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Der neue Laptop, das neue Handy oder aber eine neue Waschmaschine – Technikbegeisterte und Schnäppchenjäger:innen weltweit wähnen den Black Friday und die anschließende Cyber Week als optimalen Zeitpunkt um die Wunschlisten (oder in diesem Jahr Preisvergleichslisten) endlich zu verwirklichen. Der Zeitraum des Black Friday und der Cyber Week gilt als Startschuss für das sich anbahnende Weihnachtsgeschäft – vor allem für den Online-Handel und Consumer Electronics Produkte. Doch unter welchem Licht stehen die Schnäppchentage in diesem Jahr? Eine steigende Inflation und Preissteigerungen beeinflussen das Konsumverhalten von Konsument:innen nachhaltig: wie eine repräsentative Onlinebefragung zum Einkaufsverhalten und Konsumtrends der ECC Köln und Salesforce nachweisen, planen Konsument:innen 2022 vermehrt Einsparungen und neigen zu weniger Impulskäufen als noch im Vorjahr.

Laut der Trend Check Handelsstudie des ECC Köln werden Käufe im Rahmen des Black Friday und der Cyber Week bereits im Vorfeld geplant und vorbereitet. Der Preisfokus der Konsument:innen hat sich um ein Vielfaches verstärkt, wie die Zahlen der Studie nahelegen: so bestätigen starke 76 % der Befragten sich auf das Preisangebot von bereits geplanten Anschaffungen zu fokussieren, während ganze 43 % der Konsument:innen zugeben bereits im Vorfeld Angebots- und Preisvergleiche im Rahmen von geplanten Anschaffungen in der Cyber Week gemacht zu haben. Das kommt einer Steigerung von 13 % im Vergleich zum Vorjahr gleich. Gleichzeitig ist aber die Bereitschaft zum Impulskauf oder Spontaneinkäufen von vormals 46 % auf 33 % gesunken.

Die diesjährige Konsumzurückhaltung lässt sich unter anderem auf die starke Inflation und generelle Preissteigerungen zurückführen. Nichtsdestotrotz trägt aber auch das allgemeine Klima der wirtschaftlichen Unsicherheit und das schwindende Vertrauen zu den Angeboten im Rahmen der „Schnäppchentage“ zum Sparverhalten der Konsument:innen bei. Etwa 55% der Befragten bezweifeln, dass die angebotenen Produkte eine wirkliche Kostenvergünstigung darstellen – eine Skepsis die Onlinehändler:innen im Blick behalten sollten.

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Den nächsten Urlaub samt Hotel, Mietauto und passenden Outfits buchen: Waren und Dienstleistungen sind zu jeder Zeit nur einen Klick entfernt. Vertrieben werden sie auf digitalen Plattformen. Doch den EU-Mitgliedstaaten entgingen jährlich Milliarden Euro an Steuern, da die Internetunternehmen ihre Umsätze durch den E-Commerce nicht meldeten, beteuern die Mitgliedstaaten. Daher sollen digitale Plattformen ab Januar 2023 stärker in die Pflicht genommen werden. Die EU verspricht sich eine Verbesserung der Steuertransparenz und zusätzliche Steuereinnahmen in Höhe von 33 Mrd. Euro.

Datenaustausch zwischen Online-Plattformen und Behörden optimieren

Um Besteuerungslücken zu schließen, sollen Plattformbetreiber:innen mit Sitz, Ort der Geschäftsleitung oder Betriebsstätte innerhalb der EU, Einkünfte von Anbieter:innen an die zuständigen Finanzbehörden melden. Hiermit setzen die EU-Mitgliedstaaten die sogenannte DAC7-Richtlinie um. Dies soll Transparenz über geschäftliche Aktivitäten auf digitalen Plattformen sicherstellen und eine steuerliche Bewertung der Transaktionen möglich machen.

Der Begriff „digitale Plattformen“ ist bewusst weiter gefasst, um Software, Website oder mobile Anwendungen abzudecken, die es Verkäufer:innen ermöglicht, sich direkt oder indirekt mit potenziellen Käufer:innen in Verbindung zu setzen und sog. Relevante Tätigkeiten auszuüben. Die EU und Deutschland setzen dabei den Fokus vor allem auf E-Commerce-Plattformen. Dazu zählen insbesondere die Vermietung von Immobilien, „Ridesharings“, die Erbringung persönlicher Dienstleistungen und der Verkauf von Waren.

Was genau bedeutet das für mein E-Commerce Unternehmen?

Um es in einem Wort auf den Punkt zu bringen: Informationsaustausch. Denn die Richtlinie verpflichtet E-Commerce Unternehmen umfangreiche Informationen zu Transaktionen, Einkünften und Verkäufer:innen der jeweiligen Plattformen offenzulegen und an die zuständigen Finanzbehörden weiterzugeben. Eine Zusammenfassung dieser Informationen muss dann einmal jährlich in Form einer Jahreserklärung an die nationalen Finanzämter gemeldet werden, um eine steuerliche Bewertung der Transaktionen möglich zu machen.

Fazit

DAC7 bringt mit dieser Richtlinie eine wichtige Neuerung in den E-Commerce Sektor. Bis Anfang des nächsten Jahres müssen sich E-Commerce Betreiber:innen mit wichtigen Fragen auseinandersetzen: Fällt meine E-Commerce Plattform unter die Meldepflicht? Wie genau gestaltet sich der nationale Informationsaustausch und die Datenbeschaffung der zuständigen Finanzbehörden? Und müssen auch die eigenen AGBs an die neue EU-Verordnung angepasst werden?

Es liegt nun an den betroffenen Betreiber:innen selbst, die richtigen Schritte einzuleiten, um ihr E-Commerce Unternehmen rechtskonform im Rahmen von DAC7 zu gestalten.


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eBay for Business: Brauchst du einen Stand auf dem virtuellen Trödelmarkt?

Wenn du geschäftsmäßig auf eBay verkaufen möchtest, musst du ein gewerbliches Verkäufer:innenkonto anlegen. Das trägt den sprechenden Namen eBay for Business.

Das Verkaufen auf eBay ist – wie E-Commerce generell – ein anspruchsvolles Unterfangen. Es erfordert Geschick, Hingabe und eine gute Portion Insiderwissen, um deinen Onlineshop zu einem respektablen Business zu entwickeln.

Wie du damit anfangen kannst, erfährst du in diesem Blog.

eBay for Business: Wann brauchst du ein geschäftliches Konto?

Wenn du ein eBay-Verkäufer:innenkonto eröffnest, hast du zwei Möglichkeiten zur Auswahl: persönliches oder gewerbliches Konto.

Die Einrichtung des eBay-for-Business-Kontos ist kostenfrei und gemäß den eBay-Regularien zwingend notwendig, wenn du:

  • häufiger und größere Mengen verkaufen möchtest
  • Artikel verkaufst, die du selbst hergestellt hast
  • Produkte auf eBay erwirbst, um sie weiterzuverkaufen
  • du schon außerhalb von eBay mit einem Gewerbe unterwegs bist

Du kannst eBay für B2B- wie auch B2C-Geschäfte nutzen. Mit einem Business-Account bist du also zum Verkauf an Endverbraucher:innen und an Unternehmenskund:innen berechtigt.

Wichtig: Wenn du nach dem deutschen Umsatzsteuergesetz (UstG) als Unternehmer:in giltst, musst du dich auch bei eBay als gewerbliche:r Händler:in anmelden.

Als Unternehmer:in giltst du ab einem Umsatz von 17.500 Euro pro Kalenderjahr.

Das war schon immer so, ist aber seit dem 1. Januar 2019 nochmal klarer geregelt. In diesem Jahr trat das „Gesetz zur Vermeidung von Umsatzsteuerausfällen beim Handel mit Waren im Internet und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften“ (insbesondere die Paragrafen 22f und 25e im UStG) in Kraft.

Aus rechtlicher Sicht gilt ganz allgemein: Gewerbe ist Gewerbe, egal ob on- oder offline. Deshalb sind auch bei eBay Business nicht nur professionelles Marketing und Sales wichtig für den Erfolg. Zusätzlich gibt es zahlreiche rechtliche Regelungen zu beachten.

Vorteile von eBay Business für E-Commerce-Händler:innen

Mit den Verpflichtungen für gewerbliche Anbieter:innen kommen bei eBay auch einige Vorzüge zum Tragen. Das betrifft zum Beispiel günstigere Konditionen bei den Verkaufsprovisionen.

Außerdem bemüht eBay sich, dich als Business-Neuling nicht allein zu lassen. Es gibt viele Informations- und Lehrangebote, die den Einstieg und die stetige Weiterentwicklung deines eBay Business erleichtern sollen. Dazu gehören:

  • Der eBay-Podcast zu Themen wie E-Commerce-Recht, Personal Branding oder Werben bei eBay
  • Der eBay-Durchstarter, ein kostenloses Beratungsangebot für ambitionierte Händler:innen
  • Der YouTube-Kanal mit Tipps, Erklärvideos und Neuigkeiten speziell für E-Commerce-Unternehmer:innen
  • Die eBayCommunity, wo du dich mit anderen Händler:innen austauschen kannst
  • Das eBayRechtsportal mit wertvollen Tipps für Verkäufer:innen zu Gewerbeanmeldung, Umsatzsteuer, Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und mehr

eBay for Business oder eigener Onlineshop?

Aber was ist letztlich eigentlich „besser“? Ein eigener Shop oder ein Stand bei eBay for Business? Neben der Unterstützung in Form von Informationen gibt es natürlich weitere gewichtige Argumente, die für eBay Business (oder für andere Marketplaces wie Amazon Business) sprechen:

  • Du erhältst sofort eine potenziell riesige Reichweite
  • Die gesamte IT-Infrastruktur ist schon gebaut und für dich nutzbar
  • Diverse Marketinglösungen sind zu vergleichsweise schmalen Budgets einsetzbar

Diesen Vorzügen von Marktplätzen stehen natürlich immer auch einige Nachteile gegenüber:

  • Aufbau deiner Marke: Hier hast du mit deiner eigenen Shopwebsite freie Hand. Bei einem Marketplace musst du dich häufig sogar nach Details wie verfügbaren Farben, Schriftarten oder Layouts richten. Allerdings ist eBay for Business hier flexibler als zum Beispiel Amazon.
  • Customer Experience: Auch hier gilt, dass du mit deinem eigenen Onlineshop viel mehr Kontrolle darüber hast, welche Erfahrungen von der Produktsuche bis hin zur Retourenabwicklung Kund:innen mit deiner Marke machen.
  • Krisensicherheit: Es ist zwar unwahrscheinlich, unmöglich ist es aber nicht: Falls es aus irgendeinem Grund eBay for Business morgen nicht mehr gibt oder plötzlich negative Schlagzeilen das Image der Plattform ruinieren, existiert auch dein Geschäft nicht mehr.

Diese sind einige der wichtigsten Punkte, die bei der Abwägung zu beachten sind. Die Antwort auf die Frage, welches Modell sich für dich besser eignet, kann immer nur individuell ausfallen.

Insbesondere am Anfang kann ein Marketplace wie eBay Business dir Vorteile bringen und dabei helfen, mit ein wenig Extraspeed aus den Startlöchern zu kommen. Auf Dauer wirst du in vielen Fällen mit deinem eigenen Shop besser bedient sein – vor allem mit Blick auf deine Positionierung, dein Branding und die Kund:innenbindung.

Was sind eBay Shops?

Die Anmeldung für ein gewerbliches eBay-for-Business-Konto ist einfach und kostenlos. Damit kannst du zwar schon verkaufen, allerdings sind die Funktionen relativ basic. Sobald dein Handelsvolumen etwas steigt, lohnt sich ein Blick auf die eBay Shops. Ein Shop ist deine eigene Shop-Site bei eBay und bietet dir zusätzliche Features.

Es gibt vier Varianten der eBay Shops: Basis, Top, Premium und Platin. Ihre wichtigsten Unterschiede und die monatlichen Kosten zeigt dir die Tabelle:

Shop-KategorieFeatures (im Preis inbegriffen)Kosten für Monatsabo
BasisBis zu 400 Festpreisangebote und 40 Auktionen pro MonatNutzung der eBay-Marketing-Tools inkl. 50 Sonderaktionen pro TagAbmahnschutz Basic und Datenschutz 360+ von Trusted ShopsEUR 39,95 (Rabatt bei jährlicher Zahlungsweise)
Top (alles aus Basis, plus:)Bis zu 2.500 Festpreisangebote und 100 Auktionen pro Monat1.000 Sonderaktionen pro TagNutzung von Terapeak Insights zur WarenbeschaffungEUR 79,95 (Rabatt bei jährlicher Zahlungsweise)
Premium (alles aus Top, plus:)Festpreisangebote unbegrenzt, 250 Auktionen pro Monatvergünstigte Gebühr für die Nutzung des „Enterprise Pakets“ von Trusted ShopsWerben mit durchgestrichenen PreisenEUR 299,95 (Rabatt bei jährlicher Zahlungsweise)
Platin (alles aus Premium, plus:)10 % Rabatt auf die VerkaufsprovisionMehr Infos zur Rabattberechnungkostenlose Unterstützung durch einen Account-Manager und eBay ConciergeZugang zum Wow!-Angebote-ProgrammEUR 4,999,95

6 Dos and Don´ts für eBay for Business

Die Stellschrauben, die dir bei eBay Business zur Verfügung stehen, um erfolgreich und rechtssicher zu verkaufen, können gerade am Anfang etwas erschlagend sein, trotz der vielen nützlichen Tools und Ratgeberbereiche. Hier sind darum sechs Grundlagen-Tipps, die dir in jedem Fall helfen:

  1. Klein anfangen: Du musst nicht gleich große Summen in dein Inventar investieren. Such dir stattdessen ein paar Artikel für den Verkauf aus und sammele Erfahrungen beim Fotografieren, Verfassen von Angeboten, Testen von Preisoptionen und im Umgang mit den Käufer:innen. Bevor du weiter skalierst, solltest du die E-Commerce-Basics wie Bestellabwicklung, Retourenbearbeitung usw. beherrschen. Und nicht vergessen: Auch wenn du eBay Business nur nebenbei betreibst, solltest du dem Projekt jeden Tag Zeit widmen, wenn du Ergebnisse sehen möchtest.
  2. Amateurfotos reichen nicht: Im E-Commerce brauchst du gute Produktfotos, sonst kriegst du nichts verkauft. Verwende gut ausgeleuchtete, hochauflösende Fotos auf einem schlichten Hintergrund, die die Produkte aus verschiedenen Blickwinkeln zeigen. Und nutze das eBay-Bilderdienst-Tool, damit die Fotos auf unterschiedlichen Screens richtig dargestellt werden.
  3. Je mehr Details, desto besser: Ein Bild sagt vielleicht mehr als 1.000 Worte, aber detaillierte Produktbeschreibungen können wahre Sale-Magie wirken. Wähle zunächst eine Artikelkategorie und verwende dann Keywords für den Titel und die Beschreibung deines Angebots. Mit anderen Worten: Optimiere alles für eBay Best Match, die Suchmaschine der Plattform.
  4. Nutze die eBayVerkäuferzentrale: Mit diesem kostenlosen Tool kannst du auf ein Dashboard zugreifen und sehen, wie sich deine Angebote entwickeln, neue Artikel schnell einstellen und den Status von Bestellungen und Rücksendungen einsehen. Diese Daten helfen dir, dein eBay-for-Business-Konto aufzuwerten und bessere Ergebnisse zu erzielen.
  5. Verbinde eBay for Business mit deinem eigenen Shop: Wenn du schon einen hast, solltest du deinen Shop unbedingt mit deinem eBay-for-Business-Konto verbinden. Auf diese Weise kannst du Traffic von eBay auf deine eigene Website umleiten – was die Chance erhöht, Kund:innen an deine Marke zu binden. Denk daran, dass viele E-Commerce-Plattformen wie Shopify über eine kostenlose eBay-Integration verfügen.
  6. eBay for Business ist kein rechtsfreier Raum: Last but not least solltest du dir im Klaren darüber sein, dass für eBay dieselben steuer- und handelsrechtlichen Regeln gelten wie überall sonst auch. Informiere dich also, welche Bestimmungen du einzuhalten hast. Lies dir die Hinweise auf dem eBayRechtsportal durch und sprich im Zweifel mit einer versierten Anwaltskanzlei sowie Steuerberatung.

Fazit: Wann lohnt sich eBay for Business?

Ob du dich beim Einstieg in den E-Commerce für einen eigenen Onlineshop oder für eBay Business entscheiden solltest, hängt ganz von deiner individuellen Situation ab. Willst du hauptberuflich verkaufen oder das Ganze als Side-Hustle aufziehen? Wirst du individualisierte Produkte oder Massenware verkaufen? Wieviel Fachwissen zu Marketing, Sales und IT bringst du mit?

Gerade für Neueinsteiger:innen kann die Nutzung von eBay for Business ein guter Startpunkt sein. Vieles von dem, was du für den Onlinehandel brauchst, ist dort schon vorhanden. Du kannst Erfahrungen sammeln und im Unterschied zu anderen Plattformen hast du bei eBay auch mehr Möglichkeiten, deinen Onlineauftritt zu individualisieren und so deine eigene Marke zu stärken.

Stellst du dich geschickt an, ziehst du nach und nach Interessent:innen vom eBay– hinüber zu deinem eigenen Onlineshop.


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Wer an E-Commerce denkt, hat dabei meist Geschäftsmodelle im Kopf, die sich an Endkund:innen richten. Besonders der D2C-Trend, bei dem Hersteller direkt und ohne Zwischenhandelsstationen an die Verbraucher:innen verkaufen, wird immer populärer.

Dennoch sehen nicht wenige Markteinschätzungen ein noch deutlich höheres Potenzial für den E-Commerce im B2B als im B2C. Ein Grund dafür ist unter anderem, dass der B2B-Handelssektor zu großen Teilen noch immer auf altmodische Vertriebswege (etwa gedruckte Kataloge) setzt. Es sind also viele Marktanteile im digitalen Segment zu erobern.

Der B2B-Sektor ist damit wahnsinnig interessant für Onlinehändler:innen. Wenn du da durchstarten möchtest, dann solltest du genau wissen, welche Chancen im B2B-Handel noch ungenutzt im Verborgenen liegen. Garniert mit einigen Zahlen und Daten findest du in diesem Blog heraus, inwiefern sich der Vertriebsweg für dich lohnen könnte.

Was ist B2B-E-Commerce und wie entwickelt er sich derzeit?

Im B2B verkaufen Unternehmen ihre Produkte und Services an andere Unternehmen. Ein stationärer Großhandel ist ebenso im B2B-Bereich tätig wie ein kleiner Shop, der an private wie auch gewerbliche Kund:innen verkauft.

Der B2B-E-Commerce ist ein Billionen-Markt. Einer Studie des IFH Köln zufolge betrug das gesamte Marktvolumen im Jahr 2018 bereits 1,3 Billionen Euro. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass sich das Wachstum im Laufe der 2020er Jahre noch deutlich beschleunigen wird.

Damit du ein Stück von diesem gewaltigen Kuchen abbekommen kannst, musst du erstmal verstehen, wie der E-Commerce im B2B-Bereich funktioniert. Es handelt sich um einen Ausschnitt aus der gesamten Welt des B2B, der immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Strenggenommen schränkt die B2B-E-Commerce-Definition den Markt auf digitale Absatzkanäle ein. Allerdings gibt es hier verschiedene Handelsmodelle:

  • B2B-Handel über den eigenen Onlineshop
  • B2B-Handel über Marktplätze
  • B2B-Handel über integrierte Beschaffungsplattformen
  • improvisierte Absatzstrategien über die eigene Website

Wie zeichnet diese Handelsplattformen im Einzelnen aus?

Onlineshops

Der B2B-Handel über einen eigenen Onlineshop verspricht hohe Margen und eine einfache Abwicklung der Bestellungen. Allerdings eignet sich dieses Handelsmodell eher für fest bepreiste Waren und weniger für individuelle Leistungen. Inzwischen gibt es zwar technische Lösungen, um Kund:innen die Möglichkeit zu geben, direkt auf der Website maßgefertigte Produkte zu bestellen, doch dies ist mit einer nicht unerheblichen Investition verbunden.

Marktplätze

Viele B2B-Händler:innen erhoffen sich einen Uplift ihrer Sales, indem sie ihre Produkte auf Marktplätzen anbieten. Hier ist zwischen Marktplätzen zu unterscheiden, bei denen die Kund:innen direkt bestellen können (zum Beispiel Amazon Business) und Marktplätzen, die nur als Vermittler fungieren und keine Bestellabwicklung ermöglichen.

In jedem Fall musst du hier genau abwägen, ob der theoretische Gewinn an Reichweite den Verlust an Marge kompensieren kann. Häufig werden besonders allgemeine Marktplätze etwas überschätzt, weil die Sichtbarkeit teuer mit Werbeanzeigen eingekauft werden muss und man sich als Händler:in zudem in einen extremen Preiskampf begibt.

Integrierte Beschaffungsplattformen & EDI (Electronic Data Interchange)

Bei regelmäßiger und enger Zusammenarbeit mit größeren Abnehmer:innen, welche für den B2B-Handel durchaus typisch ist, bietet sich die Bereitstellung integrierter Beschaffungsplattformen an. Über einen sogenannten EDI (Electronic Data Interchange) kann eine Verknüpfung mit ERP-, Procurement- & Warenwirtschaftssystemen erfolgen, die kund:innenseitig im Einsatz sind.

So lassen sich nicht nur Bestellungen standardisieren und Arbeitsabläufe beschleunigen. Du erreichst obendrein eine stark verbesserte Kund:innenbindung. Denn wer erstmal eine integrierte Beschaffungsplattform angedockt und einen reibungslosen Bestellprozess aufgesetzt hat, wird nicht alles wieder verwerfen, nur weil andere B2B-Verkäufer:innen gerade mit Sonderkonditionen locken.

Nicht automatisierte digitale Absatzstrategien

Etwas unklar ist die Frage, ob Anbahnungen von Sales über eine Website ohne ein konkretes B2B-E-Commerce-System auch dazugezählt werden. Im Endeffekt handelt es sich dabei zwar um Verkäufe, die direkt über das Internet zustande kommen, aber nicht automatisch abgewickelt werden können. Sie stellen somit eine Art Hybrid-Lösung dar.

Sollte dein B2B-Unternehmen bisher auch nur über eine „Visitenkarte im Internet“ verfügen und keine direkten Transaktionen über Shop, Plattformen oder ähnliche Lösungen ermöglichen, solltest du auf jeden Fall über eine Aufrüstung nachdenken.

Was sind die Unterschiede zwischen B2B und B2C?

Sich dessen genau bewusst zu sein, was B2C- von B2B-E-Commerce voneinander unterscheidet, ist sehr wichtig. Es kommt nämlich darauf an, die Bedürfnisse der potenziellen Kund:innen bestmöglich zu verstehen, und die unterscheiden sich bei B2C und B2B gewaltig:

  • Während im B2C der Fokus darauf liegt, einzelne Produkte an diverse Käufer:innen zu verschicken, sind die Bestellungen im B2B meist deutlich gebündelter und mengenmäßig umfangreicher.
  • B2C-Kund:innen zeigen kaum Interesse an Mengenrabatten jenseits des üblichen Bedarfs. Im B2B-Segment hingegen stellen derartige Staffelpreise einen zentralen Kaufanreiz dar. Zudem ist es im B2B wichtig, dass Nachbestellungen einfach erfolgen können – gern auch mit einer langfristigen Planung.
  • Die Gewinnung von Neukund:innen unterliegt im B2C anderen Regeln und Erfolgskennzahlen als im B2B. Das geht schon einmal damit los, dass im B2C keine Kaltakquise erlaubt ist, während die im B2B in einem gewissen Rahmen möglich ist.
  • Die Werbekosten pro Neukund:in, die B2B-Händler:innen zu zahlen bereit sind, fallen meist deutlich höher aus. Zufriedene B2B-Kund:innen können über die Zeit der Zusammenarbeit betrachtet Millionenumsätze bringen, was von einzelnen B2C-Kund:innen nicht zu erwarten ist.
  • Auch rechtlich gesehen gibt es einige Unterschiede. Ein großer „Nachteil“ für B2C-Onlineshops ist die sehr verbraucher:innenfreundliche Gestaltung des Widerrufsrechts bei Fernabsatzgeschäften. Die bekannte 14-Tage-Regelung findet bei gewerblichen Kund:innen keine Anwendung, was in die Preissetzung einkalkuliert werden kann.

Was brauchst du, wenn du in den B2B-E-Commerce einsteigen willst?

Wenn du als B2B-Händler:in im E-Commerce durchstarten möchtest, musst du nicht sofort eine umfangreiche IT-Infrastruktur bereithalten. Allerdings ist es ratsam, von Anfang an auf Systeme zu setzen, die sich später erweitern lassen.

Eine Website ist selbstverständlich. Entscheide dich aber nicht für Baukastensysteme von Jimdo, Wix & Co., da du im Laufe der Zeit weitaus mehr Funktionen benötigen wirst, als diese auf B2C ausgerichteten Anbieter bereithalten.

Als modular erweiterbare Shopsysteme, die sich auch für B2B-Zwecke anpassen lassen, haben sich folgende Anbieter etabliert:

  • Shopware
  • OXID eShop
  • Magento
  • Intershop

Zudem kann hier Shopify als SaaS-Lösung ebenso genannt werden. Dabei ist zu beachten, dass es sich nicht um Software handelt, die auf dem eigenen Server installiert wird. Somit liegt hier in gewisser Weise ein Plattform-Risiko vor.

Die Liste der Enterprise-Shopsysteme und expliziten B2B-Anbieter ist noch deutlich länger:

  • SAP Hybris
  • IBM Websphere
  • Salesforce Commerce Cloud
  • OroCommerce
  • IntelliShop
  • Electronic Sales
  • Sana Commerce

Für einen schlanken Start sind besonders Magento, Shopware oder Shopify empfehlenswert. Die relevanten Features, die ein B2B-E-Commerce benötigt, lassen sich hiermit gut umsetzen.

Wenn dein Geschäftsmodell erfolgreich wächst, kannst du die genannten Shopsysteme reibungslos an ein CRM-, ERP-, PIM- & Warenwirtschaftssystem andocken. So rüstest du dich für die Zukunft und kannst besonders bei Bestellungen von Großkunden, die Wert auf integrierte Beschaffungslösungen legen, punkten.

Fazit: Chancen und Risiken liegen eng beieinander

Der B2B-E-Commerce bietet eine Reihe an Vorteilen, denn du kannst nicht nur neue Umsatzpotenziale erschließen und Vermarktungschancen im Internet nutzen, sondern auch über integrierte Beschaffungsplattformen und Bestellsysteme eine erhöhte Kund:innenbindung erreichen.

Als Nachteil sind die Setup-Kosten zu nennen. Wenn du deine B2B-Plattform zu umständlich aufbaust und viele Ressourcen in die Entwicklung eines Shops investierst, ohne zuvor über eigene geeignete Vermarktungsstrategie nachzudenken, behindert das deinen Erfolg.

Zudem musst du sehr genau die Wahl deiner Absatzkanäle analysieren. Besonders der Verkauf über Marktplätze kann dich viel Marge kosten. Zudem zwingen dich die Marktplätze in starre Kategorien und sorgen somit indirekt dafür, dass du vor allem anhand deiner Preise mit anderen Wettbewerbern verglichen wirst.


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