Für Onlineshopper:innen ein Komfortparadies, für Onlinehändler:innen ein Garant für rauchende Fußsohlen: Morgens bestellt, mittags geliefert – das ist Same-Day-Delivery. Vor einigen Jahren war die Lieferung am Tag der Bestellung ein regelrechter Hype im E-Commerce. Wie sieht das heute aus? Wer bietet Same-Day-Delivery an, und musst du die Lieferung nach Speedy-Gonzalez-Manier in deinen Shopservice integrieren?
Kleiner Spoiler: Dieser Blogbeitrag nimmt den Fuß vom Gaspedal.
Der kurzlebige Hype um die Same-Day-Delivery
Im Jahr 2014 sah die Consulting-Firma McKinsey Same-Day-Delivery als den Game-Changer in der Einzelhandelslogistik an und prognostizierte, dass der Markt für taggleiche Zustellungen in Westeuropa bis 2020 auf etwa drei Milliarden Euro anwachsen würde.
Diese Vorhersage ist in sich zusammengefallen wie ein zu schnell aus dem Ofen geholtes Soufflee. DHL, DPD, Hermes – alle haben ihr Same-Day-Delivery-Angebot inzwischen wieder eingestampft.
Der Grund dafür ist simpel: Die Nachfrage ist nicht da. Die deutschen Konsument:innen sind gar nicht scharf darauf, alles am Bestelltag geliefert zu bekommen.
Umfragen zeigen immer wieder, dass Onlinekund:innen andere Faktoren viel wichtiger sind. Dazu zählen vor allem ein festes Lieferzeitfenster, Transparenz in der Paketnachverfolgung und ein allgemein guter Service.
Wann Same-Day-Delivery sinnvoll ist, wann nicht
Allerdings heißt das nicht, dass es keine Daseinsberechtigung für Same-Day-Delivery gäbe. Es kommt aber voll und ganz auf das Produkt an.
Lieferdienste wie zum Beispiel Gorillas machen das deutlich. Mit dem Slogan „Schneller als du“, bietet Gorillas die Lieferung von Lebensmitteln quasi als Same-Hour-Delivery innerhalb von Minuten an. Wenn du das Abendessen kochen möchtest und dir ein paar Zutaten fehlen, ergibt das ja auch Sinn. Next-Day-Delivery ist dann keine Option.
Dasselbe gilt für bestimmte Arzneimittel oder im B2B-Bereich für Bürobedarf wie Druckerpapier. Manche Dinge werden einfach schnell benötigt. Aber für die meisten Produkte lohnt sich Same-Day-Delivery weder für Kund:innen noch für Händler:innen.
Der Aufwand für den Handel ist enorm. Die Logistik kostet neben Organisationsaufwand viel Geld, was zumindest teilweise im Preis weitergegeben werden muss. Den zu zahlen sind die meisten Kund:innen aber nicht bereit, da der Nutzen zu gering ist.
Unter welchen Voraussetzungen können Händler:innen Same-Day-Service anbieten?
Am Ende des Tages ist Same-Day-Delivery also eine Frage der Wirtschaftlichkeit. Und zwar nicht nur für die Käufer:innen.
Für Händler:innen ist entscheidend, dass das Liefervolumen groß genug ist, um die Durchschnittskosten senken zu können. Vier Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um eine taggleiche Zustellung zu ermöglichen:
Die Produkte müssen lokal verfügbar sein: Same-Day-Delivery kommt eigentlich nur für Ballungszentren infrage, wo Lagerort und Absatzmarkt räumlich nah beieinander liegen.
Die IT muss sekundengenau arbeiten: Händler:innen brauchen einen Echtzeit-Überblick über ihre Lagerbestände, damit beim Bestellvorgang nur tatsächlich verfügbare Ware für Same-Day-Delivery angezeigt wird. Für die meisten Shop-Betreiber:innen bedeutet das zusätzliche Investitionen in ihre IT-Infrastruktur.
Die Kommissionier- und Verpackungsprozesse müssen rasant sein: Anbieter von Same-Day-Delivery haben die Erfahrung gemacht, dass erhebliche Investitionen in die Logistik erforderlich sind, um die Vorlaufzeit zu verkürzen. Und die Lernkurve ist steil. Einzelhändler:innen könnte die Einführung von Click and Collect als Vorstufe dienen, um zügige Abläufe einzuüben.
Lieferdienste brauchen höchste Agilität: Die Zustellung auf der letzten Meile muss flexibel genug sein, um Bestellungen ad hoc oder mehrmals am Tag abzuholen und zuzustellen.
Es zeigt sich also: Bevor Same-Day-Delivery erfolgreich gehandhabte Realität wird, sind hohe Hürden zu überspringen. Aber die gute Nachricht ist: Wenn du nicht ausgerechnet frischen Fisch verkaufst, dürfte Next-Day-Delivery gut genug sein.
Same-Day-Delivery ist ein gutes Beispiel dafür, dass Onlinehändler:innen nicht auf jeden Zug aufspringen müssen, der durch die E-Commerce-Landschaft rauscht.
Macht man sich gedanklich einfach mal von der 0-Uhr-Schranke, die zwei Tage voneinander teilt, frei, dann sieht die Sache ohnehin ganz anders aus. Sehr häufig werden Bestellungen, die spätestens am Vorabend eingehen, am nächsten Tag ausgeliefert.
Das ist dann formal Next-Day-Delivery. Aber da keine 24 Stunden vergangen sind, ist es faktisch Same Day. Vielleicht auch ein Grund, warum es sowohl für Kund:innen also auch für Händler:innen durchaus rational ist, die Mehrkosten für „echte“ Same-Day-Delivery zu scheuen.
Kategorie: E-Commerce|Von: bsadmin|Datum: 12. August 2022
Die Gurke ist zu krumm, das Etikett beschädigt oder das Mindesthaltbarkeitsdatum rückt gefährlich nahe – immer mehr Lebensmittel landen heutzutage im Müll noch bevor sie überhaupt den Supermarkt erreichen. Dass all das nichts mit der Genießbarkeit des Produkts zu tun hat, darum weiß auch unser Gast Alexander Holzknecht, Deutschlandchef von Motatos. Das deutsch-schwedische Unternehmen verkauft Lebensmittel zu einem kleinen Preis, die es aus verschiedenen Gründen nicht in den regulären Handel geschafft hätte und versucht so, den Umgang mit unserer gesellschaftlichen Lebensmittelverschwendung zu revolutionieren.
Im Gespräch mit unseren Podcast-Hosts Saravanan Sundaram und Nadja Müller beleuchtet Holzknecht das System, das hinter der Wegwerfgesellschaft steckt, deckt häufige Konsum-Irrtümer auf und erklärt, wie Motatos in der Verwertungskette eine klaffende Lücke zu füllen vermag. „Es gibt wahrscheinlich keinen Hersteller, der eine 100 prozentige Verwertungseffizienz hat“, so Holzknecht. Genau da setzt Motato an und bietet Überschuss und „Mangelware“ eine Plattform. Um ein effektives Zusammenspiel zwischen Lebensmittelherstellern und Plattformen wie Motatos zu optimieren, fordert Alexander Holzknecht vor allem mehr Transparenz auf dem Lebensmittelmarkt.
Wie das Unternehmen Nachhaltigkeit nicht nur als Verkaufsargument, sondern als festen Bestandteil der Unternehmens-DNA verankert hat, wie aus zerbrochenen Spaghetti SAVED-Fussili entstehen und warum Motatos so schnell erstmal nicht zum Multichannel wird, erfahrt ihr in der neusten Folge von „Thanks for Shopping“.
Lieferkettenprobleme begleiten uns nun schon eine ganze Weile. Anfang 2020 brachte die Covid-19-Pandemie den Welthandel weitgehend zum Erliegen. Im Jahr 2021 kamen der Handelskrieg zwischen China und den USA, die Folgen des Brexits, zunehmende globale Instabilität und ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften hinzu.
Ab Frühjahr 2022 haben der verheerende Krieg in der Ukraine, das Wiederaufleben von Omikron in China und zunehmender Preisdruck zu weiteren Lieferengpässen in Hunderten von Branchen geführt.
Wie ist im Sommer 2022 die aktuelle Lage? Welche Konsequenzen hat das Weltgeschehen für den E-Commerce und wie kannst du dich als Onlinehändler:in wappnen? Das erfährst du im aktuellen Blogbeitrag.
Welche Lieferschwierigkeiten gibt es, und warum?
Aktuell kann man sich kaum noch des Eindrucks erwehren, dass sich für die Weltwirtschaft ein perfekter Sturm zusammenbraut. Das Gemisch aus immer noch nicht ausgestandener Covid-Pandemie, Krieg in Europa, explodierenden Energiekosten sowie allgemein steigender Inflation, fehlendem Personal und häufigeren Cyber-Attacken auf Unternehmen rufen Sorgen hervor.
In der Praxis macht sich all das bemerkbar in:
weltweit überlasteten Häfen mit Schiffsstaus von Schanghai bis Rotterdam
Handelsunterbrechungen unter anderem durch einzuhaltende Sanktionen
zu geringen Frachtkapazitäten, zum Beispiel durch Verlust von Schiffen und Besatzungen
Die Folgen: Laut einer Umfrage des Münchner ifoInstituts im Februar 2022 klagen mehr als 76 Prozent aller Einzelhändler:innen über Lieferengpässe in Deutschland. Besonders düster sieht es im Fahrrad-, Spielwaren-, Kfz- sowie Möbelhandel aus.
Diese Krisenlage(n) sind dabei nur ein Problemaspekt unter vielen für den Onlinehandel. Ein weiterer, nicht minder bedeutsamer ist von grundsätzlicher, struktureller Natur: Auch ohne die akute Krise sind die globalen Lieferketten in den letzten Jahren immer komplexer geworden.
Heute greifen zahlreiche Transportmittel, Dienstleister und nationale Bestimmungen über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg wie Zahnräder ineinander. Das bedeutet wiederum potenzielle Flaschenhälse und unterbrochene Lieferketten, sobald sich an irgendeinem Punkt der Wertschöpfungskette ein Ausfall ereignet. Fällt ein Glied aus, stockt immer häufiger zwangsläufig der gesamte Prozess.
Ein aktuelles Beispiel: Erinnerst du dich an die Ever Given? Auch ohne Corona und Krieg hat das im Suezkanal festgefahrene Containerschiff die Lieferketten der Welt durcheinandergewirbelt – und das völlig im Alleingang, nur durch ein missglücktes Manöver.
Was bedeuten die Lieferschwierigkeiten für den E-Commerce?
Der Onlinehandel allgemein gerät durch die aktuelle Lage von zwei Seiten unter Druck. Einerseits geht durch die Lieferengpässe Business verloren. Andererseits sorgt die extrem schwierige politische Großwetterlage bei den Verbraucher:innen für Verunsicherung: Viele schwanken zwischen Zurückhaltung und Hamsterkäufen.
Martin Groß-Albenhausen, der Stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh), beschreibt die Lage so:
„Es gibt Unternehmen, die Versorger oder Lieferant von dringend benötigten Gütern sind und deshalb mehr Nachfrage erfahren, und solche, deren Sortiment für die Menschen aktuell kaum relevant erscheint. Diese schwer planbare Situation wird durch spürbare Störungen im Nachschub und ungebremsten Anstieg der Kosten für zahlreiche Rohstoffe, für Transportleistungen, Verpackungen, Energie oder andere Betriebskosten erschwert“.
Quelle: bevh, https://www.bevh.org/fileadmin/content/05_presse/Pressemitteilungen_2022/310522_Pra__sentation_Solingen.pdf Alt-Text: Schematische Darstellung der E-Commerce-Umsätze in Deutschland vom 01.04.–16.05.2022 (prozentuale Veränderung zum Vorjahreszeitraum). Caption: Auf einzelne Produkte heruntergebrochen wirkt sich das Szenario uneinheitlich aus. Während Bürobedarf in der ersten Hälfte des zweiten Quartals 2022 noch zweistellig gewachsen ist, hat das Segment „DIY & Blumen“ über 15 Prozent abgegeben.
Insgesamt bietet sich trotz dieser Unterschiede ein negatives Bild. Nach Zahlen des bevh ist der deutsche E-Commerce zwischen Anfang April und Mitte Mai 2022 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,7 Prozent geschrumpft. Mit einer Ausnahme: Waren des täglichen Bedarfs wie zum Beispiel Lebensmittel konnten ein Plus von 4,1 Prozent verbuchen.
Und trotzdem gibt es inmitten all der schlechten Nachrichten einen Hoffnungsschimmer für den Onlinehandel: Im Vergleich zu D2C-Konzepten (Direct-to-Consumer) und Multi-Channel-Anbieter:innen (die also neben dem Online- auch noch auf das Ladengeschäft setzen) zeigen sich Online-Pure-Player und Marktplätze als deutlich krisenfester.
Was können Händler:innen jetzt angesichts der Lieferengpässe tun?
Die Quintessenz alles Gesagten in zwei Worten: toughes Marktumfeld! Aber wie bleibst du trotzdem erfolgreich?
Erster Tipp: Don´t panic! Dies ist nicht die erste Krise und wird auch nicht die letzte sein.
Zweiter Tipp: Wenn der Laden mal nicht läuft, gibt es ein paar zeitlose Evergreen-Lösungsansätze, die du stets im Blick behalten solltest, wie zum Beispiel:
Das Fernglas auspacken: In einer Krisensituation passiert es schnell, dass man nur noch hektisch damit beschäftigt ist, Brände zu löschen. Aber gerade dann sind Weitsicht und vorausschauende Planung entscheidend. Analysiere zunächst deine spezifische Situation genau und stell dann rechtzeitig die Weichen. Zum Beispiel solltest du jetzt schon ans Jahresendgeschäft denken. Das ist die stärkste Umsatzphase des ganzen Jahres – welche Güter brauchst du dann, inwiefern kannst du sie schon jetzt lagern oder vorbereiten, um in der Hochphase nicht von Zulieferern abhängig zu sein, sondern selbst liefern zu können?
Das Profil schärfen: In Zeiten fallender Umsätze ist die reflexartige Reaktion vieler Händler:innen, die Marketingausgaben zu kürzen. Schließlich muss gespart werden! Stimmt schon. Aber nicht am falschen Ende. Jetzt ist die Zeit, die Marke zu stärken, ins Newsletter- oder Video-Marketing einzusteigen und sich geschickt zu positionieren.
Hintergrundprozesse optimieren: Alles, was sonst immer liegen bleibt, kann in der Krise nachgeholt werden. Beispiel: Wenn du eigentlich weißt, dass deine IT nicht State of the Art ist, schon gar nicht resilient genug, um eine Hackerattacke zu überstehen, dann kannst du solche Rückstände jetzt aufarbeiten. Einer der wichtigsten Aspekte in diesen Zusammenhang ist es, an der konsequenten Digitalisierung der Lieferketten zu arbeiten. Gerade im E-Commerce, wo die Kund:innen Wert auf Schnelligkeit und Transparenz legen, sind die Nachverfolgbarkeit in Echtzeit und das rechtzeitige Melden von Verzögerungen essenziell.
Und der dritte Tipp: Spezifische Maßnahmen ins Auge fassen, um den Lieferketten-Engpässen zu begegnen. Dazu gehören:
Preiserhöhungen weitergeben
Neue Lieferant:innen suchen
Lagerbestand erhöhen
Und wenn gar nichts mehr geht und du nur hoffen kannst, dass deine Lieferzeit bei acht Wochen stehenbleibt: Ehrlich währt dann am längsten! Sollte die Misere bei dir zuschlagen, sind Transparenz und offene Kommunikation angesagt. Erkläre deinen Kund:innen die Situation und bitte um Verständnis. Vielleicht wirst du überrascht sein, wenn dir inmitten der Krise Empathie begegnet.
Kategorie: E-Commerce|Von: bsadmin|Datum: 13. Juli 2022
Wie viele Dinge das Internet in welch unglaublichem Maße vereinfacht hat, können nur diejenigen, die in der Zeit „vor dem Internet“ aufgewachsen sind, wirklich nachvollziehen. Sprechzeiten von Praxen in der Stadt oder Daten für Schulreferate mussten wir uns einst vor Ort und in Bibliotheken zusammensammeln.
Wer jedoch heute auf der Suche nach Informationen jedweder Art ist, findet im Internet übersichtliche Datensammlungen und unzählige gut recherchierte Beiträge, die genau die Fragen beantworten, die man sich gerade stellt. Aber wie können Websites, die einfach „nur“ Informationen bereitstellen, eigentlich Geld verdienen? Zum Beispiel durch eine Kooperation mit dir. Das ist das sogenannte Affiliate-Marketing.
Affiliate-Marketing ist eine beliebte Monetarisierungsstrategie für Websites, die zwar eine hohe Reichweite, aber kein eigenes Produktportfolio für Verkäufe haben.
In diesem Beitrag erfährst du alles über die Affiliate-Marketing-Grundlagen und lernst, wie Affiliate-Marketing für Anfänger funktionieren kann. Bereit durchzustarten?
Was ist das grundsätzliche Konzept des Affiliate-Marketings?
Digitale Magazine, Informationsseiten und vergleichbare Projekte generieren jede Menge Reichweite, von der du als Shopbetreiber:in profitieren kannst. Voraussetzung dafür ist, dass du ein Affiliate-Programm (auch: Partnerprogramm) startest und somit den Websitebetreiber:innen die Möglichkeit einräumst, an den Umsätzen beteiligt zu werden.
Beim Affiliate-Marketing gibt es also immer zwei Akteure:
Advertiser (auch: Merchants, Onlinehändler:innen und Dienstleistungsanbieter:innen)
Die Publisher sind Inhaber:innen von reichweitenstarken Medien. Das können Websites, Social-Media-Kanäle oder auch Newsletter-Listen sein. Advertiser, das sind E-Commerce-Händler:innen wie du. Sie bieten Produkte oder Dienstleistungen im Internet an.
Publisher binden im Rahmen des Affiliate-Marketings Werbemittel von Advertisern (also Onlinehändler:innen) ein. Das kann auf viele verschiedene Weisen geschehen: als klassische Bannerwerbung oder als Verlinkung in einem redaktionellen Beitrag. Entscheidend ist, dass diese Werbemittel bei einem Klick darauf zu den Produktseiten der Onlinehändler:innen weiterleiten.
Wenn nun Besucher:innen auf einen solchen Affiliate-Link klicken, wird dies getrackt: Es lässt sich eindeutig zuordnen, von welchem Publisher aus eine Person auf die Website eines Advertisers gelangt ist. Davon profitieren beide Seiten:
Publisher erhalten dafür, dass sie Affiliate-Links von Händler:innen auf ihren reichweitenstarken Websites platzieren, Vergütungen von den Händler:innen. Die Onlinehändler:innen erhalten mehr Kundschaft, die von verschiedensten Websites aus zu ihnen findet.
Je nach Vereinbarung zwischen Publisher und Advertiser wird eine Provision für unterschiedliche Aktivitäten bezahlt. Üblich sind folgende Abrechnungssysteme:
Pay-per-Click: Jeder Klick auf einen Affiliate-Link wird vergütet
Pay-per-Lead: Nur eine bestimmte Aktion oder ein Lead (z. B. die Eintragung in ein Newsletter-Formular) wird vergütet
Pay-per-Sale: Damit der Publisher eine Provision erhält, müssen Besucher:innen nicht einfach nur einem Link folgen, sondern etwas im verlinkten Shop kaufen. Häufig wird die Höhe der Vergütung prozentual in Relation zum Warenkorbwert festgelegt.
Hier kommt es natürlich zu einem kleinen Interessenkonflikt zwischen Publishern und Advertisern. Publisher möchten planbare Einnahmen haben, Advertiser hingegen möchten idealerweise nur im Erfolgsfall eine Provision zahlen. Wie sich hier beide Seiten auf ein für alle einträgliches Modell einigen können, hängt zum Beispiel davon ab, wie groß jeweils der Publisher oder wie bekannt der Shop sind.
Affiliate-Netzwerk versus eigenes Programm: Was ist sinnvoller?
Die technische Umsetzung des Affiliate-Marketings ist eine der größten Herausforderungen. Manche große Shops haben sich dazu entschieden, ein eigenes Partnerprogramm aufzusetzen. Das bekannteste Partnerprogramm im E-Commerce ist mit Sicherheit jenes von Amazon.
Für kleinere Shopbetreiber:innen bietet sich aber eher die Zusammenarbeit mit einem Affiliate-Netzwerk an. Auf diese Weise ist jedenfalls sichergestellt, dass das Tracking funktioniert. Außerdem werden Affiliate-Programme auf derartigen Plattformen reichweitenstark ausgeschrieben, sodass die Chance größer ist, dass interessante Publisher auf deinen Shop aufmerksam werden.
Affiliate-Netzwerke verlangen in der Regel eine Setup-Gebühr im drei- bis vierstelligen Bereich, um das technische Grundgerüst aufzusetzen. Das ist für dich aber immer noch deutlich günstiger als die Entwicklung eines eigenen Partnerprogramms. Zudem bieten die Netzwerke ihren Advertisern Beratung und Service. Für Anfänger im Affiliate-Marketing ist dieser Weg also zu empfehlen.
Geeignete Publisher für Onlineshops: Wer macht Werbung für dich?
Damit du einen kleinen Eindruck davon bekommst, wer künftig als Publisher deine Produkte bewerben könnte, findest du hier eine Liste mit typischen Arten von Publishern, die Affiliate-Marketing im E-Commerce nutzen, um sich zu refinanzieren:
Content-Seiten: Das können zum Beispiel Magazine aus deiner Branche sein. In den letzten Jahren sind zudem viele Vergleichsseiten großgeworden, die Produkte verschiedener Hersteller anhand unterschiedlicher Kriterien vergleichen und Affiliate-Links nutzen, um diese Recherchearbeit zu monetarisieren.
Coupon- und Dealseiten: Hierbei handelt es sich um Plattformen, die über aktuelle Rabatte informieren. Hast du gerade einen spannenden Deal laufen, wirst du über solche Seiten viel Aufmerksamkeit erregen.
Cashback-Portale: Nutzer:innen kaufen über Cashback-Portale bei dir ein, die Portale führen einen Teil der Affiliate-Provision an die Kund:innen zurück.
Newsletter: Manche Publisher haben gar keine eigene Website, sondern führen eine Newsletter-Liste mit vielen aktiven Mailadressen, die von Zeit zu Zeit Werbung zugeschickt bekommen. Oftmals ist der Newsletter aber nur eine Ergänzung zu einem anderen Format – z. B. von Dealseiten, die auf attraktive Rabatte aufmerksam machen.
Social Media: Neben großen Influencer:innen nutzen auch viele andere Publisher Social Media gern als Ergänzung, um noch mehr Reichweite zu generieren und damit Affiliate-Provisionen zu verdienen.
Sonderformate: Es gibt Affiliates, die auf bezahlte Werbung spezialisiert sind – z. B. über Google Shopping oder Displaywerbung. Ob hier noch Luft für eine Marge ist, hängt vor allen Dingen von der Höhe deiner Provision ab.
Als Advertiser:in hast du übrigens die Auswahl deiner Publisher selbst in der Hand. Beim Aufsetzen eines Programms steht es dir frei, bestimmte Arten von Publishern auszuschließen, wenn dir ihr Geschäftsmodell nicht gefällt.
Neben ganzen Gruppen von Publishern kannst du auch einzelne Seiten herauspicken und sperren, die dir aus verschiedenen Gründen nicht zusagen. Auch bestimmte Techniken kannst du untersagen, wie etwa das Brand-Bidding – also das Bieten auf deinen Markennamen bei Google Ads.
Schritt für Schritt ins Affiliate-Marketing: Wie fange ich an?
Wenn du erwogen hast, ob dir Affiliate-Marketing dabei helfen kann, mehr Umsätze zu generieren, kannst du dich Schritt für Schritt an den Launch deines Partnerprogramms herantasten.
Schritt 1: Provisionen kalkulieren
Du kennst deine Margen und weißt, wie hoch dein Werbekostenanteil ist? Dann kannst du auf dieser Basis die Provision kalkulieren, die du an deine Publisher ausschütten solltest. Je attraktiver deine Provision ist, desto mehr Publisher werden sich für eine Teilnahme an deinem Partnerprogramm interessieren.
Tipp: Wenn du nur eine Pay-per-Sale-Vergütung festlegen willst, ist das okay. Aber wenn du deine Conversion-Rate gut einschätzen kannst und weißt, wie hoch der durchschnittliche Warenkorbwert ist, kannst du auch durchaus einen realistischen Klickpreis ermitteln.
Schritt 2: Technische Grundlagen schaffen
Für die meisten Affiliate-Marketing-Anfänger:innen ist in diesem Schritt die Zusammenarbeit mit einem Affiliate-Netzwerk die beste Wahl . Es muss sichergestellt sein, dass das Tracking der Kund:innen ordnungsgemäß funktioniert. Hierbei wird dich das Affiliate-Netzwerk bestens unterstützen und dir Beratung bieten.
Schritt 3: Bedingungen festlegen
Dein Affiliate-Programm steht kurz vor dem Start. Jetzt geht es darum, einen Katalog an Bedingungen festzulegen, die deine Publisher erfüllen müssen. Du möchtest zum Beispiel nicht, dass Preissuchmaschinen an deinem Partnerprogramm teilnehmen? Dann schaffe direkt zum Start klare Verhältnisse, damit es keine Beschwerden gibt, wenn du im laufenden Betrieb deine Regeln änderst.
Schritt 4: Dein Partnerprogramm starten & pflegen
Nach dem Launch werden vermutlich einige Publisher direkt auf dein Affiliate-Programm aufmerksam. Doch dich nur zurücklehnen und darauf warten, dass dein Affiliate-Marketing ins Rollen kommt, solltest du nicht. Stattdessen empfiehlt es sich, deine Beziehungen zu Publishern zu pflegen und auch auf potenzielle Publisher aktiv zuzugehen, wenn du eine interessante Seite findest, die perfekt zu deinem Shop passen würde.
Fazit: Affiliate-Marketing ist auch für Anfänger:innen umsetzbar
Affiliate-Marketing kann auch für Anfänger:innen schnell zum Erfolg werden. Die Reichweite der Publisher kann in deinem Shop zu deutlich gesteigerten Verkaufszahlen führen.
Abgesehen von der Setup-Gebühr, die Affiliate-Netzwerke einmalig zum Aufsetzen des Partnerprogramms verlangen, hält sich das finanzielle Risiko in Grenzen. Besonders dann, wenn du nur für Sales eine Provision zahlst. Wichtig ist natürlich, dass du die Höhe der Provision gut kalkulierst.
Einen Knackpunkt gibt es aber auch: Werden keine Publisher auf dich aufmerksam, kann dein Affiliate-Marketing-Projekt schnell zum Rohrkrepierer werden und keine Umsätze einspielen. Gründe hierfür können ein unattraktives Produktangebot (zu teuer, zu wenig Auswahl …) oder eine zu geringe Provision sein.
Besonders die Tatsache, dass jedes E-Commerce-Partnerprogramm zwangsläufig mit Amazon konkurriert, setzt kleine Händler:innen unter Druck, ein interessanteres Gesamtpaket zu schnüren.
Kategorie: E-Commerce|Von: Saravanan Sundaram|Datum: 28. Juni 2022
Als Onlinehändler:in verkaufst du vielleicht Produkte, die du nicht selbst hergestellt hast. Eventuell machst du das auch über Plattformen wie Amazon, ebay und Co. Hast du ein breites Verkaufssortiment mit Produkten vieler verschiedener Hersteller, könnte das neue Urteil des Europäischen Gerichtshof (EuGH) vom 5.5.2022 zur Herstellergarantie für dich ziemlich ungemütliche Folgen haben: Die Richter haben entschieden, dass Händler:innen auf Amazon Kund:innen umfassend über eine Garantie informieren muss, die der Hersteller gewährt. Lies bei uns, worauf es den Richtern ankam, ob deine Sorge berechtigt ist und was du jetzt tun solltest.
Garantie ist nicht gleich Garantie
Als Onlinehändler:in wird es dir in Deutschland nicht gerade einfach gemacht, wenn du einen Onlineshop einrichten und betreiben willst, der alle rechtlichen Anforderungen erfüllt: Du musst zum Beispiel über Widerrufsrechte belehren, bei Preis- und Mengenangaben aufpassen, korrekte AGB und Datenschutzerklärung bereithalten und Kaufen-Buttons richtig beschriften und einbinden.
Noch komplizierter wird es, wenn du zusätzlich für deine Produkte auch noch eine Garantie anbieten und in deinem Shop damit werben möchtest: Denn dann gehst du noch über die ohnehin bestehenden gesetzlichen Rechte des Verbrauchers hinaus. Du musst dann nach deutschem Recht zusätzlich – einfach und verständlich – folgendes angeben:
Der Käufer kann die gesetzlichen Gewährleistungsrechte unentgeltlich in Anspruch nehmen; diese werden durch die Garantie nicht eingeschränkt.
Namen und die Anschrift des Garantiegebers.
Was muss der Käufer tun, um die Garantie in Anspruch zu nehmen?
Ware, auf die sich die Garantie bezieht.
Bestimmungen der Garantie, insbesondere Dauer und räumlicher Geltungsbereich.
Fakt ist: Willst du auf deine Produkte eine Garantie gewähren, ist viel zu tun. Aber jetzt stellst du dir bestimmt die Frage, ob das alles auch gilt, wenn du Produkte verkaufst, die ein anderer hergestellt hat. So viel vorweg: Nein. Denn Garantie ist nicht gleich Garantie.
Schwer umzusetzen für Onlinehändler:innen
Gerade wenn du Waren vieler unterschiedlicher Hersteller in deinem Shop anbietest, wäre es ein Riesenaufwand, für jeden einzelnen Artikel zu prüfen, ob der Hersteller selbst eine Garantie gibt – oftmals weißt du davon ja gar nichts. Und dann müsstest du auch noch die oben geforderten Infos für diese Artikel aufbereiten und auf deine Homepage stellen und das Ganze regelmäßig aktualisieren. Für viele Onlinehändler:innen ist das ein Grund, das Thema Garantie einfach unter den Tisch fallen zu lassen.
Eine gute Idee ist das aber nicht. Denn als Onlinehändler:in die Pflicht, deine Käufer:innen über das Bestehen einer Garantie zu unterrichten, bevor sie den Vertrag abschließen – unabhängig von den oben genannten Angaben. Onlinehändler:innen, die Garantien anbieten oder Produkte anderer vertreiben, die selbst Garantie gewähren, leben also gefährlich: Halten sie sich an die Gesetze, ist der Aufwand enorm. Ignorieren sie sie, könnte eine Abmahnung ins Haus flattern. Doch ist das fair? Ob das wirklich so sein kann, war lange Zeit unklar.
Onlinehändler:innen können (teilweise) aufatmen
Zumindest teilweise Licht ins Dunkle bringt ein aktuelles Urteil des Europäischen Gerichtshof (EuGH) vom 5.5.2022 (Rechtssache C-179/21). Der Fall: Ein Händler verkauft über Amazon Taschenmesser der Marke Victorinox. Der Hersteller Victorinox räumt auf die Messer eine Herstellergarantie ein. Der Amazon-Händler erwähnt diese Garantie nicht in seinem Angebotstext, verlinkt aber unter „weiter technische Informationen“ ein Infoblatt von Victorinox: Dort wird die Garantie erwähnt, aber nicht im Detail aufgeschlüsselt, wie oben gefordert. Ein Wettbewerber klagt gegen den Händler.
Der EuGH hat dazu so entschieden, dass einige Onlinehändler:innen aufatmen dürften. Die wesentlichen Punkte:
Grundsätzlich muss ein:e Amazon-Händler:in nicht (immer) über eine Herstellergarantie informieren. Der Aufwand für den/die Händler:in wäre zu hoch.
Etwas anderes gilt, wenn der Verbraucher die Infos braucht, um sich zu entscheiden, ob er den Vertrag mit dem/der Onlinehändler:in abschließen möchte.
Dafür muss der/die Händler:in die Garantie zum zentralen oder entscheidenden Merkmal des Angebots gemacht haben.
Das ist der Fall, wenn er/sie die Aufmerksamkeit des Verbrauchers ausdrücklich auf die Herstellergarantie lenkt, um damit zu werben und sein Angebot von dem seiner Wettbewerber positiv abzugrenzen.
Erwähnt er die Garantie nur beiläufig – zum Beispiel indem er das Produktdatenblatt verlinkt – ist die Garantie kein entscheidendes Merkmal seines Angebots.
Als Onlinehändler:in können Sie also aufatmen: Schließlich bedeutet das für Sie, dass Sie Ihr Angebot so gestalten können, dass Sie aus der Nummer rauskommen. Aber Achtung: Denken Sie dran, dass der EuGH den Rechtsstreit an den BGH zurückverwiesen hat. Dieser muss nun entscheiden, ob die Verlinkung auf das Produktdatenblatt wirklich nicht ausreicht, um die Garantie zu einem entscheidenden Angebotsmerkmal zu machen.
Das solltest du als Onlinehändler:in tun
„Wenn das aber alles doch noch so unklar ist, was bedeutet das Urteil denn nun für mich?“, fragst du sicher. Wir können dich beruhigen: Es gibt doch einige To-Dos, die du aus dem Urteil mitnehmen kannst, wenn du beim Thema Herstellergarantie auf der sicheren Seite sein möchtest.
Tipp 1: Erwähne die Herstellergarantie gar nicht und nehme keinen Bezug darauf – selbst wenn es eine solche gibt. Denn so stellt sich nicht die Frage, ob eine Verlinkung auf Infodatenblätter des Hersteller schon dazu führt, dass Sie eine Garantie zum zentralen Merkmal Ihres Angebots machen.
Tipp 2: Möchtest du die Garantie dagegen aktiv bewerben, stelle alle Bedingungen, die wir oben genannt haben, auf deiner Homepage dar. Aktualisiere die Angaben regelmäßig.
Tipp 3: Sollte Ihnen zufällig durchrutschen, dass eine Garantie erwähnt wird – z.B. indem diese auf einem Produktfoto in kleiner Schrift steht – ist es wahrscheinlich nicht schädlich, wenn Sie selbst nicht weiter darauf eingehen.
Fazit: Das EuGH-Urteil zur Herstellergarantie dürfte dir als Onlinehändler:in zumindest eine gewisse Erleichterung bringen. Denn es bietet dir eine Möglichkeit, wie du ohne regelmäßigen riesigen Pflege-Aufwand rechtlich relativ sicher sein kannst. Es gibt Wege, wie du Abmahnungen mit der Begründung vermeiden werden, dass du keine Angaben zur Herstellergarantie machen.
Kategorie: Recht|Von: Nadja Müller|Datum: 24. Juni 2022
Vom eigenen Stand, über die Live-Podcastaufnahme im Camper-Bus bis hin zum großen Auftritt auf der Yellow-Stage – unsere beiden Thanks for Shopping!-Hosts, Nadja Müller und Saravanan Sundaram, sind heute mal ganz unter sich und lassen das OMR Festival und all ihre Learnings und Eindrücke, die sie dort gesammelt haben, Revue passieren.
Das Festival hatte so einiges zu bieten und besticht besonders dadurch, dass es eben „nicht nur eine Messe ist, sondern noch so viel mehr“, wie fynax-Leiterin Nadja Müller betont. Was ihre Gedanken dazu sind, welche Erfahrungen sie mitnehmen und was sie beim nächsten Mal anders machen würden, das erfahrt ihr in dieser Folge.
Verbraucher:innen kaufen längst und immer häufiger mobil ein. Und am liebsten mit dem Smartphone. Da sich auch deine Kund:innen zunehmend vom Desktop auf das Handy verlagern, ist ein Mobile-First-Ansatz erforderlich, um die Kaufentscheidungen positiv zu beeinflussen. Für Onlinehändler:innen ist die Ergänzung der Website mit Apps für den E-Commerce daher eine wichtige Aufgabe.
Warum du eine E-Commerce-App brauchst
Du hast natürlich eine responsive Website. Falls du aber erwartest, damit stellst du auch all die mobilen Shopper zufrieden, solltest du umdenken. Schon ein kurzer Blick auf ein paar Zahlen spricht für sich:
Laut der Digital Marketing Plattform Think with Google finden inzwischen 64 % des Onlineeinzelhandels auf mobilen Endgeräten statt. Allerdings sind dabei die Konversionsraten nur halb so hoch wie auf dem Desktop. Mit anderen Worten: Mehr Besucher:innen, aber weniger Käufer:innen.
Der Software-Entwickler und Consultant Ruby Garage hat ermittelt, dass 78 % der Verbraucher:innen lieber eine E-Commerce App als eine mobile Website benutzen würden, um online einzukaufen. Richtig gelesen: 78 %!
Der Mobile App Evolution Report 2020 von App Annie hält fest, dass weltweit im Jahr 2019 Nutzer:innen im Durchschnitt 93 Apps auf dem Smartphone installiert hatten und 41 davon pro Monat nutzten.
Und dann ist da ja auch noch Covid-19. Es hat sich erwiesen, dass die Pandemie ein Jahrzehnt des Wachstums im Onlinehandel in ein einziges Jahr gepackt hat. Deshalb kann der Mobile Shopping Apps Report von App Annie, Liftoff and poq verkünden, dass …
… die Zeit, die Verbraucher:innen in Shopping-Apps verbringen, im ersten Quartal 2021 um 48 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist.
… von Januar bis Mai 2021 allein Android-Nutzer:innen im Durchschnitt zwei Milliarden Stunden pro Woche eingekauft haben – 51 % mehr als vor der Pandemie.
… während des gesamten Jahres 2020 der Warenkorbwert im Vergleich zum Vorjahr um 22 % gewachsen ist.
Mobile-UX-Mindset für den E-Commerce der Zukunft
Wie die oben genannten Zahlen zeigen, boomt Mobile Shopping, aber es gibt Probleme bei der Conversion. Die Customer-Journey beginnt zwar immer häufiger bei der mobilen Suche. Gekauft wird aber oft woanders oder, noch schlimmer, gar nicht. Der Hauptgrund ist schlicht und einfach, dass der Bestellvorgang insgesamt oft zu kompliziert ist. Untersuchungen haben drei hauptsächliche Pain-Points bei der mobilen UX ausgemacht.
Keine Lust auf Scrollen: Das auch als Scrolling-Fatigue bekannte Phänomen wird bei Umfragen immer wieder als Ursache Nummer 1 dafür genannt, warum Interessent:innen Käufe nicht abschließen.
Ungenügende Autofill-Funktion: Niemand gibt gern wiederholt Zahlungsdetails und Versandadresse ein, schon gar nicht auf dem kleinen Smartphone-Screen.
Ladegeschwindigkeit der Website: Fakt ist und bleibt, dass nach spätestens drei Sekunden des Wartens die Bounce-Rate durch die Decke geht. Kein seltenes Problem bei responsiven Websites.
Zwischenfazit: Beim Discounter haben wir alle keine Wahl und müssen uns in engen Gängen an unausgepackten Kisten vorbeizwängen und mehr oder weniger geduldig an der Kasse warten. Online muss die Shopping-Experience aber viel, viel besser sein. Sonst finden die Käufer:innen in den unendlichen Weiten des Internets garantiert einen Platz, wo das Gras grüner beziehungsweise das Einkaufserlebnis befriedigender ist.
Die gute Nachricht ist, dass eine E-Commerce-App alle drei oben beschriebenen Herausforderungen auf einmal löst – sofern sie gut gemacht ist. Worauf also kommt es an, wenn du deine Interessent:innen mithilfe einer E-Commerce-App zu überzeugten Käufer:innen machen willst?
Welche Features machen eine gute E-Commerce App aus?
Ziel all deiner E-Commerce-Marketing-Tools sollte sein, sich von der Masse abzuheben und die Kund:innenzufriedenheit zu steigern.
Dafür solltest du sicherstellen, dass deine E-Commerce App mit deinen Unternehmenszielen übereinstimmt. Lege deshalb zuerst fest, was du mit deiner App erreichen willst, wie die Funktionen einerseits deine Abläufe erleichtern und gleichzeitig ein großartiges Kund:innenerlebnis bieten können.
Das sind einige der wichtigsten und nützlichsten Features guter E-Commerce-Apps, die du auch zeitlich gestaffelt einführen kannst:
Vier Must-haves…
Einfache Registrierung: Ein rationalisierter Anmeldeprozess ist immer ein attraktives Plus für die Kund:innen. Vereinfache die Registrierung, indem du den User:innen die Möglichkeit gibst, sich per E-Mail, per Telefonnummer mit OTP oder auch über externe Konten wie Google und Facebook anzumelden.
Wunschzettel sind eine der wichtigsten Funktionen. Kund:innen markieren gerne Produkte, ohne sie in den Einkaufswagen legen zu müssen. Viele von ihnen besuchen ihre Wunschliste immer wieder, was die Wiederkaufrate fördert.
Superschneller Checkout: Der Checkout ist der letzte Schritt jeder Konversion. Deshalb sind hier Einfachheit und Schnelligkeit gefragt. Funktionen wie automatisches Ausfüllen von Details anhand von Profilinformationen und Gast-Checkouts müssen Bestandteil jeder modernen E-Commerce-App sein. Die Benutzer:innen können die Transaktion so mit minimalem Zeit- und Arbeitsaufwand abschließen. Und das ist ein entscheidender Faktor bei der Verringerung von Kaufabbrüchen.
Mehrere Zahlungsarten: Weil Shopper:innen unterschiedliche Zahlungswege bevorzugen, gilt hier: je mehr, desto besser. Google Pay, Apple Pay, PayPal und andere, die eine schnelle und bequeme Zahlung möglich machen, sollten an Bord von Apps im E-Commerce sein.
… und drei Nice-to-haves
Push-Benachrichtigungen sind effektiv, wenn es umProduktaktualisierungen, gespeicherte Artikel, die wieder vorrätig sind, heiße Blitzverkäufe, personalisierte Marketingkampagnen und vieles mehr geht. Sie sind der Schlüssel zur Kommunikation zwischen deiner Marke und den Kund:innen.
Fortschrittsbalken verbessern die Shopping-Erfahrung, weil sie die Anzahl der Schritte bis zum Abschluss des Kaufs sichtbar machen. So sehen die Kund:innen die E-Commerce App in Aktion und werden am Ende des Balkens mit einem Endorphinschub belohnt.
KI-Sprachassistent: Das Voice-Shopping steht zwar erst am Anfang. Doch die großen Unternehmen der E-Commerce-Branche experimentieren damit und setzen neue Maßstäbe für ein besseres Kund:innenerlebnis. Die technischen Fähigkeiten von KI-Sprachassistenten helfen bei der einfachen Navigation durch die App und führen zu mehr Conversions. Generell wird KI für den E-Commerce in Zukunft von immer größerer Bedeutung sein.
E-Commerce-App selber bauen oder entwickeln lassen?
Auf die Frage, auf welchem Wege du deine eigene Shop-App einrichtest, gibt es keine allgemeingültige Antwort. Für viele kleinere Onlinehändler:innen mag es ausreichen, eine App von der Stange von Anbietern wie etwa Shopify zu nutzen.
Allerdings solltest du dabei nicht übersehen, dass es neben der mangelnden Anpassbarkeit an die eigenen speziellen Bedürfnisse auch ein Nachteil sein kann, von der Plattform abhängig zu sein. Wenn diese aus irgendeinem Grund mal nicht funktioniert, kannst auch du nicht mehr verkaufen.
Natürlich ist die Startinvestition in eine maßgeschneiderte, individuelle Lösung von einer App-Entwicklungsagentur höher. Aber dafür sparst du dir die monatlichen Gebühren, die du bei Portalen wie Shopify zahlen müsstest.
Unabhängig davon, welchen Weg du wählst: Entscheidend ist immer, dass du zunächst ein solides App-Konzept entwickelst, um darauf das passende Design und eine optimierte User-Experience aufzusetzen.
Überlege dir beispielsweise genau, welches Einkaufserlebnis du Interessierten bieten möchtest und wie du Waren und Dienstleistungen am attraktivsten ins virtuelle Schaufenster stellst. Verkaufst du alltäglich benötigte Waren, die Käufer:innen regelmäßig und darum möglichst schnell „einsacken“ möchten? Oder bietest du erklärbedürftige Waren an, über die sich Interessent:innen für gewöhnlich vorher ausführlich informieren? All solche Aspekte müssen sich in der Aufbereitung deines Shops widerspiegeln.
Fazit: Apps im E-Commerce sind sinnvoll für Händler:innen jeder Größenordnung
Mobiles Einkaufen ist schon jetzt enorm wichtig und wird in seiner Bedeutung weiter zunehmen. Es ist einfach viel bequemer, als erst den Computer hochzufahren. Im Bus, im Zug oder in der Mittagspause – Menschen möchten Einkäufe überall und zu jeder Zeit erledigen.
Und das gilt natürlich für kleine und große Händler:innen gleichermaßen. Auch und gerade, wenn du als Händler:in erst durchstartest, solltest du dir die Chancen, die E-Commerce-Marketing-Tools bieten, nicht entgehen lassen. Sie sind nämlich weit mehr als eine Ergänzung zum „klassischen“ E-Commerce: Meist werden sie zu eigenständigen Umsatztreibern, die zunehmend den Hauptanteil der Conversions liefern.
Kategorie: E-Commerce|Von: Saravanan Sundaram|Datum: 20. Juni 2022
Das kann schon mal vorkommen: Du lieferst Deinen Kund:innen defekte Ware, versendest ein abweichendes Produkt oder er/sie erhält gar kein Paket von Dir. Das ist sicher ärgerlich und viele Betroffene möchten dann am liebsten sofort ihr Geld zurück. Die Ungeduldigen unter ihnen können sich dann an den Zahlungsdienstleister wenden, wenn sie hierüber per Vorkasse bezahlt haben und dieser den sogenannten Käuferschutz anbietet. Je nach Anbieter sind die Bedingungen, unter denen sie ihr Geld zurückbekommen, unterschiedlich. Eines haben aber die Käuferschutzprogramm aller Anbieter gemeinsam: Sie bestehen neben den Ansprüchen auf gesetzliche Gewährleistung und dem Widerrufsrecht. Das Ziel des Käuferschutzes: Die Regeln sollen Käufer:innen vor unseriösen Händler:innen schützen.
Wer bietet Käuferschutz an?
Die meisten der gängigen Zahlungsdienste bieten mittlerweile ein Käuferschutzprogramm an. Dazu gehören etwa diese:
PayPal
Klarna (Rechnung/Sofort)
Paydirekt
Amazon Payments
Trusted Shops
bestimmte Kreditkarten
Teilweise erhebliche Unterschiede gibt es allerdings in der Ausgestaltung des Käuferschutzes. Einige Beispiele: Manche Programme bieten nicht in allen drei Fällen einen Käuferschutz, sondern nur in einzelnen – bei Trusted Shops etwa entfällt er, wenn die Ware einen Mangel hat. Bei ebay sind Dienstleistungen, Gutscheine, digitale Produkte und Fahrzeuge vom Käuferschutz ausgenommen. Manche Anbieter benachteiligen Kund:innen, wenn diese ihren Sitz in einem anderen EU-Land haben. Und viele Zahlungsdienstleister verlangen auch, dass die Betroffenen zunächst versuchen, sich mit Dir zu einigen.
Einige Besonderheiten gibt es bei Paypal: Dieser Anbieter verweigert den Käuferschutz, wenn die Kund:innen mit der „Geld-an-Familie-oder-Freunde-senden-Funktion“ bezahlt hat. Zudem müssen sie hier unter Umständen schnell sein: Stellt der Paypal-Support Rückfragen zum Fall, kann er auch bestimmen, innerhalb welcher Frist die Kund:innen reagieren müssen, wenn sie den Käuferschutz nicht verlieren wollen. Früher lag diese Frist immer bei zehn Tagen.
Was ist der Unterschied zur gesetzlichen Gewährleistung?
Unabhängig vom Käuferschutz gelten die gesetzlichen Rechte auf Widerruf und Gewährleistung. Das heißt:
Widerruft Dein:e Kund:in den Vertrag innerhalb von 14 Tagen, musst Du den Kaufpreis anstandslos erstatten. Dein:e Kund:in muss Dir dafür aber den Artikel zurücksenden. In diesem Fall entfällt der Käuferschutz.
Macht Dein:e Kund:in die sog. Nacherfüllung geltend, darfst Du zwar Deinen Kaufpreis zunächst behalten. Du musst aber die defekte Ware reparieren oder neue Ersatzware liefern. Funktioniert das wiederholt nicht, hat der/die Kund:in ein Rücktrittsrecht. Dann musst Du ihm oder ihr den Kaufpreis zurückzahlen.
Die Unterschiede: Beim Käuferschutz erhält er oder sie das Geld also wesentlich schneller zurück, ohne dass Du zunächst die Ware reparieren oder ersetzen musst. Bei der gesetzlichen Gewährleistung kannst Du praktisch zur Nacherfüllung gezwungen werden, wenn der Kauf innerhalb der letzten zwei Jahre erfolgt. Du darfst aber gleichzeitig auch darauf bestehen.
Das musst du als Onlinehändler:in wissen
Käufer:innen haben in den meisten Fällen keinen Käuferschutz, wenn Du nachweist, dass Du die Ware versendet hast, z.B. durch einen Versandbeleg, einen Lieferbeleg oder eine unterzeichnete Lieferbestätigung. Stellen Kund:innen einen Käuferschutzantrag, fordern die Anbieter diesen Nachweis von Ihnen an. Kannst Du den Nachweis vorlegen, wird der Anbieter den Käuferschutzantrag ablehnen.
Welche Vorteile hat der Käuferschutz für mich als Onlinehändler:in?
Spiegelbildlich zum Schutz für den Käufer bieten Zahlungsdienstleister auch ein Verkäuferschutzprogramm für Dich als Händler:in an. Bei Paypal beispielsweise heißt das: Dir bleibt im folgenden Fall der volle Betrag Deiner berechtigten Zahlungen erhalten:
Eine Transaktion war nicht autorisiert oder Dein:e Kund:in hat Deinen Artikel nicht erhalten,
Er oder sie stellt deswegen einen Käuferschutzantrag, eine Zahlung wird zurückgebucht oder es erfolgt eine Rücklastschrift,
Du hast Dein Paypal-Konto in Deutschland, Österreich oder der Schweiz,
Es geht um eine Transaktion wegen materieller Güter oder – bei Transaktionen nach dem 13.4.2020 – um immaterielle Artikel wie Reisen, Tickets und digitale Güter.
Aber Achtung: Du musst folgendes tun, um Deine vollen Kosten zu erhalten:
Bei materiellen Gütern:
Du hast den Artikel an die Versandadresse in den „Transaktionsdetails“ geschickt,
Du legst einen Versandbeleg, einen Lieferbeleg oder ggf. eine unterzeichnete Lieferbestätigung vor.
Bei immateriellen oder digitalen Gütern:
Du weist nach, dass Du die Artikel bzw. die digitalen Güter wie beschrieben bereitgestellt bzw. die Dienstleistung wie beschrieben erbracht hast. Hieraus muss eindeutig hervorgehen, dass Dein Käufer die Ware oder Dienstleistung erhalten bzw. von der Transaktion profitiert hat;
Du musst sämtliche Bedingungen und Bestimmungen einhalten, die für den Kauf gelten und technisch alles so integriert haben, wie PayPal es verlangt hat;
Gibt es Fälle, in denen ich keinen Verkäuferschutz habe?
Ja, es gibt bei Paypal Ausnahmen, in denen Dein Kaufpreisanspruch nicht über das Verkäuferschutzprogramm gesichert ist. Das sind die drei wichtigsten:
Dein:e Kund:in begründet den Käuferschutzantrag oder die Rückbuchung damit, dass Dein gelieferter Artikel deutlich von Deiner Artikelbeschreibung abweicht.
Du hast den Artikel persönlich geliefert.
Dein:e Kund:in hat mit der „Familie und Freunde“-Funktion bezahlt.
Fazit: Käuferschutzprogramme bieten Käufer:innen einen zusätzlichen Schutz neben den gesetzlichen Rechten, die sie Dir gegenüber sowieso schon haben. Aber auch Du hast Vorteile, wenn Zahlungsdienstleister gleichzeitig Verkäuferschutz anbieten: Dein voller Kaufpreis ist in vielen Fällen abgesichert. Bieten Zahlungsdienstleister (Ver-)Käuferschutzprogramme an, ist das also kein Grund für Dich den Kopf in den Sand zu stecken.
Kategorie: Recht|Von: bsadmin|Datum: 17. Juni 2022
Konkurrenz belebt das Geschäft, so lautet die mächtig abgedroschene Phrase. Tatsächlich ist eine Konkurrenzsituation am Markt nicht unbedingt etwas Schlechtes für dich, denn wo sich Wettbewerber:innen tummeln, scheint es auch eine Nachfrage zu geben – und damit das Potenzial dafür, Geld zu verdienen.
Doch zu viele Konkurrent:innen verderben den Umsatz. Damit du dir gerade als Neuling in der Nische überhaupt noch Marktanteile sichern kannst, sollte das betreffende Marktsegment nicht schon völlig überlaufen sein. Eine eingehende Konkurrenzanalyse ist daher eine essenzielle Maßnahme, um herauszufinden, wie es um die Wettbewerbssituation bestellt ist und wie du zu deiner Klientel findest.
Auch in umkämpften Nischen kannst du deinen Platz am Markt finden. Doch je mehr Konkurrenz es gibt, desto intensiver musst du an einer einzigartigen Wettbewerbsstrategie arbeiten, um dich von deinen Mitbewerber:innen abzuheben. Wie das geht, erfährst du hier.
Was ist eine Konkurrenzanalyse und was sind ihre Ziele?
Die Konkurrenzanalyse ist kein standardisiertes Verfahren, obwohl es Unmengen von Standardliteratur zu dem Thema gibt. BWL-Student:innen auf der ganzen Welt kennen beispielsweise das Five-Forces-Modell von Porter, das die Konkurrenzsituation anhand von fünf Einflussfaktoren aufschlüsselt:
bestehende Rivalität
neue Mitbewerber:innen
Lieferant:innen
Kund:innen
Ersatzprodukte
Auch wenn das Modell sicherlich etwas trocken wirkt, schärft es schnell den Blick dafür, dass sich eine Konkurrenzanalyse nicht nur mit direkten Wettbewerber:innen befassen darf. Besonders der Aspekt Ersatzprodukte wird häufig vergessen. So besetzen innovative Start-ups oftmals eine Nische, lassen aber außer Acht, dass ihr Produkt recht einfach durch bestehende Lösungen substituiert werden kann.
Ein Beispiel: Eine Software zur Vereinfachung von Buchhaltung konkurriert nicht nur mit anderer Buchhaltungssoftware, sondern auch mit manuell organisierten Arbeitsabläufen. Dieser sogenannte Substitutionseffekt muss sich also nicht immer auf tatsächliche Produkte, die käuflich erhältlich sind, zurückführen lassen.
Eine ganzheitliche Konkurrenzanalyse muss derlei Feinheiten bedenken. Verliere vor allem diese Leitfragen und Zielsetzungen nicht aus den Augen:
Wer sind meine (größten) Konkurrent:innen?
Welche weiteren Faktoren haben Einfluss auf den Markt?
Wo ist die Nische, die ich besetzen kann?
Bei der Frage nach den Konkurrent:innen kannst du je nach Marktsegment meist nicht alle Unternehmen aufführen, mit denen du im Wettbewerb stehst. Beschränke dich daher eher darauf, verschiedene Arten von Konkurrenzunternehmen herauszuarbeiten.
Mitbewerber:innen für einen klassischen, bundesweit agierenden Onlineshop können zum Beispiel Händler:innen auf Marketplaces wie Amazon, große Marktplätze und Shops wie Otto oder Zalando, aber auch kleine Hersteller, die ihre Waren Direct-to-Customer (D2C) vertreiben, sein.
Zudem sollte es das Ziel deiner Konkurrenzanalyse sein, die weiteren Faktoren zu ermitteln, die neben der tatsächlichen internen Rivalität in deiner Branche einen signifikanten Einfluss auf deinen Erfolg haben. Das sind insbesondere Lieferant:innen, aber auch Kund:innen.
Abschließend gilt es herausarbeiten, welche Nische du mit deinem Business besetzen kannst. Selbst in umkämpften Branchen findet sich häufig noch eine Lücke, die mit einem smarten Ansatz gefüllt werden kann. Das kann mit einer „spitzen Positionierung“ einhergehen, indem du dich also mit deinem Shop auf eine bestimmte Zielgruppe mit hochgradig spezialisierten Bedürfnissen fokussierst, statt ein breites Publikum anzusprechen.
Ein Beispiel: Ein Shop für Werkzeuge, das von gewerblich tätigen Heizungsmonteur:innen genutzt wird. So gehst du Anbieter:innen aus dem Weg, die sich beispielsweise mit Zangen und dergleichen Werkzeugen für jeden Anwendungszweck im Sortiment positionieren.
Was sind die Unterschiede zwischen Markt-, Wettbewerbs- und Konkurrenzanalyse?
Die Begriffe Wettbewerbs- und Konkurrenzanalyse können als Synonyme verstanden werden. Mitunter behandeln Fachliteratur und Wikis die Konkurrenzanalyse als ein Teilgebiet der Wettbewerbsanalyse.
In beiden Disziplinen geht es darum, die wichtigsten direkt und indirekt konkurrierenden Unternehmen zu ermitteln (Konkurrenzanalyse) und weitere Einflussfaktoren des Wettbewerbs (Wettbewerbsanalyse) herauszuarbeiten.
Der Ansatz von Porter ist demgemäß eine Wettbewerbsanalyse und nicht nur eine reine Konkurrenzanalyse. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, im Rahmen der Recherchen den Bogen etwas weiter zu spannen und obendrein Elemente der Marktanalyse in die Konkurrenzanalyse einfließen zu lassen.
Die Wettbewerbsanalyse kann der Marktanalyse untergeordnet werden. Im Zuge einer Marktanalyse gehst du neben der Untersuchung der Konkurrenzsituation auch noch verstärkt darauf ein, welche Besonderheiten ein Markt aufweist. Solche Marktbesonderheiten können etwa demografische Aspekte oder aktuelle Trends betreffen. Zudem durchleuchtest du dabei Personas und Zielgruppen und führst Absatz- und Vertriebsanalysen durch.
Bei Unternehmensgründung und auch danach: Darum sind regelmäßige Konkurrenzanalysen so wichtig
So manche Unternehmer:innen entwickeln eine gute Idee, überlegen sich einen treffenden Namen und arbeiten im Geiste schon am Design der Website. Doch derlei Luftschlösser brechen schnell zusammen, wenn sie die Konkurrenzsituation unterschätzen.
Wenn du in einem bestimmten Marktsegment tätig werden möchtest, solltest du darum gerade nicht mit einer bereits fertigen Idee beginnen und versuchen, diese in eine Konkurrenzanalyse hineinzuzwängen. Das Resultat könnte sein, dass du deine Idee exakt wie geplant umsetzen möchtest und dabei wichtige Hindernisse und Risiken übersiehst.
Bewahre dir eine gewisse Flexibilität, während du eine Konkurrenzanalyse durchführst. So kannst du ein Geschäftsmodell entwickeln, das nicht einfach nur deine einmal entwickelte Idee verifiziert, sondern wirklich zu den Gegebenheiten des Marktes passt.
Die Notwendigkeit einer Konkurrenzanalyse beschränkt sich aber nicht nur auf den Zeitraum vor der Unternehmensgründung. Auch wenn du deinen Shop oder Service schon seit Jahren erfolgreich führst, lohnt es sich immer wieder, eine Konkurrenzanalyse durchzuführen, um sich verändernde Bedingungen und Transformationsprozesse nicht zu verpassen.
Besonders im dynamischen E-Commerce wächst nicht nur schnell neue Konkurrenz heran, teilweise aus dem internationalen Raum. Auch Trends hinsichtlich der Markenkommunikation können sich plötzlich massiv auf deinen Unternehmenserfolg auswirken – siehe beispielsweise den Aufstieg des TikTok-Marketings.
Du musst natürlich nicht jedem Hype hinterherlaufen, insbesondere nicht, wenn bestimmte Entwicklungen gar nicht zu deinem Geschäftsmodell oder deiner Klientel passen. Aber eine genaue Analyse der Situation ist immer wichtig, damit du die Ausrichtung deines Geschäftes entsprechend justieren kannst und nicht im Blindflug unterwegs bist.
Welche Quellen kannst du zur Informationsgewinnung für deine Konkurrenzanalyse nutzen?
Deine Suche nach Konkurrent:innen kannst du komfortabel bei Google beginnen. Statt aber „bekannte Unternehmen in der Branche XY“ zu ermitteln, solltest du möglichst präzise solche Suchanfragen stellen, wie sie deine Kund:innen eingeben würden, zum Beispiel:
„XY (online) kaufen“
„XY Onlineshop“
„XY Vergleich“
So findest du schnell Unternehmen und Shops, die um die gleichen Kund:innen buhlen. Beachte aber, dass es sich hierbei um eine SEO-Konkurrenzanalyse handelt, die nicht das gesamte Marktspektrum widerspiegelt. Du findest hier nur Konkurrent:innen, die in den SERPs bei Google platziert sind. Im E-Commerce sind das aber in der Regel auch die wichtigsten Player.
Darüber hinaus musst du gerade auf der Suche nach Ersatzprodukten ein bisschen über den Tellerrand schauen und auch ein wenig kreativ werden.
Ein Beispiel: Verkaufst du Sportgeräte für den Heimbedarf, stehst du in Konkurrenz zu Fitnessstudios und Sportvereinen. Darüber hinaus stehst du in Konkurrenz zum Bodyweight-Ansatz, der Training ganz ohne Geräte durchführt. Demgemäß musst du also nicht nur kommunizieren, dass deine Geräte die bessere Option gegenüber anderen Produkten sind, sondern am besten auch, warum sie attraktiv für Menschen sind, die sich bislang ohne Geräte fit halten.
Ermittle möglichst viele Informationen aus den folgenden Bereichen über deine Konkurrent:innen:
Preisstrategie (niedrig vs. hoch)
Design der Produkte (schlicht vs. ausgefallen)
Vertriebsstrategie (eigener Shop vs. Großhandel)
Nutzerfreundlichkeit & Service (niedrig vs. hoch)
Vieles davon ist bis zu einem gewissen Grad subjektiver Natur und lässt sich nicht zu 100 Prozent festschreiben. Zugleich solltest du Abstand davon nehmen, Umsatzzahlen anhand von öffentlichen Bilanzen oder redaktionellen Berichten abzuschätzen. So etwas führt meist zu wenig brauchbaren Daten, die dir kaum dabei helfen, deine Konkurrenzsituation richtig einzuschätzen.
Wie du konkret und zielführend Step-by-Step vorgehen kannst, erfährst du in unserer Checkliste Konkurrenzanalyse.
Kategorie: E-Commerce|Von: Saravanan Sundaram|Datum: 08. Juni 2022
Du möchtest deine Konkurrenz analysieren und dabei alle wichtigen Aspekte berücksichtigen? Diese konzise, einfach verständliche Checkliste zur Konkurrenzanalyse führt dich Schritt für Schritt durch den Prozess:
Schritt 1: Direkte Konkurrenz ermitteln
Ermittle die direkten Konkurrenzunternehmen, die hinsichtlich ihres Leistungsspektrums genau deine Zielgruppe ansprechen.
Nimm in diese Liste aber auch Konkurrent:innen auf, die höhere Preise verlangen oder etwas andere Features bieten.
Schließlich beobachtet deine Konkurrenz den Markt ebenfalls und probiert sich gegebenenfalls mit einem neuen Produktportfolio aus, das plötzlich exakt in direkte Konkurrenz zu deinem Angebot tritt.
Sortiere die ermittelten Konkurrent:innen idealerweise nach ihren Marktanteilen.
Diese Zahlen zu verifizieren ist natürlich schwierig. Auf jeden Fall aber kannst du zumindest eine grobe Unterteilung (A, B und C) vornehmen.
Schritt 2: Indirekte Konkurrenz ermitteln
Indirekte Konkurrenten decken einen Teil deiner Zielgruppe ab, wenngleich die Klientele nicht völlig deckungsgleich sind.
Beim Ermitteln ist ein Blick über den Tellerrand nötig, da indirekte Konkurrenz mitunter schwer zu erkennen ist. Es ist hier sinnvoller, von den Kund:innenbedürfnissen auszugehen, nicht so sehr von den vorhandenen Angeboten.
Leitfrage: Was will meine Zielgruppe, und wer könnte dieses Bedürfnis auf welche Weise erfüllen?
So ermittelst du auch nicht so naheliegende potenzielle Wettbewerber:innen.
Liste davon ausgehend Unternehmen, Produkte und Services auf, die dir mittelbar Konkurrenz machen beziehungsweise dein Angebot substituieren könnten.
Bietest du beispielsweise Produkte an, die es auch in Supermärkten (in anderer Qualität) gibt? Dann gehören auch Supermärkte zur indirekten Konkurrenz.
Schritt 3: Vergleichskriterien definieren
Um einzuschätzen, wie stark deine Konkurrent:innen sind und welche Nischen sie besetzen, solltest Du verschiedene Vergleichskriterien, die für dein Geschäftsmodell von besonderer Relevanz sind, definieren. Mögliche Beispiele sind:
Bekanntheit
Marktanteil
Preislevel
Qualitätslevel
Design
Service
Vertriebskanäle
Je detaillierter du hier vorgehst, desto aussagekräftiger ist der Vergleich der Stärken und Schwächen, der im nächsten Schritt der Analyse erfolgt.
Schritt 4: Stärken & Schwächen vergleichen
Anhand der definierten Kriterien kannst Du in einer Konkurrenzanalyse-Matrix sowohl dein Business als auch deine direkten und indirekten Konkurrent:innen gegenüberstellen. Wo immer möglich, trägst du Zahlenwerte ein.
Eine Premium-Marke könnte unter dem Aspekt Preislevel zum Beispiel eine 3 erhalten, eine günstige Marke hingegen eine 1. Es geht also nicht um absolute Werte, sondern um ordinal skalierte Ränge.
All deine Konkurrent:innen haben ihre eigenen Besonderheiten und Stärken, aber zweifellos auch ihre Schwächen.
Je mehr Kriterien du vorab definiert hast, desto leichter wird es dir fallen, Unterschiede und vor allem Schwachpunkte der Mitbewerber:innen herauszuarbeiten.
Amazon als starker Konkurrent für viele Onlinehandel-Geschäftsmodelle punktet beispielsweise mit äußerst kundenfreundlichem Service und großer Bequemlichkeit bei Retouren. Schwächen sind jedoch die zahlreichen unseriösen Anbieter:innen, das eher negative Arbeitgeber-Profil, die ökologische Bilanz angesichts der Retouren und das zunehmend unübersichtlich aufbereitete Angebot. Das sind für dich Ansatzpunkte, mit denen du dich von scheinbar übermächtiger Konkurrenz positiv abheben kannst.
Schritt 5: Positionierung erarbeiten
Auf Basis des Stärken-Schwächen-Profils deiner Konkurrenz kannst Du nun an deiner eigenen Positionierung arbeiten.
Es ist üblich und erwartbar, dass manche Kriterien nicht losgelöst voneinander aufzubereiten sind. So führen ein höheres Qualitätslevel und ein besserer Service meist unweigerlich zu einem höheren Preis.
Dein Ziel sollte es sein, ein einzigartiges Stärken-Schwächen-Profil zu entwickeln, das sich von möglichst vielen Mitbewerber:innen abhebt und somit nicht mehr im unmittelbaren Wettbewerb zu der gesamten Branche steht.
Eine solche spezialisierte Positionierung kann dich zwar Marktanteile kosten, wird aber dabei helfen, die Anzahl deiner direkten Konkurrent:innen zu reduzieren und dein Profil im Wettbewerb zu schärfen.
Kategorie: E-Commerce|Von: Saravanan Sundaram|Datum: 08. Juni 2022
Mit der Registrierung nimmst du die Datenschutzerklärung zur Kenntnis.
Manage Cookie Consent
Wir verwenden Cookies, um unsere Website und unseren Service zu optimieren.
Funktional
Immer aktiv
The technical storage or access is strictly necessary for the legitimate purpose of enabling the use of a specific service explicitly requested by the subscriber or user, or for the sole purpose of carrying out the transmission of a communication over an electronic communications network.
Vorlieben
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist für den rechtmäßigen Zweck der Speicherung von Präferenzen erforderlich, die nicht vom Abonnenten oder Benutzer angefordert wurden.
Statistiken
Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu statistischen Zwecken erfolgt.The technical storage or access that is used exclusively for anonymous statistical purposes. Without a subpoena, voluntary compliance on the part of your Internet Service Provider, or additional records from a third party, information stored or retrieved for this purpose alone cannot usually be used to identify you.
Marketing
The technical storage or access is required to create user profiles to send advertising, or to track the user on a website or across several websites for similar marketing purposes.