management

Das Retouren-Management ist ein Teilbereich der Logistik im E-Commerce, der einen Shop viel Zeit und sogar potenziell Umsatz kosten kann. Tatsächlich sind Retouren einer der zentralen Punkte, auf den Kund:innen achten, bevor sie kaufen. Eine transparent kommunizierte Rückgabepolitik bedeutet nicht nur einen Wettbewerbsvorteil für Händler:innen, sondern ist auch zur Minimierung der Logistikkosten notwendig.

Welche E-Commerce-Logistik-Lösungen gibt es?

Die Entscheidung, wie du in der Praxis deines E-Commerce die Logistik abwickelst, ist immer eine Abwägung von Effizienz, Kund:innenerlebnis und Kosten. Dabei existieren verschiedene Möglichkeiten zwischen den beiden Polen, die Logistik entweder komplett selbst zu erledigen oder vollständig an einen Dritten outzusourcen (sogenannte 3PL – Third-Party Logistics). Die wichtigsten sind:

  • Komplett eigenständige Abwicklung kommt in der Regel nur für kleine Shops oder Start-ups infrage. In diesen Szenarien kann es noch am ehesten sinnvoll sein, alles inhouse selbst abzuarbeiten.
  • Externe Versanddienstleister kommen ins Spiel, sobald Warensortiment und Bestellvolumen anwachsen.
  • E-Fulfillment-Dienstleister: Kund:innen erwarten einen schnellen und günstigen Versand sowie eine positive Erfahrung bei der Lieferung auf der letzten Meile. E-Commerce-Fulfillment kann mit Hilfe von digitaler Technologie die Logistikabläufe optimieren und Prozesse automatisieren, um menschliche Fehler zu reduzieren und eine höhere Auftragsgenauigkeit zu fördern. Allerdings empfiehlt sich angesichts der dafür notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen die Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Dienstleister.
  • Dropshipping, auch Streckengeschäft genannt, funktioniert so: Du als Händler:in nimmst in deinem Shop Bestellungen entgegen, die dann aber direkt von den Hersteller:innen beziehungsweise Lieferant:innen an die Endkund:innen versandt werden. Als Shop-Betreiber:in hast du also mit der „Strecke“, der eigentlichen E-Commerce-Logistik, gar nichts zu tun. Insgesamt spart Dropshipping Lager- und Transportkosten, macht aber auch abhängig von der Schnelligkeit und Qualität externer Partner.
  • Automatisierte Logistikprozesse: Hier geht es um cloudbasierte Plattformen, die alle an der E-Commerce-Logistik beteiligten Akteure in Echtzeit verbinden und Prozesse wie Beauftragung von Transportdienstleistung, Drucken von Versand- und Retourenlabels oder Anzeigen des Sendungsstatus so weit wie möglich automatisieren. Je nach individueller Situation könnte sich ein Blick auf diese Plattformen für Händler:innen lohnen.

Die Vor- und Nachteile der Abwicklungsoptionen im Überblick:

 VorteileNachteile
Inhouse-AbwicklungVolle LogistikkontrolleHoher Personal- und Zeitaufwand
Externer VersandMacht Skalierung des Geschäftsmodells erst möglichUnter Umständen geringere Gewinnmarge durch höhere Kosten
E-Fullfilment-DienstleisterUmfassende Outsourcing-LösungMargenwirksam, geringe Kontrolle über Kund:innenerlebnis
DropshippingGeringeres finanzielles RisikoKein Einfluss auf Versandprozess
Automation via PlattformZeitersparnisAbhängigkeit von Softwarelösung in der Cloud

5 Tipps für eine erfolgreiche E-Commerce-Logistik

Wie stellst du also deine E-Commerce-Logistik erfolgreich auf? Und wie kannst du dafür sorgen, dass sie dauerhaft effizient arbeitet? Die folgenden Tipps können hilfreich sein:

1.      Bedarfsplanung nicht vernachlässigen

Händler:innen, die schon länger am Start sind, stützen ihre Bestandsprognosen in der Regel auf historische Daten und persönliche Erfahrungen. Als Newcomer:in kannst du dir behelfen, indem du den Verkehr auf deiner Website oder die Aktivitäten in deinen Social-Media-Kanälen beobachtest.

So findest du häufig Hinweise auf eine sich ankündigende, höhere Nachfrage. Vergiss auch nicht, rechtzeitig Vorräte aufzubauen, um schnell auf saisonale Trends (zum Beispiel Winter- oder Sommeranfang), Feiertage und bevorstehende Sonderaktionen wie Black-Friday-Angebote reagieren zu können.

2.      Kompatible Tools und Strukturen einsetzen

Je umfangreicher sich die Anforderungen an die E-Commerce-Logistik gestalten, desto schwieriger wird es, das große Ganze im Blick zu behalten. Wenn dein Handel schnell wächst, musst du eventuell (zumindest vorübergehend) ad hoc Logistikkapazitäten wie zusätzliche Lagerfläche, Dropshipping-Strukturen oder mehrere Versandoptionen aufbauen.

Wenn diese Teile aber nicht gut miteinander kommunizieren, kann es schwierig sein, den Überblick zu behalten.

3.      Kostenlosen Versand anbieten

Kund:innen erwarten schnelle Lieferzeiten, wollen dafür aber nicht bezahlen. Marketingtechniken wie Mindestbestellmengen oder Aktionsartikel können dazu beitragen, die Zahl der Bestellungen zu erhöhen und den Skaleneffekt zu nutzen. Dann ist Disziplin an allen Punkten der Lieferkette gefragt, damit der kostenlose Versand zu einem Wettbewerbsvorteil und nicht zu einer finanziellen Belastung wird.

4.      Die letzte Meile priorisieren

Die meisten Verbraucher:innen beurteilen die gesamte Interaktion mit deinem Unternehmen anhand der Liefererfahrung. Eine nachhaltige Strategie für die letzte Meile muss deshalb ihre Erwartungen erfüllen und gleichzeitig ein Gleichgewicht zwischen Kosten und Ressourcenbedarf herstellen.

5.      Gutes Retourenmanagement sicherstellen

Die Verwaltung von Rücksendungen stellt in der E-Commerce-Logistik häufig eine große Herausforderung dar. Die durchschnittliche Rückgabequote in einem Ladengeschäft liegt bei unter 10 Prozent, im Onlinehandel können es über 30 sein. Vereinzelt (wie im Bekleidungsbereich) musst du dauerhaft mit einer Rücksendequote von 50 Prozent rechnen.

Um Rücksendungen richtig zu handhaben, solltest du sie als „reverse Logistik“ betrachten und mit der gleichen Sorgfalt wie den eigentlichen Kauf behandeln. Mit einigen cleveren Rückgaberichtlinien schaffst du Anreize für Käufer:innen, die darauf vertrauen können, dass sie nicht auf Produkten sitzen bleiben, die ihren Bedürfnissen nicht entsprechen. Wichtig dabei ist natürlich die Kostenkontrolle.

Du siehst, eine schlagkräftige E-Commerce-Logistik zu organisieren, ist nicht ganz einfach. Aber ohne geht es nicht. Zumindest eines ist sicher: Onlineshopper:innen werden immer anspruchsvoller, wissen guten Service aber auch immer mehr zu schätzen. Und die Logistik ist ein mächtiger Hebel in deinem Serviceerlebnis. Anstrengungen auf diesem Gebiet werden sich mehr als bezahlt machen.


DIESEN ARTIKEL TEILEN

Unsere letzten Beiträge


fynax. Flow digital.

LinkedIn Profil
Vernetze dich auf LinkedIn mit fynax
FOLLOW @FYNAX
Facebook Feed
Vernetze dich auf Facebook mit fynax
FOLLOW @FYNAX

FYNAX NEWSLETTER

So geht E-Commerce.

Der fynax Newsletter

Mit der Registrierung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

Kund:innenkommunkation via WhatsApp & Co – der neue Trend für die digitale Kund:innenbindung? LINK Mobility gelingt genau dies mit Mobile Messaging. Das 1999 in Oslo gegründete Unternehmen verbindet mit seinen Messaging-Lösungen Unternehmensprozesse aus den Bereichen Werbung, Information, Handel und Kund:innenservice miteinander.

„Wenn die Tür zu lange im Kühlhaus offensteht oder das Fließband stillsteht, kommen wir zum Einsatz und informieren unsere Kunden darüber, erklärt Philipp Albers, der seit Anfang des Jahres Teil des DACH-Bereichs ist und Erfahrungen aus 15 Jahren Hotellerie, Ticketing und Social Media mitbringt. „Aber auch im Marketing sind wir stark unterwegs“, so Albers. „Mit dem Black-Friday vor der Tür informieren wir Kunden sehr schnell über Promotions, die vielleicht nur ein ganz schmales Zeitfenster haben.“

Warum Kund:innenkommunikation via SMS, WhatsApp & Co. noch unterschätzt wird, welches Potenzial, aber auch welche Risiken dahinterstecken, das erzählt Philipp in dieser Folge „Thanks for Shopping!“

DIESEN ARTIKEL TEILEN

Unsere letzten Beiträge


fynax. Flow digital.

LinkedIn Profil
Vernetze dich auf LinkedIn mit fynax
FOLLOW @FYNAX
Facebook Feed
Vernetze dich auf Facebook mit fynax
FOLLOW @FYNAX

FYNAX NEWSLETTER

So geht E-Commerce.

Der fynax Newsletter

Mit der Registrierung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.

Unternehmen sollen von der Vielfalt profitieren – mit diesem Ziel berät die Digitalagentur synaigy ihre Kund:innen, um sie in ihrem Digitalbusiness erfolgreicher zu machen. Joubin Rahimi ist CEO des Unternehmens und kennt, dank seiner jahrelangen Erfahrung, die Bedürfnisse beider Seiten: von Kund:in und Entwickler:in. In der neuen Folgen des fynax-Podcasts „Thanks-for-Shopping“ sprechen unsere Hosts Saravanan Sundaram und Nadja Müller mit ihm über seinen Weg in die Selbstständigkeit.

Nach seinem Job in der IT und dem Aufbau einer Tech-Filiale in Rumänien, wechselte Joubin in die Beratung zu IBM und führte nebenbei seinen eigenen Onlinehandel. Als er gemerkt hat, dass er „nicht konzernkompatibel“ ist, gründete er 2011 mit synaigy sein eigenes Start-up, das mittlerweile 70 Mitarbeiter:innen beschäftigt. Mit dem Servicegedanken wollen sie Digitalthemen und Tech-Know-How bündeln und ihre Kunden von E-Commerce über CMS-Systemen bis hin zu Data Science ganzheitlich beraten. Statt der Hyperkonzentrierung steht für synaigy die Vielfalt im Vordergrund.

Mit welchem System sie sogar die digitale Körpersprache erkennen können, welche Rolle Personalisierung und Liveshopping spielen werden, wer die Kund:innen sind und welche Probleme sie mitbringen, das erzählt Joubin in dieser Folge „Thanks for Shopping!“.

DIESEN ARTIKEL TEILEN

Unsere letzten Beiträge


fynax. Flow digital.

LinkedIn Profil
Vernetze dich auf LinkedIn mit fynax
FOLLOW @FYNAX
Facebook Feed
Vernetze dich auf Facebook mit fynax
FOLLOW @FYNAX

FYNAX NEWSLETTER

So geht E-Commerce.

Der fynax Newsletter

Mit der Registrierung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.