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Wäre es nicht grandios, wenn Du mal in die Köpfe Deiner Kund:innen hineinschauen könntest, um zu erfahren, ob sie mit Deinem Shop zufrieden sind und was sie sich hinsichtlich des Nutzungserlebnisses eigentlich wünschen? Das würde auf jeden Fall einiges leichter machen. Zwar ist das in der Form nicht möglich, allerdings liefern zahlreiche Studien zu Trends und Entwicklungen im E-Commerce immer wieder aktuelle Erkenntnisse, die Dir von großem Nutzen sein können.

Eine Studie der Zahlungsplattform Adyen in Zusammenarbeit mit KPMG hat nun spannende Ergebnisse dazu hervorgebracht, was sich Verbraucher:innen vom Einkaufserlebnis in Onlineshops wünschen. Für Dich ergeben sich daraus klare Handlungsempfehlungen für die Zukunft.

Konkurrenz und Synergien zwischen Retail und Online

Allgemein erwarten Händler:innen ein starkes Wachstum im Einzelhandel – unabhängig davon, ob es sich dabei um digitale oder traditionelle Verkaufswege handelt. Da aber auch fast alle Händler:innen zusätzliche Investments planen, könnte der Konkurrenzdruck deutlich zunehmen.

Knapp die Hälfte aller Befragten sieht das Ladengeschäft weiterhin als essenziellen Touchpoint beim Shoppen an. Zudem werden die Kund:innen anspruchsvoller hinsichtlich ihres gewünschten Einkaufserlebnisses. Rund 60 Prozent wünschen sich Multi- bzw. Cross-Channel-Shoppingmöglichkeiten. Es zeichnet sich ab, dass Kund:innen eine Verschmelzung von Retail- und Onlineshopping nicht nur begrüßen, sondern immer mehr von Einzelhändler:innen erwarten.

Kund:innen heute weniger skeptisch gegenüber modernen Technologien

Die Zukunft des Einzelhandels wird auf jeden Fall deutlich digitaler. Etwa 40 Prozent der Befragten geben an, dass Technologien zur Verbesserung des Einkaufserlebnisses ihre Kaufbereitschaft erhöhen können – und zwar egal ob im Internet oder Ladengeschäft. Das untermauert der „Retail Report 2022“ deutlich:

  • Flexible Zahlungsmöglichkeiten über alle Touchpoints sind rund 60 % der Befragten wichtig.
  • Deutsche Verbraucher:innen nutzen im europäischen Vergleich weiterhin häufig Bargeld zum Zahlen. Doch knapp die Hälfte bevorzugt mittlerweile Kartenzahlungen.
  • Das kann auch als Triebfeder für den E-Commerce verstanden werden: Je geringer die Skepsis gegenüber digitalen Bezahl- und Einkaufsmöglichkeiten ist, desto förderlicher ist dies für den Onlinehandel.
  • Die Ersteller:innen der Studie gehen davon aus, dass die Corona-Pandemie hier einen erheblichen Einfluss auf das Umdenken hatte.

Insgesamt müssen Betreiber:innen von Ladengeschäften darüber nachdenken, ob und wie sie digitale Verkaufskanäle etablieren und diese mit ihrem stationären Geschäft verknüpfen. Onlinehändler:innen wiederum stehen vor der Herausforderung, die Erlebbarkeit ihrer Produkte und Services zu verbessern – gegebenenfalls durch einen Multichannel-Verkaufsansatz inklusive Ladengeschäft-Option.

Viele Händler:innen richten sich (noch) nicht nach den Wünschen der Verbraucher:innen

Auffällig ist, dass die Erwartungshaltung der Verbraucher:innen hinsichtlich des Einkaufserlebnisses und die tatsächliche Situation bei den Händler:innen in vielen Aspekten stark auseinanderdriften.

Einige Beispiele zu den Diskrepanzen zwischen Erwartungshaltung von Kund:innen und den Gegebenheiten in Shops:

  • Viele Verbraucher:innen wünschen sich, Produkte online einkaufen und im Geschäft zurückgeben zu können, 61 % geben sogar an, in diesem Fall loyaler zu sein. Jedoch bieten dies nur 23 % der befragten Unternehmen an.
  • Etwa die Hälfte der Befragten bemerkte zudem, dass ihre Loyalität steigen würde, wenn nicht vorrätige Artikel direkt nach Hause gesendet werden könnten. Auch diese Möglichkeit wird von wenigen Händler:innen angeboten.
  • Umgekehrt wünschen sich rund 46 % der Studienteilnehmer:innen, dass sie Produkte, die auf ihrer Onlinewunschliste stehen, nochmal in einem Ladengeschäft begutachten können. Dies ermöglichen ebenfalls die wenigsten Händler:innen.

Klingt zunächst nach einer überraschend großen Lücke zwischen Verbaucher:innenwünschen und Einkaufsrealität. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass sich die Wünsche der Kund:innen erst in den letzten Jahren besonders stark in diese Richtung entwickelt haben. Daher ist es nicht verwunderlich, dass viele Händler:innen mit Vorstößen in kanalübergreifende Konzepte zunächst eher vorsichtig blieben.

Handlungsempfehlungen für Händler:innen

Jetzt aber ist zweifellos die Zeit gekommen, um Investitionen in das Einkaufserlebnis zu forcieren, denn die Wünsche der Kund:innen werden anspruchsvoller. Das sehen auch Händler:innen so. Etwa 94 % planen, sich im Laufe des Jahres 2022 im technologischen Bereich massiv weiterzuentwickeln.

Heißt für Dich: Wenn Du als Händler:in nichts für die Verbesserung des Einkaufserlebnisses tust, wirst Du unter Umständen deutlich von deinen Konkurrent:innen überholt. Die Frage ist nicht ob, sondern wann – je nach Branche, Produkt- oder Serviceart früher oder später.

  • Unified Commerce statt (nur) Omnichannel: Es reicht für Händler:innen nicht mehr aus, sowohl in einem Ladengeschäft als auch im Internet vertreten zu sein. Stattdessen solltest Du Datenbanken verknüpfen und kanalübergreifende Shoppingmöglichkeiten fördern. Online und Offline werden immer weniger als getrennte Welten verstanden. Du kommst Deinen Kund:innen also enorm entgegen, wenn Du es ihnen ermöglichst, gemäß diesem Verständnis zu shoppen.
  • Kund:innenwünsche und -verhalten antizipieren: Die meisten Unternehmen wissen noch wenig über die Wünsche ihrer Kundschaft und können deren Verhalten nicht antizipieren. Den effektivsten Hebel für dieses Problem bilden: Daten! Im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten solltest Du Kund:innendaten erheben und analysieren. Hierbei sind beispielsweise Social Commerce, E-Mail-Marketing oder auch Treueprogramme hilfreich.
  • Endless Aisle ermöglichen: Hierunter versteht man ein „endloses Regal“. Gemeint ist, dass Kund:innen auch nicht verfügbare Produkte im Ladengeschäft kaufen können. Idealerweise hältst Du als Händler:in zumindest ein Muster vor, denn etwa 41 % der Befragten gaben an, dass sie Produkte gerne anfassen und ausprobieren, bevor sie sich für einen Kauf entscheiden. Je nachdem, wo Kund:innen den ersten Touchpoint mit Dir hatten, kann ein stationäres Geschäft auch die Funktion eines Showrooms erfüllen.

Scheinen Dir alle diese Möglichkeiten noch in weiter Ferne für Deinen Shop zu sein? Keine Panik. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Wünsche der Kund:innen immer ein wenig über das hinausgehen, was jeweils aktuell der Großteil der Händler:innen anbieten kann.

Die Studie von Adyen kannst Du aber als Reminder und Fingerzeig für die Zukunft verstehen. Online- und Offlinewelten verschmelzen immer mehr miteinander. Wenn Du es schaffst, das Einkaufserlebnis in Deinem Shop darauf auszurichten, bist Du bereits bestens aufgestellt.

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Preisdifferenzierung: Diese Arten musst Du kennen

Preise im Handel sind das Ergebnis von Angebot und Nachfrage. Vom kleinen Tante-Emma-Laden um die Ecke bis hin zum weltweit agierenden Großkonzern ist das eine der grundlegenden Wahrheiten des Handels. Wie viel ein Shop für ein bestimmtes Produkt verlangen kann, hängt davon ab, wie begehrt es ist und wie die anderen Marktteilnehmer:innen ihre Preissetzung gestalten.

Doch nicht alle Zielgruppen haben die gleiche Zahlungsbereitschaft für jedes Produkt. Es gibt zum Beispiel die Technikfreaks, die immer das neueste Equipment haben möchten, und die Schnäppchenjäger:innen, die Preisentwicklungen abwarten und gezielt nach Auslaufmodellen suchen. Außerdem gibt es die Markenkäufer:innen, die ihren bevorzugten Herstellern die Treue halten, und die preisbewussten Shopper:innen, die nach möglichst günstigen No-Name-Produkten Ausschau halten.

Besonders spannend wird es nun, wenn Shops unterschiedliche Preise für die gleichen Produkte verlangen. Was erstmal eigenartig klingt, ist tatsächlich alltägliche Praxis – und es kann auch Dir dabei helfen, deine Gewinne zu maximieren.

So funktioniert Preisdifferenzierung: ein Beispiel

Ein Onlineshop verkauft eine Bohrmaschine für 150 Euro und verschickt sie innerhalb Deutschlands versandkostenfrei, nach Österreich hingegen mit einem Aufpreis von 5 Euro. Holen Kund:innen sie direkt im angebundenen stationären Ladengeschäft ab, gibt es einen Rabatt von 10 Euro. Melden sich Neukund:innen für den Newsletter an, erhalten sie einen weiteren Nachlass von 5 Euro auf die erste Bestellung. Die Preisgestaltung sieht demgemäß so aus:

  • 135 € – mit Newsletter-Rabatt bei Abholung im Laden
  • 140 € – ohne Newsletter-Rabatt bei Abholung im Laden
  • 145 € – mit Newsletter-Rabatt bei Lieferung innerhalb Deutschlands
  • 150 € – ohne Newsletter-Rabatt bei Lieferung innerhalb Deutschlands
  • 150 € – mit Newsletter-Rabatt bei Lieferung innerhalb Österreichs
  • 155 € – ohne Newsletter-Rabatt bei Lieferung innerhalb Österreichs

Die Kund:innen zahlen je nach individueller Ausgangssituation also verschiedene Preise für die gleiche Bohrmaschine. Bestimmungsort, Eigenleistung, Newsletterbezug und Bestellhistorie der Kund:innen können Preisunterschiede von bis zu 20 Euro ausmachen.

Welche Arten von Preisdifferenzierung gibt es im E-Commerce?

Preisdifferenzierung ist ein komplexer Hebel, mit dem Du je nach Ziel- und Produktgruppe Deine Gewinne beträchtlich steigern kannst. Grundsätzlich werden folgende Arten der Preisdifferenzierung unterschieden:

  • zeitliche Preisdifferenzierung
  • räumliche Preisdifferenzierung
  • sachliche Preisdifferenzierung
  • personelle Preisdifferenzierung
  • vertikale Preisdifferenzierung
  • horizontale Preisdifferenzierung
  • quantitative Preisdifferenzierung
  • qualitative Preisdifferenzierung

Zeitliche Preisdifferenzierung

Produkte und Dienstleistungen können zu unterschiedlichen Zeitpunkten unterschiedlich teuer sein. Das kann der Fall sein, wenn in einem Shop auslaufende Sommer-Kollektionen zu Summer-Sale-Preisen angeboten werden, um vor dem Beginn einer neuen Saison noch etwas Gewinn mit Ladenhütern zu erzielen und Lagerkapazitäten freizuräumen. Auch mit Elektronikartikeln kannst Du einige Monate bis Jahre nach Markteinführung noch Zielgruppen bedienen, denen der Einstandspreis zu teuer war.

Räumliche Preisdifferenzierung

Darunter versteht man das Konzept, verschiedene Preise an unterschiedlichen Orten aufzurufen oder zwischen einem Online- und einem Ladenpreis zu differenzieren. Ein Produkt, das an abgelegeneren Orten ohne direkte Konkurrenz angeboten wird, ist meist spürbar teurer – zum Beispiel Getränke in Tankstellen im ländlichen Raum. Hier spielen die Kosten der logistischen Abwicklung meist eine gewisse Rolle, doch auch die Alternativlosigkeit zum Kauf beim jeweiligen Anbieter ist ein preistreibender Faktor.

Sachliche Preisdifferenzierung

Im Gegensatz dazu ist die sachliche Differenzierung nicht darauf ausgelegt, wo der Kunde kauft, sondern wie das Produkt verwendet wird. Eine übliche Unterscheidung findet hierbei häufig zwischen Privat- und Gewerbekund:innen statt, oder auch zwischen Großabnehmer:innen und Einzelkäufer:innen. Weil Shops beim Verkauf an Gewerbekund:innen meist große Mengen an Waren absetzen können, gewähren sie diesen gern Preisnachlässe – das macht Großeinkäufe für die gewerblichen Abnehmer:innen noch attraktiver.

Personelle/horizontale Preisdifferenzierung

Von dieser Art der Preisdifferenzierung spricht man, wenn sich die Preisgestaltung an persönlichen Merkmalen, der Zahlungsbereitschaft und Zahlungsfähigkeit einzelner Kund:innen orientiert. Eine übliche Praxis bei Verkehrsdienstleistern ist es etwa, dass Schüler:innen, Student:innen und Senior:innen Rabatte bekommen, weil sie weniger zahlungskräftig als andere Personengruppen sind. Beim Onlineshopping kommt das eher selten vor. Aber auch all jene, die eine Kund:innenkarte besitzen, kommen in den Genuss einer personellen Preisdifferenzierung.

Vertikale Preisdifferenzierung

Sie ähnelt der räumlichen Preisdifferenzierung, allerdings spielen für sie Faktoren wie Konkurrenz und Lage keine so dominierende Rolle. Vertikale Preisdifferenzierungliegt vor, wenn Unternehmen den Markt für ein Produkt in voneinander unabhängige Teilmärkte aufsplitten und eigene Preissetzungsstrategien für jeden dieser Teilmärkte verfolgen. Jeder Teilmarkt umfasst dabei alle potenziellen Käufer:innen dieses Marktes – sie alle zahlen den für den jeweiligen Markt vorgesehenen Preis. Ein Beispiel sind Automarken, die in bestimmten Ländern besonders teuer verkauft werden, weil der Hersteller dort hohes Ansehen genießt.

Quantitative Preisdifferenzierung

Hängt der zu zahlende Endpreis von der abgenommenen Menge ab, spricht man von quantitativer Preisdifferenzierung. Rabatte für größere Bestellungen oder versandkostenfreie Lieferungen bei der Überschreitung eines Mindestbestellwertes sind häufige Beispiele.

Qualitative Preisdifferenzierung

Diese Art meint strenggenommen eigentlich keine Strategie zur Preis- sondern zur Produktdifferenzierung. Bei diesem Ansatz wird ein Produkt oder Service in unterschiedlichen Qualitätsstufen oder Beschaffenheiten angeboten. So haben Kund:innen beispielsweise die Wahl zwischen einer Standard- und einer Premium-Variante eines Artikels oder Services. Der Gedanke findet sich unter anderem bei der unterschiedlichen Ausstattung von Smartphone-Modellen, aber auch bei Erste- und Zweite-Klasse-Tickets im Zugverkehr.

Welche Ziele kannst Du mit Strategien zur Preisdifferenzierung erreichen?

Das vornehmliche Ziel der Preisdifferenzierung ist die Gewinnmaximierung über alle möglichen Zielgruppen hinweg. Die verschiedenen Arten der Preisdifferenzierung tragen dazu bei, dass Kund:innen mit einer hohen Zahlungsbereitschaft genauso ihr Geld in Deinem Shop lassen wie Kund:innen mit niedriger Zahlungsbereitschaft.

Die verschiedenen Maßnahmen zur Preisdifferenzierung können Dir bei der Neukund:innengewinnung behilflich sein, indem Du mit Rabatten lockst. Auch dann, wenn Du Dich auf neuen (Teil-)Märkten etablieren möchtest, ist der Preis ein guter Hebel, um einen Fuß in die Tür zu bekommen.

In einer Welt mit einer perfekten Preisdifferenzierung zahlen alle Kund:innen das, was sie für ein bestimmtes Produkt zu zahlen bereit sind und was sich für die Händler:innen noch lohnt. Man nennt dies auch die Preisdifferenzierung ersten Grades. In der Realität klappt das natürlich in den wenigsten Fällen.

Bei der Preisdifferenzierung zweiten Grades haben die Kund:innen die Wahl, ob sie einige Unbequemlichkeiten in Kauf nehmen und dafür weniger bezahlen. Hier geht es um Preisnachlässe, die an selbst erfüllbare Bedingungen geknüpft sind. So kann ein Lagerverkauf (räumliche und zeitliche Preisdifferenzierung) dazu beitragen, dass Interessent:innen spontan zu Käufer:innen vergünstigter Produkte werden, während Du davon profitierst, dass Dein Lager sich leert und Kapazitäten für neue attraktive Produkte freigibt.

Im Falle einer Preisdifferenzierung dritten Grades können Individuen nicht mehr selbst entscheiden, zu welcher Preisgruppe sie zählen. Das ist etwa bei international abweichenden Lieferkosten sowie bei Rabatten für Gewerbekund:innen, von denen Privatkund:innen prinzipiell nicht profitieren können, der Fall.

Achtung: Können Arten der Preisdifferenzierung rechtliche Probleme verursachen?

Preisdifferenzierung bedeutet prinzipiell, dass bestimmte Käufer:innen bevorteilt werden, während andere von diesen preislichen Vorteilen ausgeschlossen sind. Insofern kann man bei einer Preisdifferenzierung durchaus auch von einer Preisdiskriminierung sprechen.

Setze Strategien zur Preisdifferenzierung immer umsichtig ein und sei Dir bewusst, dass Du ausgeschlossene Interessent:innen vor den Kopf stoßen könntest.

Häufig ist dies bei langjährigen Mobilfunkkund:innen der Fall, die trotz ihrer Treue zum Anbieter nicht die günstigeren Tarife für Neukund:innen erhalten.

Als Onlinehändler:in musst Du jetzt aber nicht in Panik verfallen: Nach EU-Recht stellt nur eine ungerechtfertigte Ungleichbehandlung bei der Preissetzung einen Fall von illegaler Preisdiskriminierung dar.

Was das bedeutet, muss zwar im Einzelfall juristisch geklärt werden, aber Du musst nicht befürchten, dass Dir Strafen drohen, weil Du die Preise deiner Produkte einige Monate nach der Markteinführung reduzierst oder einen bestimmten Rabatt nur für Neukund:innen gewährst.

Kritisch wird es jedoch, wenn Du Deine Marktmacht ausnutzt und gezielt Menschen überhöhte Preise abverlangst, die dringend auf Deine Produkte angewiesen sind. Gleichzeitig ist es verboten, Deine Wettbewerber systematisch mit Dumpingpreisen, die noch unter den Herstellungskosten liegen, aus dem Markt zu drängen.

Fazit

Prüfe unbedingt die verschiedenen Instrumente zur Preisdifferenzierung, um einzuschätzen, auf welche Weise und in welchem Umfang Du die Zahlungsbereitschaft verschiedener Kund:innensegmente optimal ausschöpfen kannst.

So manche Arten der Preisdifferenzierung hast Du vermutlich ohnehin bereits eingesetzt, ohne deren theoretische Grundlagen im Sinn gehabt zu haben. Jeder Rabattcode und jeder Streichpreis stellt letztlich eine Form der Preisdifferenzierung dar.

Es lohnt sich aber auf jeden Fall, Deine Preissetzung strategisch zu hinterfragen und dabei saisonale, demografische sowie individuelle Faktoren Deiner Zielgruppen in den Blick zu nehmen. Sei Dir jedoch der Preissensibilität aller Deiner Kund:innen bewusst, gestalte Preisdifferenzierungen dementsprechend attraktiv und mehrwertig, und vermeide es vor allem, Kund:innenkreise ungerechtfertigt auszuschließen.

Bei kritischem Feedback von Menschen, die sich benachteiligt fühlen, kann ein unbürokratisches Entgegenkommen Deinerseits sogar enorm zur Kund:innenbindung beitragen.

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Auf der Couch oder im Bett, auf dem Schreibtisch oder in der Küche: Alle kennen es, fast alle tun es und die meisten lieben es: E-Commerce! Der Online-Handel boomte in den letzten Jahren und der E-Commerce verzeichnet ein bislang unaufhaltsames Wachstum. Neben Verkaufsschlagern wie Kleidung und Elektronik finden zunehmend auch Verbrauchsgüter wie Nahrung, Medikamente und Kosmetika den Weg über die virtuellen Ladentheken der Welt.

E-Commerce ist den meisten Menschen also längst wohlvertraut. Nicht nur die Generationen Y und Z, sondern auch die Boomer in ihren 50ern und 60ern shoppen mittlerweile gern online. Dabei stellt sich allerdings die Frage: Was ist E-Commerce eigentlich genau? Denn mit dem bloßen Shoppen ist nur ein E-Commerce-Bereich von vielen abgedeckt. Welche Strukturen stecken dahinter, was bedeutet es, E-Commerce zu betreiben, und welche Innovationen werden in Zukunft ganz neue Potenziale entfalten? Dieser Blog gibt dir Einblick in die E-Commerce-Grundlagen, bringt dir gängige E-Commerce-Fachbegriffe näher und zeigt dir einige der Vorteile auf, wenn du dein eigenes E-Commerce-Business an den Start bringst.

Die Definition von E-Commerce – Was ist das alles überhaupt?

Electronic Commerce umfasst alle Handelsaktivitäten, die auf elektronischem Wege stattfinden. Dazu gehören der (Ver-)Kauf von Waren und Dienstleistungen, aber auch die Zahlungsabwicklung via Online-Banking, die Koordination der Logistik sowie der Kund:innenservice per Chat, Telefon oder Mail. Kennzeichnend ist also, dass Transaktionen über das Internet angebahnt und durchgeführt werden. Geschäftspartner:innen treten über weite räumliche Distanzen auf einer Online-Plattform miteinander in Kontakt.

Lange wurde E-Commerce begrifflich scharf vom stationären Handel abgegrenzt. Diese Trennlinie zwischen den beiden Bereichen wird jedoch zunehmend unscharf, denn das sogenannte Multichannel-Marketing verbindet On- und Offline-Transaktionen wieder stärker miteinander.

Welche Vorteile bietet E-Commerce?

Sowohl Nutzer:innen wie auch Anbieter:innen profitieren in vielerlei Hinsicht von der Verlagerung des Handels auf E-Commerce-Plattformen. Auf Kund:innenseite haben vor allem Aspekte des Komforts und der Sicherheit im E-Commerce Bedeutung:

Erreichbarkeit: In dem alten Kalauer, ob das Internet heute noch aufhabe, steckt der gewichtigste Vorteil des Online-Shoppings: Sowohl B2C wie auch B2B sind Kund:innen nicht an Öffnungszeiten gebunden, sondern stöbern und informieren sich, wann immer es in den Tag – oder die Nacht – passt.

Sortiment: Online-Shops fahren häufig ein weit größeres Warenangebot als Vor-Ort-Geschäfte auf. Bei einem Besuch ausgerechnet das gewünschte Produkt oder die benötigte Größe nicht zu erhalten, ist damit unwahrscheinlicher als im Laden.

Entfernungen: Regionale Güter aus aller Welt sind nur einen Mausklick entfernt. Für internationale Spezialitäten oder Nischenprodukte in genau definierter Qualität müssen Verbraucher:innen keine Reisen auf sich nehmen.

Information: Dank detaillierter Beschreibungen in Text- oder Videoform sowie Rezensionen können sich Zielgruppen ein genaues Bild von Artikeln und Dienstleistungen machen, bevor sie eine Kaufentscheidung fällen.

Preisvergleich: Die von verschiedenen Wettbewerbern aufgerufenen Preise sind transparent aufgelistet und einfach vergleichbar – nicht zuletzt dank Preisvergleichsportalen, welche die Gesamtkosten inklusive Versand abbilden.

Bequemlichkeit: PCs und Mobile Devices holen die ganze Welt ins eigene Wohnzimmer. Um eine neue Jacke zu shoppen, den Wochenendeinkauf zu erledigen und ein Auto zu mieten, muss niemand mehr von der Couch aufstehen.

Die Vorteile von E-Commerce für Online-Händler:innen liegen klar in der Effizienz- und Umsatzsteigerung

Reichweite: E-Commerce ist nicht auf einen Kund:innenkreis innerhalb einer bestimmten Region, einer Stadt oder eines Kiezes begrenzt, sondern erreicht (potenziell) jeden Menschen auf der Welt.

Effizienz: Ausgefeilte Managementsysteme für Warenbestand, Geldfluss und Kund:innenstamm automatisieren eine Vielzahl an Prozessen entlang der Wertschöpfungskette. Das spart Zeit und Geld.

Kostenersparnis: Online-Anbieter:innen müssen keine Mieten für Ladengeschäfte zahlen, zudem entfallen die Kosten fürs Verkaufspersonal. Diese Ersparnisse ermöglichen günstigere Verkaufspreise, die wiederum attraktiver für Kund:innen sind.

Marktvielfalt: Es ist nicht nötig, eine komplette E-Commerce-Präsenz selbst aus dem Boden zu stampfen. Etablierte Marktplätze wie auf eBay oder Amazon verschaffen großen wie auch kleinen Anbieter:innen Zugang zu Millionen potenzieller Kund:innen. Dabei profitieren sie vom Trust der Plattformen bei den Zielgruppen sowie von fertigen Strukturen.

Werbung: Ob durch aufwendiges Content-Marketing mitsamt Blog und Newsletter, durch SEA oder gewitzte Social-Media-Posts: Im E-Commerce stehen Betreiber:innen unzählige Möglichkeiten offen, auf sich aufmerksam zu machen und Interessent:innen nahtlos in eine Customer-Journey zu führen.

Analyse: Trackingtools sammeln Informationen über Zielgruppen und helfen dabei, aufschlussreiche Kund:innenprofile zu erstellen. So sind Werbekampagnen und -kanäle deutlich präziser planbar.

Was macht man im E-Commerce?

Die Tätigkeitsfelder im E-Commerce sind enorm breit gestreut. Entlang der Wertschöpfungskette beispielsweise eines Online-Shops verschränken sich viele unterschiedliche Aufgaben miteinander. Deshalb findet ein permanentes Zusammenspiel zahlreicher Berufsbilder, Expertisen und Technologien statt. Zu den Kernbereichen gehören grundsätzlich: IT (User Experience, Shopsystem, Warenwirtschaftssystem), Einkauf (B2B-Bestands- und Neukund:innenbetreuung, Pricing), Online-Marketing (Affiliate-, E-Mail- und Social-Media-Marketing, SEM, SEO, SEA, Display Advertising), Abwicklung (Logistik und Fulfillment) oder auch Service (Kund:innenbetreuung, E-Mail-, Chat- und Telefonservice).

In einem Kleinstunternehmen deckt mitunter eine einzelne Person die gesamte Bandbreite dieser Aufgabenbereiche ab. Bei Klein und Mittelständischen Unternehmen und Konzernen herrscht jedoch für gewöhnlich eine feinverzweigte Aufgabenteilung vor, die eine Reihe von E-Commerce-Manager:innen betreut.

Der E-Commerce entwickelt sich rasant immer weiter. Das liegt zum einen natürlich am Fortschritt der digitalen Technologien. Der treibende Faktor dahinter ist jedoch immer das Kund:innenerlebnis. Darum ist es wichtig, die Vorlieben und das Verhalten der Zielgruppen zu kennen. Der E-Commerce ist dank seiner Tracking-Möglichkeiten noch stärker kund:innenzentriert als traditionelle Ladengeschäfte.

Das bedeutet auch, dass nicht mehr unbedingt die Güte eines angebotenen Produktes über einen Kauf oder Nichtkauf entscheidet, sondern die Art und Weise, wie das Produkt angeboten wird. Schafft ein Shop ein smoothes Einkaufserlebnis mit transparenten Informationen, multimedialen Highlights und einem komfortablem Check-out, identifizieren sich Zielgruppen mit einem E-Commerce-Angebot und folgen bereitwilliger in den Sales-Funnel. Das trägt enorm zur nachhaltigen Kund:innenbindung bei. Nicht was du verkaufst, sondern wie du es verkaufst, ist entscheidend.

Virtual und Augmented Reality

Augmented- und Virtual-Reality-Anwendungen sind nicht nur in der Lage, ein Mehr an Informationen für Kund:innen zur Verfügung zu stellen, sondern diese auch ansprechend, leicht nachvollziehbar und spannend aufzubereiten. So ermöglichen es Möbelhäuser wie Ikea und Otto, via Smartphone und AR-App Einrichtungsgegenstände virtuell in der Wohnung zu platzieren, um sich einen Eindruck von deren Wirkung in den eigenen Räumlichkeiten zu verschaffen. Bei Mister Spex können Online-Shopper:innen Brillengestelle virtuell anprobieren. Einige Händler:innen bereiten auch vollständige 3D-Umgebungen zum Shoppen auf, in denen Kund:innen durch VR-Headsets interagieren.

All diese virtuellen Erweiterungen dienen dazu, typische Nachteile des E-Commerce gegenüber dem stationären Handel auszugleichen – allen voran die unmittelbare Erlebbarkeit von Produkten. AR und VR erlauben es, Waren in die Hand zu nehmen, zu wenden und zu platzieren, was bislang allein den Geschäften vor Ort vorbehalten blieb.

Multichannel-Marketing

AR- und VR-Anwendungen gleichen mittlerweile bestimmte Nachteile in der Erlebniswelt des E-Commerce gegenüber dem stationären Handel aus. Doch ist es keineswegs notwendig oder gar zielführend, sämtliche Prozesse zu digitalisieren. In einigen Fällen erweist es sich als gewinnbringend, das Beste aus beiden Welten miteinander zu kombinieren. So ergänzen stationäre Showrooms mitunter Online-Shops, damit Kaufinteressent:innen Produkte testen können – zum Beispiel schwer erklärbare Waren wie Möbel oder Parfums. Zugleich können auch die Retail-Stores die Kauferfahrung um Virtual- und Augmented-Reality-Erlebnisse anreichern. Dazu gehören etwa via QR-Code am Produkt abrufbare Demo- oder Promo-Videos.

Internet der Dinge (IoT)

Im IoT, dem Internet of Things, interagieren keine menschlichen Nutzer:innen mit den Online-Welten, sondern Smart Devices, etwa Uhren, Handys und Fitnessbänder. Sie senden eigenständig Informationen ins Internet, wodurch sie dazu beitragen, dass eine Vielzahl an Prozessen automatisiert ablaufen kann. Vor allem im B2C-Commerce kreiert das einen nahtloseren Übergang zwischen Online- und Offline-Welt. Betreten Kund:innen beispielsweise ein Ladengeschäft, kommunizieren die Warenregale mit den Smart Devices der Kund:innen, lesen aus gesammelten Daten bestimmte Präferenzen ab und machen dann etwa auf Rabatte aufmerksam oder leiten zu häufig gekauften Waren im Geschäft weiter. Das bedeutet maßgeschneiderte Werbung und eine höchstmögliche Personalisierung der Shopping-Erlebnisse.

Doch auch auf Händler:innenseite leisten IoT-Anwendungen Abhilfe. So registrieren es intelligente Warenregale, wenn die Bestände bestimmter Güter zur Neige gehen, und leiten automatisch Nachbestellungen ein.

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